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Energie & Management > Stromnetz - Thüga-Pilotprojekt soll Verteilnetze entlasten
Quelle: Fotolia / Silviu G Halmaghi
Stromnetz

Thüga-Pilotprojekt soll Verteilnetze entlasten

Die Thüga-Gruppe hat mit zwei Partnern in Thüringen einen Mittelspannungsregler getestet, der bestehende Stromnetze für mehr PV-Einspeisung nutzbar machen soll.
Ein Pilotprojekt im thüringischen Hopfgarten bei Weimar soll zeigen, wie sich die Aufnahmekapazität bestehender Stromverteilnetze für Photovoltaik (PV) erhöhen lässt, ohne sofort neue Leitungen zu bauen. Nach Angaben der Thüga Aktiengesellschaft kommt dort erstmals weltweit ein Kompakt-Mittelspannungs-Längsregler (MSLR) zum Einsatz. Das Unternehmen entwickelte die Technik gemeinsam mit der TEN Thüringer Energienetze aus Erfurt, und dem Energie- und Elektrotechnikunternehmen Hitachi Energy.

Der MSLR greift in die Spannungsregelung des Mittelspannungsnetzes ein. Dadurch soll sich die vorhandene Infrastruktur besser ausnutzen lassen. Laut Thüga ergaben Berechnungen in einem Beispielnetz, dass sich auf diese Weise rund 260 Prozent mehr PV-Leistung integrieren lassen als bislang.

Hintergrund der Entwicklung sind Engpässe in vielen Verteilnetzen. Vor allem der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern führt nach Angaben des Unternehmens dazu, dass Netzbetreiber neue Einspeiseanlagen teilweise nicht mehr anschließen können. Im Netzgebiet der TEN seien derzeit 17 Mittelspannungsbereiche vollständig ausgelastet. Zusätzliche PV-Anlagen könnten dort derzeit nicht mehr einspeisen.

Hilfe für Thüga-Mitglieder

Laut dem Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger stehen viele Flächennetzbetreiber innerhalb der Unternehmensgruppe vor vergleichbaren Herausforderungen. Der MSLR soll deshalb eine Möglichkeit bieten, kurzfristig zusätzliche Netzkapazitäten bereitzustellen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Hitachi Energy will den Spannungsregler künftig im Transformatorenwerk im polnischen Lodz in Serie fertigen. Dadurch sollen größere Stückzahlen kurzfristig verfügbar sein. Nach Angaben der Projektpartner könnten allein durch die Pilotinstallation in Hopfgarten zusätzliche PV-Anlagen mit einer Leistung vergleichbar zu rund 2.750 Balkonkraftwerken an das bestehende Netz angeschlossen werden, ohne dass dafür ein konventioneller Netzausbau erforderlich wäre.

Technisch basiert der MSLR laut Thüga auf standardisierten Spezifikationen und lässt sich in bestehende Trafostationen integrieren. Zusätzliche Bauarbeiten seien dafür nicht notwendig. Das Gerät habe in Vorserientests zudem eine hohe Robustheit gezeigt und unterscheide sich in der Handhabung kaum von konventionellen Netzkomponenten.

Millionen Euro einsparen

Nach Einschätzung des Unternehmens kann der Einsatz solcher Spannungsregler auch wirtschaftliche Vorteile bringen. „Berechnungen für Flächenversorger in der Thüga-Gruppe ergeben, dass der Einsatz von MSLR bis 2035 bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag an Netzausbaukosten sparen kann, wenn wir diese Regler dort einsetzen, wo es sinnvoll und möglich ist“, erklärte der Thüga-Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer.

Gleichzeitig betonte Alsheimer, dass die Netzbetreiber der Thüga-Gruppe in den kommenden Jahren weiterhin Investitionen in Milliardenhöhe in ihre Stromnetze planen. Der MSLR könne den Netzausbau nicht ersetzen, sondern gezielter machen. Niedrigere Ausbaukosten könnten sich nach seinen Worten langfristig auch auf die Netzentgelte auswirken.

Thüga sieht den Spannungsregler als Baustein eines umfassenderen Netzkonzepts. Neben regelbaren Ortsnetztransformatoren, Speichern und weiteren Flexibilitätsmaßnahmen soll die Technik dazu beitragen, die steigenden Mengen erneuerbarer Energien in die Verteilnetze zu integrieren. Nach Angaben des Unternehmens soll der MSLR insbesondere dort zum Einsatz kommen, wo kurzfristig zusätzliche Netzkapazitäten benötigt werden.

