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Ab 2028 bezieht DB Energie zehn Jahre lang Solarstrom aus Brandenburg. Ein Batteriespeicher soll die Lieferungen besser an den Strombedarf anpassen.
Der norwegische Energiekonzern Statkraft und der Bahnstromversorger DB Energie GmbH haben einen Stromliefervertrag über zehn Jahre abgeschlossen. Wie die Unternehmen am 27. Oktober mitteilten, soll Statkraft die Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn ab Januar 2028 mit jährlich rund 114 Millionen kWh Solarstrom beliefern. Die Vereinbarung umfasst auch die Nutzung eines Batteriespeichers. Mit seiner Hilfe sollen sich die Stromlieferungen bei Bedarf zeitlich verschieben lassen.
Der Strom stammt aus einer Photovoltaikanlage im brandenburgischen Harnekop mit einer Leistung von 107 MW. Zu dem Projekt gehört ein Batteriespeicher mit 35 MW Leistung und einer Speicherdauer von vier Stunden. Daraus ergibt sich laut der gemeinsamen Mitteilung eine rechnerische Speicherkapazität von 140 MWh. Der Projektentwickler Sunovis entwickelt und betreibt die Anlage.
Bei der Vereinbarung handelt es sich um einen Hybrid-PPA (Power Purchase Agreement), also einen langfristigen Stromabnahmevertrag, der die Solarstromerzeugung mit der Nutzung eines Batteriespeichers verbindet. Der Speicher wird ausschließlich mit Strom aus der zugehörigen Photovoltaikanlage geladen. Er nimmt einen Teil der Erzeugung in sonnenreichen Stunden auf und gibt die Energie zu einem späteren Zeitpunkt wieder ab. Damit lassen sich die Stromlieferungen besser auf den Beschaffungsbedarf von DB Energie abstimmen. Zum Lieferumfang gehören auch die entsprechenden Herkunftsnachweise.
Statkraft nutzt Speicher für den Stromhandel
Eine Besonderheit des Vertrags liegt in der Aufteilung der verfügbaren Speicherflexibilität. DB Energie erhält Zugriff auf die Kapazitäten, die das Unternehmen benötigt, um seine Strombeschaffung am Day-Ahead-Markt zu optimieren. Die übrige Flexibilität vermarktet Statkraft eigenständig am untertägigen Intraday-Markt und künftig auch am Regelenergiemarkt.
Durch diese Aufteilung muss DB Energie weder die gesamte Speicherkapazität für sich beanspruchen noch deren vollständige Vermarktung übernehmen. Gleichzeitig kann Statkraft zusätzliche Erlöse aus dem Speicherbetrieb erzielen.
Patrick Koch, Head of German Origination bei Statkraft, sieht darin einen wirtschaftlichen Vorteil für beide Vertragsseiten. DB Energie könne die benötigte Day-Ahead-Flexibilität nutzen, ohne für die gesamte Speichervermarktung aufkommen zu müssen. Für das Solar- und Speicherprojekt eröffne die Kombination aus langfristiger Stromabnahme und zusätzlicher Vermarktung weitere Erlösmöglichkeiten.
Nach Kochs Angaben trägt dieses Modell auch zur Finanzierbarkeit der Anlage bei. Die langfristige Vermarktungsvereinbarung schaffe planbare Einnahmen, während die Nutzung verschiedener Strommärkte zusätzliche Erlöspotenziale erschließe.
DB Energie mit Sitz in Frankfurt am Main versorgt Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland mit Energie und betreibt unter anderem das rund 7.900 Kilometer lange Bahnstromnetz mit einer Frequenz von 16,7 Hertz. Nach Unternehmensangaben stammen derzeit 71,6 Prozent des DB-Bahnstroms aus erneuerbaren Energien. (ds)
Dienstag, 27.10.2026, 13:48 Uhr
Davina Spohn
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