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Energie & Management > Geothermie - Potsdam und Geoforscher erkunden Tiefengrundwasser
Vertreter und Projektverantwortliche von EWP und GFZ. Quelle: EWP Potsdam
Geothermie

Potsdam und Geoforscher erkunden Tiefengrundwasser

Die Energie und Wasser Potsdam und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben einen Projektvertrag geschlossen. Weitere Standorte sollen geothermisch erschlossen werden.
Das erste Projekt steht, nun sollen weitere Standorte für die Nutzung hydrothermaler Geothermie gefunden werden. Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben dazu einen Projektvertrag unterzeichnet. Die Zusammenarbeit ist nach Angabe der EWP bis 2029 angelegt. Und sie ist Teil des Programms „Wärme mit Geothermie“ im Rahmen dieser bilateralen Kooperation.

Ziel der Zusammenarbeit sei die systematische Erschließung geothermischer Potenziale und deren langfristige Einbindung in das Potsdamer Wärmenetz, heißt es. Das GFZ übernehme wissenschaftliche Aufgaben bei Exploration, Reservoirerschließung, Bewirtschaftung und Monitoring. Die EWP verantworte die Gesamtplanung, Investitionen, technische Umsetzung sowie die Integration der Anlagen in das Wärmenetz, teilt der kommunale Versorger mit. 65 Prozent der EWP gehören den Stadtwerken Potsdam, 35 Prozent hält der Netzbetreiber Edis, an dem Eon eine Mehrheit hält.

Drei Jahre ist es her, dass die EWP die erste Tiefengeothermie-Bohrung abgeteuft hatte. Das hydrothermale Vorkommen befindet sich in rund 2.000 Meter Tiefe. Die Geothermie-Anlage soll einmal mehr als 4 MW Leistung für das Wärmenetz bringen. Etwa 20 Millionen Euro hatte die EWP nach eigenen Angaben für das Pilotprojekt in die Hand genommen. „Wir haben mit unserem ersten großen Geothermie-Projekt an der Heinrich-Mann-Allee bereits eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Nutzung von Erdwärme in Potsdam steckt“, wird Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP, zitiert.

Insgesamt 8 Geothermieprojekte

Im Juli vergangenen Jahres hatte die EWP sich frisches Kapital für die Wärmewende gesichert. Der Versorger schloss Kreditverträge mit einem Bankenkonsortium ab. Zuvor hatte der Aufsichtsrat die Aufnahme von Krediten in Höhe von insgesamt 375 Millionen Euro genehmigt. Mit dem Geld sei die Umsetzung zentraler Projekte der Wärmewende bis 2030 gesichert, hieß es damals. Die Kredite sollen nicht auf einmal abgerufen werden, sondern in Tranchen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg bis zur Inbetriebnahme.

Nach Einschätzung des GFZ bietet die Geologie der Region günstige Voraussetzungen für die Nutzung hydrothermaler Geothermie. Projektleiter Professor Ingo Sass verweist auf mehrere potenzielle Reservoirhorizonte im Norddeutschen Becken. „In Potsdam könnten erstmalig mehrere Reservoirhorizonte erschlossen und genutzt werden“, so Sass.

Die EWP plant dem Vernehmen nach insgesamt acht Tiefengeothermie-Projekte. Diese sollen einen Beitrag zur schrittweisen Ablösung des seit 1995 betriebenen Heizkraftwerks leisten. Nach Angaben des Unternehmens sollen künftig mehrere dezentrale Erzeugungsanlagen die Wärmeversorgung übernehmen. Neben Tiefengeothermie sind dabei auch Flusswasserwärme, Blockheizkraftwerke sowie Power-to-Heat-Anlagen vorgesehen.

Freitag, 19.06.2026, 15:00 Uhr
Manfred Fischer
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Die Energie und Wasser Potsdam und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben einen Projektvertrag geschlossen. Weitere Standorte sollen geothermisch erschlossen werden.
Das erste Projekt steht, nun sollen weitere Standorte für die Nutzung hydrothermaler Geothermie gefunden werden. Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) und das GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung haben dazu einen Projektvertrag unterzeichnet. Die Zusammenarbeit ist nach Angabe der EWP bis 2029 angelegt. Und sie ist Teil des Programms „Wärme mit Geothermie“ im Rahmen dieser bilateralen Kooperation.

Ziel der Zusammenarbeit sei die systematische Erschließung geothermischer Potenziale und deren langfristige Einbindung in das Potsdamer Wärmenetz, heißt es. Das GFZ übernehme wissenschaftliche Aufgaben bei Exploration, Reservoirerschließung, Bewirtschaftung und Monitoring. Die EWP verantworte die Gesamtplanung, Investitionen, technische Umsetzung sowie die Integration der Anlagen in das Wärmenetz, teilt der kommunale Versorger mit. 65 Prozent der EWP gehören den Stadtwerken Potsdam, 35 Prozent hält der Netzbetreiber Edis, an dem Eon eine Mehrheit hält.

Drei Jahre ist es her, dass die EWP die erste Tiefengeothermie-Bohrung abgeteuft hatte. Das hydrothermale Vorkommen befindet sich in rund 2.000 Meter Tiefe. Die Geothermie-Anlage soll einmal mehr als 4 MW Leistung für das Wärmenetz bringen. Etwa 20 Millionen Euro hatte die EWP nach eigenen Angaben für das Pilotprojekt in die Hand genommen. „Wir haben mit unserem ersten großen Geothermie-Projekt an der Heinrich-Mann-Allee bereits eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Nutzung von Erdwärme in Potsdam steckt“, wird Carsten Schulte, technischer Geschäftsführer der EWP, zitiert.

Insgesamt 8 Geothermieprojekte

Im Juli vergangenen Jahres hatte die EWP sich frisches Kapital für die Wärmewende gesichert. Der Versorger schloss Kreditverträge mit einem Bankenkonsortium ab. Zuvor hatte der Aufsichtsrat die Aufnahme von Krediten in Höhe von insgesamt 375 Millionen Euro genehmigt. Mit dem Geld sei die Umsetzung zentraler Projekte der Wärmewende bis 2030 gesichert, hieß es damals. Die Kredite sollen nicht auf einmal abgerufen werden, sondern in Tranchen über die gesamte Projektlaufzeit hinweg bis zur Inbetriebnahme.

Nach Einschätzung des GFZ bietet die Geologie der Region günstige Voraussetzungen für die Nutzung hydrothermaler Geothermie. Projektleiter Professor Ingo Sass verweist auf mehrere potenzielle Reservoirhorizonte im Norddeutschen Becken. „In Potsdam könnten erstmalig mehrere Reservoirhorizonte erschlossen und genutzt werden“, so Sass.

Die EWP plant dem Vernehmen nach insgesamt acht Tiefengeothermie-Projekte. Diese sollen einen Beitrag zur schrittweisen Ablösung des seit 1995 betriebenen Heizkraftwerks leisten. Nach Angaben des Unternehmens sollen künftig mehrere dezentrale Erzeugungsanlagen die Wärmeversorgung übernehmen. Neben Tiefengeothermie sind dabei auch Flusswasserwärme, Blockheizkraftwerke sowie Power-to-Heat-Anlagen vorgesehen.

Freitag, 19.06.2026, 15:00 Uhr
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