E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Windkraft - Öl von havarierter Windturbine sickert ins Erdreich
Das Maschinenhaus der havarierten Havixbecker Anlage verliert Öl. Quelle: Volker Stephan
Windkraft

Öl von havarierter Windturbine sickert ins Erdreich

Im Rheinischen Revier hängt ein gebrochenes Rotorblatt am stahl-seidenen Faden, und auch an einer havarierten Havixbecker Anlage ist Turbinen-Hersteller Nordex weiter gefordert.
Zwei ungeklärte Schäden beschäftigen den Turbinen-Hersteller Nordex aktuell in Nordrhein-Westfalen. Während der geknickte Rotor an einer Windkraftanlage im rheinischen Bedburg nahe der A 44 noch sehr frisch ist (wir berichteten), kommt die Ursachenforschung im westfälischen Havixbeck allmählich voran.

Im Ortsteil Hohenholte war Ende Oktober gleich die ganze Gondel, das Maschinenhaus samt Rotoren, einer N149 aus rund 125 Metern Höhe auf die Erde gestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber neben der Maschine selbst auch das Erdreich. Wie ein Sprecher von Nordex auf Anfrage dieser Redaktion erklärt, sei aus dem demolierten Maschinenhaus Öl ausgetreten. Dies habe der beauftragte Bodengutachter festgestellt.

Nordex arbeite seitdem „mit Hochdruck an der fachgerechten Beseitigung des ausgetretenen Öls“, so der Nordex-Sprecher weiter. Nach wie vor ist das Unternehmen mit dieser Aufgabe befasst, begleitet durch den Gutachter. Damit wollen die Beteiligten die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt im Blick behalten. Das austretende Öl hat es offenbar bisher verhindert, die Trümmer von der landwirtschaftlich genutzten Fläche komplett entfernen zu können.
 
Im Windpark Herkentrup ist eine der drei Nordex-Anlagen kopflos. Die daneben liegenden Trümmer sind noch nicht entfernt
Quelle: Volker Stephan

„Nehmen den Vorfall sehr ernst“

„Wir nehmen den Vorfall sehr ernst, stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und stellen sicher, dass alle gesetzlichen Umweltauflagen eingehalten werden und auch die Vorgaben des Bodengutachters erfüllt werden“, so der Sprecher. Im betreffenden „Windpark Herkentrup“ mit insgesamt drei baugleichen Anlagen hatte Nordex auf behördliche Anweisung vorsichtshalber auch die anderen Maschinen vom Netz genommen.

Hatte Nordex direkt nach dem Vorfall auf „erste optische Auswertungen“ der Unglücksstelle verwiesen, fußt die Ursachenforschung inzwischen auf belastbareren Analysen. Der Nordex-Sprecher bezieht sich nun auf „ausgewertete Betriebsdaten der havarierten Windturbine“. Sie sollen zeigen, dass die Anlage sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Normalbetrieb befand. Eine Fehlfunktion der Anlagensteuerung, der Software oder des elektrischen Systems lasse sich nicht feststellen.

Vielmehr verdichteten sich laut Sprecher die Anzeichen, dass „eine Kombination aus Installations- und Qualitätsabweichungen an einem Turmflansch“ der Anlage den Absturz ausgelöst hat. Einen Zusammenhang mit dem Turbinendesign sieht Nordex nicht. Damit läge die Verantwortung vermutlich beim Turmbauer, einem Zulieferer des Hamburger Unternehmens, und gegebenenfalls den Monteuren. Nordex selbst fertige keine Stahlrohrtürme, so der Sprecher.

Die Havarie aus dem Münsterland hatte neben den örtlichen Behörden auch das Land NRW auf den Plan gerufen. Sämtliche Landkreise hatten in der Folge vom Umweltministerium einen Hinweis über den Vorfall erhalten. Ziel war es, die Betreiber der etwa 100 baugleichen Anlagen in NRW für die Problematik zu sensibilisieren.

