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Energie & Management > Klimaschutz - Spatenstich für Fernwärmeprojekt Görlitz-Zgorzelec
Quelle: Fotolia / bluedesign
Klimaschutz

Spatenstich für Fernwärmeprojekt Görlitz-Zgorzelec

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in Görlitz den Bau des deutsch-polnischen Fernwärmeprojekts United Heat gestartet. Es soll bis 2030 klimaneutrale Wärme liefern.
Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Bau des grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekts „United Heat“ in Görlitz begonnen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nahm an der Veranstaltung teil. Das Vorhaben verbindet die Wärmenetze der sächsischen Stadt Görlitz und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec und soll laut Projektpartnern bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Träger des Projekts sind die Stadtwerke Görlitz AG, ein kommunales Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Görlitz, sowie der polnische Fernwärmeversorger SEC Zgorzelec. Beide Unternehmen planen, ihre bislang getrennten Netze miteinander zu koppeln und die Wärmeversorgung auf eine gemeinsame Infrastruktur umzustellen.

Der aktuelle Bauabschnitt umfasst eine rund 3,8 Kilometer lange Leitung, die künftig die Versorgungsgebiete in Görlitz-Königshufen und Zgorzelec verbindet. Insgesamt sollen etwa zwölf Kilometer Leitungen entstehen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das erste klimaneutrale, grenzüberschreitende Fernwärmenetz zwischen Deutschland und Polen.
 
Verlauf der Fernwärmeleitungen im Projekt Görlitz-Zgorzelec.
(zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: United Heat

Cross-Border-Pilot

Reiche betonte laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das Projekt zeige, wie Kommunen länderübergreifend zusammenarbeiten können. Die Bundesregierung unterstützt die Investitionen auf deutscher Seite mit 81,6 Millionen Euro. Ziel ist es, eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung zu schaffen und gleichzeitig die Energiesicherheit zu stärken.

Das Projekt wurde bereits 2020 initiiert und erhielt 2022 den Status eines Cross-Border Renewable Energy-Projekts im Rahmen der Connecting Europe Facility der Europäischen Union. Laut BMWE gehört es damit zu drei Vorhaben dieser Art in Europa. Zusätzlich stellt die EU rund 38 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Insgesamt belaufen sich die Investitionen nach Angaben der Beteiligten auf etwa 200 Millionen Euro.

Politisch wird das Vorhaben auf mehreren Ebenen begleitet. Das BMWE unterzeichnete 2024 eine Absichtserklärung mit dem polnischen Wirtschaftsministerium und 2026 eine weitere mit dem polnischen Energieministerium. Seit 2023 unterstützt zudem die Deutsche Energieagentur (Dena) das Projekt über die Deutsch-Polnische Energieplattform.

Energiemix geplant

Nach Angaben der Projektpartner soll die Wärme künftig aus einem Mix verschiedener erneuerbarer Quellen erzeugt werden. Dazu zählen Biomasse, Wärmepumpen, Solarthermie sowie Abwärme. Ein Teil der Wärme soll etwa aus dem Berzdorfer See und aus gereinigtem Abwasser gewonnen werden. Insgesamt könnten so bis zu 50.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.

Neben klimapolitischen Effekten erwarten die Beteiligten auch wirtschaftliche Vorteile. Laut Projektangaben lassen sich durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Investition und Betrieb mehr als sechs Millionen Euro einsparen. Zudem könne der Energiepreis um knapp acht Prozent unter dem einer rein nationalen Lösung liegen.

Teil des Kohleausstiegs

Im Anschluss an den Spatenstich traf Reiche Vertreter der polnischen Regierung sowie regionale Akteure, darunter Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Vertreter der Woiwodschaft Niederschlesien. Im Mittelpunkt des Austauschs stand der Strukturwandel in den Kohleregionen. Deutschland hält an dem Ziel fest, den Kohleausstieg bis 2038 umzusetzen und betroffene Regionen zu unterstützen.

Das Projekt „United Heat“ gilt aus Sicht der Beteiligten als Beispiel für die Rolle von Grenzregionen in der Energiewende. Lokale Initiativen könnten demnach zeigen, wie europäische Zusammenarbeit auch jenseits großer Infrastrukturprojekte umgesetzt werden kann.

