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Energie & Management > Kernkraft - Hitzewelle legt Kernkraftwerke an der Donau lahm
Quelle: Pixabay
Kernkraft

Hitzewelle legt Kernkraftwerke an der Donau lahm

Der historisch niedrige Donaupegel und die Hitze hat drastische Folgen für die Strom- und Wasserversorgung Ungarns und Rumäniens. Als erstes würde Ungarn bei der Industrie rationieren.
Der staatliche ungarische Versorger MVM musste aufgrund des historisch niedrigen Wasserstands der Donau erstmals einen von vier Blöcken des AKW Paks abschalten, berichtet BNE Intellinews unter Berufung auf staatliche Angaben.

MVM hatte hatte Anfang der Woche mit der Absenkung begonnen. Die Leistung von Block 1 wurde um 254 MW reduziert, gefolgt von einer Reduzierung um 237 MW in Block 3, bevor dieser schließlich vollständig abgeschaltet wurde. Damit lief Ungarns einziges Kraftwerk, das 40 Prozent des Stromverbrauchs deckt, tagsüber mit 60 Prozent seiner Kapazität.

Dem Energieexperten Zsolt Harfas zufolge hat MVM in den vergangenen Sommern aufgrund hoher Flusstemperaturen wiederholt die Produktion reduziert. Dies sei jedoch das erste Mal, dass ein ganzer Kraftwerksblock vom Netz genommen wurde. Diesmal reduzierte der Betreiber die Produktion nicht aufgrund der hohen Flusstemperatur, wie in früheren Fällen. Die Maßnahme diente dem sicheren Betrieb der verbleibenden Einheiten.

Umweltminister Laszlo Gajdos erklärte, die Wasserbehörden hätten vier schwimmende Pumpanlagen und zwei Schwimmkräne in der Nähe von Paks stationiert und 55 Spezialisten in 24-Stunden-Bereitschaft versetzt. Obwohl das Pumpen derzeit nicht erforderlich sei, stehe die Ausrüstung bereit, die Kühlwasserversorgung zu sichern, sollte sich der Wasserstand des Flusses weiter verschlechtern.

Das Kraftwerk Paks ist von zunehmend heißeren und trockeneren Sommern und daraus resultierendem Niedrigwasser und erhöhten Wassertemperaturen betroffen. Ungarn baut gleichzeitig die erneuerbaren Energien aus, bereitet aber auch den Bau zweier neuer russischer VVER-1200-Reaktoren am Standort Paks vor.

Niedrige Einspeisung bei zeitweisem Rekordverbrauch

Unter Berufung auf Daten des Netzbetreibers Mavir sagte Harfas, dass die geringere Produktion durch höhere Stromimporte und eine Produktionssteigerung in Gaskraftwerken kompensiert wurde. Die Importe sollten während der abendlichen Spitzenlastzeit fast 4.000 MW erreichen, da die Solarstromerzeugung nach Sonnenuntergang stark zurückging. Nach 18 Uhr produzierten Photovoltaikanlagen nur noch etwa 1.000 MW, während die Windstromerzeugung trotz einer installierten Leistung von 325 MW mit lediglich 20 bis 25 MW vernachlässigbar gering blieb.

Während der Hitzewelle im letzten Monat meldete der Netzbetreiber einen zeitweisen Rekordverbrauch von 7.488 MW. Hintergrund ist der erhöhte Energiebedarf in der Hitzewelle durch Klima- und Kühlanlagen.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Rumänien der Block 2 des Kernkraftwerks Cernavoda vom Betz genommen werden muss, abhängig vom Rückgang des Donaupegels, wie Economica unter Berufung auf eine Mitteilung des staatlichen Versorgers SN Nuclearelectrica SA berichtet.

Unterdessen hat die ungarische Regierung die höchste Stufe des Dürrenotstands ausgerufen, nachdem in 66 der 84 Wasserwirtschaftsbezirke des Landes kritische Dürre-Schwellenwerte überschritten wurden. Nunmehr werden in 74 Prozent des Landes Notfallmaßnahmen ergriffen.

Das Wording des ungarischen Regierungschefs

Ministerpräsident Peter Magyar betonte, dass Ungarns Importkapazität von 3.600 bis 3.800 MW es dem Land ermöglichen würde, die Versorgung auch unter ungünstigeren Bedingungen aufrechtzuerhalten. Im Notfall könnten nur große Industrieunternehmen vorübergehend in ihrem Verbrauch eingeschränkt werden, erklärte er und fügte hinzu, dass auch die Bevölkerung durch einen effizienteren Energieverbrauch helfen könne. Magyar betonte, die Regierung fordere die Menschen nicht auf, auf Strom oder Klimaanlagen zu verzichten, sondern empfehle lediglich, den Verbrauch nach Möglichkeit umzustrukturieren, um das Stromnetz während der abendlichen Spitzenlast zu entlasten.

Niedrige Wasserstände gefährden zudem in einigen Gebieten die Wasserversorgung. Der Umweltminister trifft sich am 30. Juli mit zehn Wasserversorgern, um eine Liste der größten Industrieabnehmer zu finalisieren, deren Wasserverbrauch bei einer Verschärfung der Lage eingeschränkt werden könnte. 

