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EVN investiert Milliarden in Stromnetze, Speicher und erneuerbare Energien. Auch beim Gewinn kann der österreichische Energiekonzern deutlich zulegen.
Ein neuer Windpark in der niederösterreichischen Gemeinde Gnadendorf-Stronsdorf zeigt die Richtung an: Sieben Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 28,8 MW erweitern aktuell das Erzeugungsportfolio des Energie- und Infrastrukturdienstleisters EVN. Der in Niederösterreich, Bulgarien und Nordmazedonien tätige Energiekonzern will jährlich rund eine Milliarde Euro in den Ausbau seiner Infrastruktur und in die erneuerbaren Energien stecken.
Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung und Erweiterung der Stromnetze, der Aufbau von Großbatteriespeichern sowie zusätzliche Kapazitäten bei Wind- und Solarenergie. Damit reagiere man auf die steigenden Anforderungen einer zunehmend dezentralen Energieversorgung und auf die politischen Rahmenbedingungen der europäischen Energiewende, wie es in einer Unternehmensmitteilung heißt.
Netzausbau als Fundament der Transformation
Den größten Teil der Investitionen lenkt EVN in den Ausbau der Stromnetze. Rund 80 Prozent der Mittel fließen nach Niederösterreich, wo bis 2034 zusätzlich zu den bestehenden 90 Umspannwerken weitere 55 errichtet werden sollen. Damit und mit der Modernisierung der Netze sollen die zunehmenden Lastschwankungen aus der Einspeisung erneuerbarer Energien effizient bewältigt werden. Hinzu kommen Speichertechnologien, Digitalisierung und Anwendungen künstlicher Intelligenz.
Bis 2030 soll die installierte Batteriespeicherleistung von derzeit 12 MW auf 300 MW anwachsen. Auch bei den erneuerbaren Energien verfolgt EVN ehrgeizige Ausbauziele. Bis 2030 sollen die Windkraftkapazitäten von 561 MW auf 770 MW steigen. Parallel ist vorgesehen, die Photovoltaikleistung von 120 MW auf 300 MW auszubauen. Jeweils rund zehn Prozent der gesamten Investitionen entfallen auf erneuerbare Stromerzeugung sowie die Fernwärmeversorgung.
Die strategische Ausrichtung spiegelt sich auch in der aktuellen Geschäftsentwicklung wider. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 erhöhte sich der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,73 auf 1,79 Milliarden Euro. Das Ebitda legte um 7,9 Prozent auf 553,3 Millionen Euro zu, der Konzerngewinn stieg um 24,7 Prozent auf 312,4 Millionen Euro. Wesentliche Impulse kamen aus regulatorischen Preiseffekten im Netzgeschäft, operativen Verbesserungen im Energievertrieb sowie positiven Einmaleffekten, so der Konzern.
Im internationalen Geschäft gewinnen Bulgarien und Nordmazedonien weiter an Bedeutung. Etwa 15 Prozent der geplanten Investitionen fließen nach EVN-Angaben in diese beiden Märkte, wo mittlerweile rund die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet wird.
Als zusätzliche Ertragspfeiler gelten die Beteiligungen am Wettbewerber Verbund, einem der europaweit größten Wasserkraftstromerzeuger, an der Burgenland Holding, die wiederum am größten Windenergieproduzenten in Österreich beteiligt ist, sowie am Gasspeicherbetreiber RAG Austria.
Mittwoch, 1.07.2026, 09:58 Uhr
Günter Drewnitzky
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