Freitag, 9.01.2026, 12:00 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Windkraft - Öl von havarierter Windturbine sickert ins Erdreich
Das Maschinenhaus der havarierten Havixbecker Anlage verliert Öl. Quelle: Volker Stephan
Windkraft
Öl von havarierter Windturbine sickert ins Erdreich
Im Rheinischen Revier hängt ein gebrochenes Rotorblatt am stahl-seidenen Faden, und auch an einer havarierten Havixbecker Anlage ist Turbinen-Hersteller Nordex weiter gefordert.
Zwei ungeklärte Schäden beschäftigen den Turbinen-Hersteller Nordex aktuell in Nordrhein-Westfalen. Während der geknickte Rotor an einer Windkraftanlage im rheinischen Bedburg nahe der A 44 noch sehr frisch ist (wir berichteten), kommt die Ursachenforschung im westfälischen Havixbeck allmählich voran.

Im Ortsteil Hohenholte war Ende Oktober gleich die ganze Gondel, das Maschinenhaus samt Rotoren, einer N149 aus rund 125 Metern Höhe auf die Erde gestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden, aber neben der Maschine selbst auch das Erdreich. Wie ein Sprecher von Nordex auf Anfrage dieser Redaktion erklärt, sei aus dem demolierten Maschinenhaus Öl ausgetreten. Dies habe der beauftragte Bodengutachter festgestellt.

Nordex arbeite seitdem „mit Hochdruck an der fachgerechten Beseitigung des ausgetretenen Öls“, so der Nordex-Sprecher weiter. Nach wie vor ist das Unternehmen mit dieser Aufgabe befasst, begleitet durch den Gutachter. Damit wollen die Beteiligten die möglichen Auswirkungen auf die Umwelt im Blick behalten. Das austretende Öl hat es offenbar bisher verhindert, die Trümmer von der landwirtschaftlich genutzten Fläche komplett entfernen zu können.
 
Im Windpark Herkentrup ist eine der drei Nordex-Anlagen kopflos. Die daneben liegenden Trümmer sind noch nicht entfernt
Quelle: Volker Stephan

„Nehmen den Vorfall sehr ernst“

„Wir nehmen den Vorfall sehr ernst, stehen in engem Austausch mit den zuständigen Behörden und stellen sicher, dass alle gesetzlichen Umweltauflagen eingehalten werden und auch die Vorgaben des Bodengutachters erfüllt werden“, so der Sprecher. Im betreffenden „Windpark Herkentrup“ mit insgesamt drei baugleichen Anlagen hatte Nordex auf behördliche Anweisung vorsichtshalber auch die anderen Maschinen vom Netz genommen.

Hatte Nordex direkt nach dem Vorfall auf „erste optische Auswertungen“ der Unglücksstelle verwiesen, fußt die Ursachenforschung inzwischen auf belastbareren Analysen. Der Nordex-Sprecher bezieht sich nun auf „ausgewertete Betriebsdaten der havarierten Windturbine“. Sie sollen zeigen, dass die Anlage sich zum Zeitpunkt des Unfalls im Normalbetrieb befand. Eine Fehlfunktion der Anlagensteuerung, der Software oder des elektrischen Systems lasse sich nicht feststellen.

Vielmehr verdichteten sich laut Sprecher die Anzeichen, dass „eine Kombination aus Installations- und Qualitätsabweichungen an einem Turmflansch“ der Anlage den Absturz ausgelöst hat. Einen Zusammenhang mit dem Turbinendesign sieht Nordex nicht. Damit läge die Verantwortung vermutlich beim Turmbauer, einem Zulieferer des Hamburger Unternehmens, und gegebenenfalls den Monteuren. Nordex selbst fertige keine Stahlrohrtürme, so der Sprecher.

Die Havarie aus dem Münsterland hatte neben den örtlichen Behörden auch das Land NRW auf den Plan gerufen. Sämtliche Landkreise hatten in der Folge vom Umweltministerium einen Hinweis über den Vorfall erhalten. Ziel war es, die Betreiber der etwa 100 baugleichen Anlagen in NRW für die Problematik zu sensibilisieren.

Freitag, 9.01.2026, 12:00 Uhr
Volker Stephan

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.