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Umweltschützer und Anwohner lehnen ein 450 Millionen Euro teures Projekt in Suhindol (Bulgarien) ab, bei dem ein 500-MW-Solarpark mit 1-GWh-Batteriespeicher entstehen soll.
Die Gegner des Projektes argumentieren, dass der Investor 11 Prozent der Ackerfläche und 40 Prozent der Weideflächen in der Gemeinde im nördlichen Zentrum Bulgariens beanspruchen würde, berichtet der Nachrichtenpodcast „OstInsiderDaily“ unter Berufung auf lokale Medien.
Das Unternehmen Wabi-Sabi Alpha versprach, Umweltschutzmaßnahmen und ein Gemeinschaftsprogramm durchzuführen. Nach Beschwerden von Umweltschutzgruppen hob das Verwaltungsgericht in Veliko Tarnovo die Genehmigung für Vorarbeiten an einem Hybridkraftwerk auf einer Fläche von 945 Hektar in Suhindol in Bulgarien auf. Wabi-Sabi Alpha gehört zu der österreichischen Green-Source-Gruppe. Zwei Wochen zuvor hatte das Unternehmen grünes Licht von der Regionalinspektion für Umwelt und Wasser in Veliko Tarnovo erhalten.
Über seine Projektfirma beabsichtigt das Unternehmen laut der bulgarischen Wirtschaftszeitung Kapital den Bau eines Solarparks mit einer Spitzenleistung von 500 MW und Energiespeicher. Die Batterien würden eine Betriebsleistung von 250 MW und eine Kapazität von 1 Million kWh haben. Es wäre die größte Photovoltaikanlage in Bulgarien, allerdings aufgeteilt in fünf Einheiten. Diese würden über eine 400-kV-Umspannstation an das Übertragungsnetz angeschlossen. Das Unternehmen pachtete für die Investition, deren Kosten auf 450 Millionen Euro geschätzt werden, kommunales Land für 36 Jahre.
Kritiker: Rodung vor Abschluss der erforderlichen Verfahren
Umweltschützer wie die Bulgarische Gesellschaft für Vogelschutz (BSPB oder BDZP) und die Einwohner der kleinen Gemeinde argumentierten, dass das Unternehmen mit dem Fällen von Bäumen und Sträuchern begonnen habe, bevor die erforderlichen Verfahren abgeschlossen waren. Das Hybridkraftwerk würde 30 Prozent der ausgewiesenen Fläche einnehmen, die aus mehreren getrennten Parzellen besteht. Diese würde jedoch vollständig in Industriegebiet umgewandelt werden.
Einige der Gegner äußerten auch Bedenken hinsichtlich der Lebensräume wildlebender Tiere, Schutzgebiete und Arten sowie archäologischer Stätten. Sie behaupten, dass das Umweltprüfungsverfahren auf eine Formalität reduziert worden sei. Auf der anderen Seite bot das Unternehmen ein Gemeinschaftsprogramm sowie einige freiwillige Verpflichtungen an, die über die von der Umweltbehörde angeordneten Maßnahmen hinausgingen. Wabi-Sabi Alpha würde die betroffenen Landwirte entschädigen. Es erklärte, dass es die Stromkosten für mehrere kommunale Gebäude sowie für die Straßenbeleuchtung, die es ersetzen würde, übernehmen würde. Das Unternehmen versprach unter anderem, den örtlichen Fußballverein zu sponsern.
Die Green-Source-Gruppe ist auch in Rumänien, Kroatien, Serbien, Ungarn, der Slowakei und der Tschechischen Republik aktiv. Es hat Wabi-Sabi Alpha zusammen mit der LSG Group und Core Value Capital gegründet. Bürger und Aktivisten in Bulgarien haben in den letzten Jahren gegen mehrere Großprojekte im Bereich der erneuerbaren Energien gekämpft.
Montag, 16.02.2026, 11:04 Uhr
Martin Klingsporn
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