Mittwoch, 1.04.2026, 09:33 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Klimaschutz - Spatenstich für Fernwärmeprojekt Görlitz-Zgorzelec
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Klimaschutz
Spatenstich für Fernwärmeprojekt Görlitz-Zgorzelec
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat in Görlitz den Bau des deutsch-polnischen Fernwärmeprojekts United Heat gestartet. Es soll bis 2030 klimaneutrale Wärme liefern.
Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Bau des grenzüberschreitenden Fernwärmeprojekts „United Heat“ in Görlitz begonnen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nahm an der Veranstaltung teil. Das Vorhaben verbindet die Wärmenetze der sächsischen Stadt Görlitz und der polnischen Nachbarstadt Zgorzelec und soll laut Projektpartnern bis 2030 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden.

Träger des Projekts sind die Stadtwerke Görlitz AG, ein kommunales Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Görlitz, sowie der polnische Fernwärmeversorger SEC Zgorzelec. Beide Unternehmen planen, ihre bislang getrennten Netze miteinander zu koppeln und die Wärmeversorgung auf eine gemeinsame Infrastruktur umzustellen.

Der aktuelle Bauabschnitt umfasst eine rund 3,8 Kilometer lange Leitung, die künftig die Versorgungsgebiete in Görlitz-Königshufen und Zgorzelec verbindet. Insgesamt sollen etwa zwölf Kilometer Leitungen entstehen. Nach Angaben der Projektpartner handelt es sich um das erste klimaneutrale, grenzüberschreitende Fernwärmenetz zwischen Deutschland und Polen.
 
Verlauf der Fernwärmeleitungen im Projekt Görlitz-Zgorzelec.
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Quelle: United Heat

Cross-Border-Pilot

Reiche betonte laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), das Projekt zeige, wie Kommunen länderübergreifend zusammenarbeiten können. Die Bundesregierung unterstützt die Investitionen auf deutscher Seite mit 81,6 Millionen Euro. Ziel ist es, eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Wärmeversorgung zu schaffen und gleichzeitig die Energiesicherheit zu stärken.

Das Projekt wurde bereits 2020 initiiert und erhielt 2022 den Status eines Cross-Border Renewable Energy-Projekts im Rahmen der Connecting Europe Facility der Europäischen Union. Laut BMWE gehört es damit zu drei Vorhaben dieser Art in Europa. Zusätzlich stellt die EU rund 38 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Insgesamt belaufen sich die Investitionen nach Angaben der Beteiligten auf etwa 200 Millionen Euro.

Politisch wird das Vorhaben auf mehreren Ebenen begleitet. Das BMWE unterzeichnete 2024 eine Absichtserklärung mit dem polnischen Wirtschaftsministerium und 2026 eine weitere mit dem polnischen Energieministerium. Seit 2023 unterstützt zudem die Deutsche Energieagentur (Dena) das Projekt über die Deutsch-Polnische Energieplattform.

Energiemix geplant

Nach Angaben der Projektpartner soll die Wärme künftig aus einem Mix verschiedener erneuerbarer Quellen erzeugt werden. Dazu zählen Biomasse, Wärmepumpen, Solarthermie sowie Abwärme. Ein Teil der Wärme soll etwa aus dem Berzdorfer See und aus gereinigtem Abwasser gewonnen werden. Insgesamt könnten so bis zu 50.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart werden.

Neben klimapolitischen Effekten erwarten die Beteiligten auch wirtschaftliche Vorteile. Laut Projektangaben lassen sich durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Investition und Betrieb mehr als sechs Millionen Euro einsparen. Zudem könne der Energiepreis um knapp acht Prozent unter dem einer rein nationalen Lösung liegen.

Teil des Kohleausstiegs

Im Anschluss an den Spatenstich traf Reiche Vertreter der polnischen Regierung sowie regionale Akteure, darunter Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Vertreter der Woiwodschaft Niederschlesien. Im Mittelpunkt des Austauschs stand der Strukturwandel in den Kohleregionen. Deutschland hält an dem Ziel fest, den Kohleausstieg bis 2038 umzusetzen und betroffene Regionen zu unterstützen.

Das Projekt „United Heat“ gilt aus Sicht der Beteiligten als Beispiel für die Rolle von Grenzregionen in der Energiewende. Lokale Initiativen könnten demnach zeigen, wie europäische Zusammenarbeit auch jenseits großer Infrastrukturprojekte umgesetzt werden kann.

Mittwoch, 1.04.2026, 09:33 Uhr
Susanne Harmsen

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