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Energie & Management > Wirtschaft - Institute senken Konjunkturprognose deutlich
Quelle: Fotolia / THesIMPLIFY
Wirtschaft

Institute senken Konjunkturprognose deutlich

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren ihre Prognose für Deutschland nach unten. Der Iran-Krieg verteuere Energie, bremse das Wachstum und treibe die Inflation.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das Jahr 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent. Laut der Gemeinschaftsdiagnose, an der unter anderem das Ifo-Institut und das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beteiligt sind, fällt die Prognose damit deutlich schwächer aus als noch im Herbst 2025. Damals hatten die Institute mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Für 2027 gehen sie nun von einem Wachstum von 0,9 Prozent aus.

Als zentralen Grund nennen die Institute den Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Dieser habe die wirtschaftliche Erholung gebremst, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin. Gleichzeitig stütze eine expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindere einen stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Die Institutsvertreter sprachen bei ihrer Präsentation von einem „Energiepreisschock“, der die Konjunktur in einer Phase treffe, in der sich nach mehreren schwachen Jahren eine Erholung abzeichnete. Auslöser sei insbesondere die weitgehende Blockade der Straße von Hormus, die zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und Gas geführt hat.

Höhere Inflation

Neben dem schwächeren Wachstum erwarten die Institute eine höhere Inflation. Für 2026 prognostizieren sie eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent, für 2027 von 2,9 Prozent. Noch im Herbst waren sie von niedrigeren Werten ausgegangen. Der Anstieg der Energiepreise wirke sich laut Prognose auch auf andere Bereiche aus, etwa auf Nahrungsmittel über teurere Düngemittel sowie auf Produktions- und Transportkosten. Dies belaste den privaten Konsum.

Aktuelle Daten bestätigen den Trend: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im März bei 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Besonders stark verteuerte sich Energie. Am Arbeitsmarkt rechnen die Institute mit einer verzögerten Erholung. Die Arbeitslosenquote dürfte im laufenden Jahr leicht auf 6,4 Prozent steigen. Erst 2027 sei mit einer moderaten Verbesserung zu rechnen, wenn sich die Konjunktur stabilisiere und Unternehmen wieder mehr Personal einstellten.

Strukturelle Schwächen

Die wirtschaftlichen Probleme sehen die Institute nicht nur konjunkturell bedingt. Sie verweisen auf strukturelle Schwächen wie eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, hohe Energiepreise, demografische Effekte sowie bürokratische Belastungen. Auch handelspolitische Spannungen, insbesondere durch US-Zölle, dämpften die Exportentwicklung.

Zugleich wirkt die Finanzpolitik stabilisierend. Staatliche Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz stützen laut Gemeinschaftsdiagnose die Nachfrage. Allerdings steigen dadurch die öffentlichen Defizite: Für 2026 rechnen die Institute mit einem Fehlbetrag von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, für 2027 mit 4,2 Prozent.

Die Bundesregierung dürfte ihre eigene Wachstumsprognose ebenfalls nach unten anpassen. Bislang geht sie von einem Plus von 1,0 Prozent für 2026 aus. Die aktualisierte Frühjahrsprojektion soll laut Bundeswirtschaftsministerium am 22. April vorgelegt werden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, der Konflikt im Nahen Osten erhöhe den Reformdruck. Die schwächeren Wachstumsaussichten machten es notwendig, strukturelle Defizite anzugehen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu zählen aus Sicht der Institute unter anderem Reformen der sozialen Sicherungssysteme, Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsangebots sowie eine Entlastung von Bürokratie.

Mittwoch, 1.04.2026, 13:23 Uhr
Susanne Harmsen
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Institute senken Konjunkturprognose deutlich
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute korrigieren ihre Prognose für Deutschland nach unten. Der Iran-Krieg verteuere Energie, bremse das Wachstum und treibe die Inflation.
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten für das Jahr 2026 nur noch ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent. Laut der Gemeinschaftsdiagnose, an der unter anderem das Ifo-Institut und das Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beteiligt sind, fällt die Prognose damit deutlich schwächer aus als noch im Herbst 2025. Damals hatten die Institute mit einem Plus von 1,3 Prozent gerechnet. Für 2027 gehen sie nun von einem Wachstum von 0,9 Prozent aus.

Als zentralen Grund nennen die Institute den Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Dieser habe die wirtschaftliche Erholung gebremst, erklärte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin. Gleichzeitig stütze eine expansive Fiskalpolitik die Binnenwirtschaft und verhindere einen stärkeren Rückgang der Wirtschaftsleistung.

Die Institutsvertreter sprachen bei ihrer Präsentation von einem „Energiepreisschock“, der die Konjunktur in einer Phase treffe, in der sich nach mehreren schwachen Jahren eine Erholung abzeichnete. Auslöser sei insbesondere die weitgehende Blockade der Straße von Hormus, die zu deutlichen Preisanstiegen bei Öl und Gas geführt hat.

Höhere Inflation

Neben dem schwächeren Wachstum erwarten die Institute eine höhere Inflation. Für 2026 prognostizieren sie eine Teuerungsrate von 2,8 Prozent, für 2027 von 2,9 Prozent. Noch im Herbst waren sie von niedrigeren Werten ausgegangen. Der Anstieg der Energiepreise wirke sich laut Prognose auch auf andere Bereiche aus, etwa auf Nahrungsmittel über teurere Düngemittel sowie auf Produktions- und Transportkosten. Dies belaste den privaten Konsum.

Aktuelle Daten bestätigen den Trend: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Inflationsrate im März bei 2,7 Prozent, nach 1,9 Prozent im Februar. Besonders stark verteuerte sich Energie. Am Arbeitsmarkt rechnen die Institute mit einer verzögerten Erholung. Die Arbeitslosenquote dürfte im laufenden Jahr leicht auf 6,4 Prozent steigen. Erst 2027 sei mit einer moderaten Verbesserung zu rechnen, wenn sich die Konjunktur stabilisiere und Unternehmen wieder mehr Personal einstellten.

Strukturelle Schwächen

Die wirtschaftlichen Probleme sehen die Institute nicht nur konjunkturell bedingt. Sie verweisen auf strukturelle Schwächen wie eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, hohe Energiepreise, demografische Effekte sowie bürokratische Belastungen. Auch handelspolitische Spannungen, insbesondere durch US-Zölle, dämpften die Exportentwicklung.

Zugleich wirkt die Finanzpolitik stabilisierend. Staatliche Ausgaben für Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz stützen laut Gemeinschaftsdiagnose die Nachfrage. Allerdings steigen dadurch die öffentlichen Defizite: Für 2026 rechnen die Institute mit einem Fehlbetrag von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, für 2027 mit 4,2 Prozent.

Die Bundesregierung dürfte ihre eigene Wachstumsprognose ebenfalls nach unten anpassen. Bislang geht sie von einem Plus von 1,0 Prozent für 2026 aus. Die aktualisierte Frühjahrsprojektion soll laut Bundeswirtschaftsministerium am 22. April vorgelegt werden.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erklärte, der Konflikt im Nahen Osten erhöhe den Reformdruck. Die schwächeren Wachstumsaussichten machten es notwendig, strukturelle Defizite anzugehen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern. Dazu zählen aus Sicht der Institute unter anderem Reformen der sozialen Sicherungssysteme, Maßnahmen zur Stärkung des Arbeitsangebots sowie eine Entlastung von Bürokratie.

Mittwoch, 1.04.2026, 13:23 Uhr
Susanne Harmsen

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