Mittwoch, 1.07.2026, 11:13 Uhr
Susanne Harmsen
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Thüga-Pilotprojekt soll Verteilnetze entlasten
Die Thüga-Gruppe hat mit zwei Partnern in Thüringen einen Mittelspannungsregler getestet, der bestehende Stromnetze für mehr PV-Einspeisung nutzbar machen soll.
Ein Pilotprojekt im thüringischen Hopfgarten bei Weimar soll zeigen, wie sich die Aufnahmekapazität bestehender Stromverteilnetze für Photovoltaik (PV) erhöhen lässt, ohne sofort neue Leitungen zu bauen. Nach Angaben der Thüga Aktiengesellschaft kommt dort erstmals weltweit ein Kompakt-Mittelspannungs-Längsregler (MSLR) zum Einsatz. Das Unternehmen entwickelte die Technik gemeinsam mit der TEN Thüringer Energienetze aus Erfurt, und dem Energie- und Elektrotechnikunternehmen Hitachi Energy.

Der MSLR greift in die Spannungsregelung des Mittelspannungsnetzes ein. Dadurch soll sich die vorhandene Infrastruktur besser ausnutzen lassen. Laut Thüga ergaben Berechnungen in einem Beispielnetz, dass sich auf diese Weise rund 260 Prozent mehr PV-Leistung integrieren lassen als bislang.

Hintergrund der Entwicklung sind Engpässe in vielen Verteilnetzen. Vor allem der Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Hausdächern führt nach Angaben des Unternehmens dazu, dass Netzbetreiber neue Einspeiseanlagen teilweise nicht mehr anschließen können. Im Netzgebiet der TEN seien derzeit 17 Mittelspannungsbereiche vollständig ausgelastet. Zusätzliche PV-Anlagen könnten dort derzeit nicht mehr einspeisen.

Hilfe für Thüga-Mitglieder

Laut dem Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserversorger stehen viele Flächennetzbetreiber innerhalb der Unternehmensgruppe vor vergleichbaren Herausforderungen. Der MSLR soll deshalb eine Möglichkeit bieten, kurzfristig zusätzliche Netzkapazitäten bereitzustellen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen.

Hitachi Energy will den Spannungsregler künftig im Transformatorenwerk im polnischen Lodz in Serie fertigen. Dadurch sollen größere Stückzahlen kurzfristig verfügbar sein. Nach Angaben der Projektpartner könnten allein durch die Pilotinstallation in Hopfgarten zusätzliche PV-Anlagen mit einer Leistung vergleichbar zu rund 2.750 Balkonkraftwerken an das bestehende Netz angeschlossen werden, ohne dass dafür ein konventioneller Netzausbau erforderlich wäre.

Technisch basiert der MSLR laut Thüga auf standardisierten Spezifikationen und lässt sich in bestehende Trafostationen integrieren. Zusätzliche Bauarbeiten seien dafür nicht notwendig. Das Gerät habe in Vorserientests zudem eine hohe Robustheit gezeigt und unterscheide sich in der Handhabung kaum von konventionellen Netzkomponenten.

Millionen Euro einsparen

Nach Einschätzung des Unternehmens kann der Einsatz solcher Spannungsregler auch wirtschaftliche Vorteile bringen. „Berechnungen für Flächenversorger in der Thüga-Gruppe ergeben, dass der Einsatz von MSLR bis 2035 bei einzelnen Netzbetreibern einen dreistelligen Millionenbetrag an Netzausbaukosten sparen kann, wenn wir diese Regler dort einsetzen, wo es sinnvoll und möglich ist“, erklärte der Thüga-Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer.

Gleichzeitig betonte Alsheimer, dass die Netzbetreiber der Thüga-Gruppe in den kommenden Jahren weiterhin Investitionen in Milliardenhöhe in ihre Stromnetze planen. Der MSLR könne den Netzausbau nicht ersetzen, sondern gezielter machen. Niedrigere Ausbaukosten könnten sich nach seinen Worten langfristig auch auf die Netzentgelte auswirken.

Thüga sieht den Spannungsregler als Baustein eines umfassenderen Netzkonzepts. Neben regelbaren Ortsnetztransformatoren, Speichern und weiteren Flexibilitätsmaßnahmen soll die Technik dazu beitragen, die steigenden Mengen erneuerbarer Energien in die Verteilnetze zu integrieren. Nach Angaben des Unternehmens soll der MSLR insbesondere dort zum Einsatz kommen, wo kurzfristig zusätzliche Netzkapazitäten benötigt werden.

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Susanne Harmsen

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