Die Regierung hat eine operative Einheit für die Energieversorgung eingerichtet, um die Notfallplanung zu koordinieren und gegebenenfalls Maßnahmen zur Nachfragesteuerung vorzubereiten. (mkl)

Freitag, 31.07.2026, 14:18 Uhr
Martin Klingsporn
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Hitzewelle legt Kernkraftwerke an der Donau lahm
Der historisch niedrige Donaupegel und die Hitze hat drastische Folgen für die Strom- und Wasserversorgung Ungarns und Rumäniens. Als erstes würde Ungarn bei der Industrie rationieren.
Der staatliche ungarische Versorger MVM musste aufgrund des historisch niedrigen Wasserstands der Donau erstmals einen von vier Blöcken des AKW Paks abschalten, berichtet BNE Intellinews unter Berufung auf staatliche Angaben.

MVM hatte hatte Anfang der Woche mit der Absenkung begonnen. Die Leistung von Block 1 wurde um 254 MW reduziert, gefolgt von einer Reduzierung um 237 MW in Block 3, bevor dieser schließlich vollständig abgeschaltet wurde. Damit lief Ungarns einziges Kraftwerk, das 40 Prozent des Stromverbrauchs deckt, tagsüber mit 60 Prozent seiner Kapazität.

Dem Energieexperten Zsolt Harfas zufolge hat MVM in den vergangenen Sommern aufgrund hoher Flusstemperaturen wiederholt die Produktion reduziert. Dies sei jedoch das erste Mal, dass ein ganzer Kraftwerksblock vom Netz genommen wurde. Diesmal reduzierte der Betreiber die Produktion nicht aufgrund der hohen Flusstemperatur, wie in früheren Fällen. Die Maßnahme diente dem sicheren Betrieb der verbleibenden Einheiten.

Umweltminister Laszlo Gajdos erklärte, die Wasserbehörden hätten vier schwimmende Pumpanlagen und zwei Schwimmkräne in der Nähe von Paks stationiert und 55 Spezialisten in 24-Stunden-Bereitschaft versetzt. Obwohl das Pumpen derzeit nicht erforderlich sei, stehe die Ausrüstung bereit, die Kühlwasserversorgung zu sichern, sollte sich der Wasserstand des Flusses weiter verschlechtern.

Das Kraftwerk Paks ist von zunehmend heißeren und trockeneren Sommern und daraus resultierendem Niedrigwasser und erhöhten Wassertemperaturen betroffen. Ungarn baut gleichzeitig die erneuerbaren Energien aus, bereitet aber auch den Bau zweier neuer russischer VVER-1200-Reaktoren am Standort Paks vor.

Niedrige Einspeisung bei zeitweisem Rekordverbrauch

Unter Berufung auf Daten des Netzbetreibers Mavir sagte Harfas, dass die geringere Produktion durch höhere Stromimporte und eine Produktionssteigerung in Gaskraftwerken kompensiert wurde. Die Importe sollten während der abendlichen Spitzenlastzeit fast 4.000 MW erreichen, da die Solarstromerzeugung nach Sonnenuntergang stark zurückging. Nach 18 Uhr produzierten Photovoltaikanlagen nur noch etwa 1.000 MW, während die Windstromerzeugung trotz einer installierten Leistung von 325 MW mit lediglich 20 bis 25 MW vernachlässigbar gering blieb.

Während der Hitzewelle im letzten Monat meldete der Netzbetreiber einen zeitweisen Rekordverbrauch von 7.488 MW. Hintergrund ist der erhöhte Energiebedarf in der Hitzewelle durch Klima- und Kühlanlagen.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Rumänien der Block 2 des Kernkraftwerks Cernavoda vom Betz genommen werden muss, abhängig vom Rückgang des Donaupegels, wie Economica unter Berufung auf eine Mitteilung des staatlichen Versorgers SN Nuclearelectrica SA berichtet.

Unterdessen hat die ungarische Regierung die höchste Stufe des Dürrenotstands ausgerufen, nachdem in 66 der 84 Wasserwirtschaftsbezirke des Landes kritische Dürre-Schwellenwerte überschritten wurden. Nunmehr werden in 74 Prozent des Landes Notfallmaßnahmen ergriffen.

Das Wording des ungarischen Regierungschefs

Ministerpräsident Peter Magyar betonte, dass Ungarns Importkapazität von 3.600 bis 3.800 MW es dem Land ermöglichen würde, die Versorgung auch unter ungünstigeren Bedingungen aufrechtzuerhalten. Im Notfall könnten nur große Industrieunternehmen vorübergehend in ihrem Verbrauch eingeschränkt werden, erklärte er und fügte hinzu, dass auch die Bevölkerung durch einen effizienteren Energieverbrauch helfen könne. Magyar betonte, die Regierung fordere die Menschen nicht auf, auf Strom oder Klimaanlagen zu verzichten, sondern empfehle lediglich, den Verbrauch nach Möglichkeit umzustrukturieren, um das Stromnetz während der abendlichen Spitzenlast zu entlasten.

Niedrige Wasserstände gefährden zudem in einigen Gebieten die Wasserversorgung. Der Umweltminister trifft sich am 30. Juli mit zehn Wasserversorgern, um eine Liste der größten Industrieabnehmer zu finalisieren, deren Wasserverbrauch bei einer Verschärfung der Lage eingeschränkt werden könnte. 

Die Regierung hat eine operative Einheit für die Energieversorgung eingerichtet, um die Notfallplanung zu koordinieren und gegebenenfalls Maßnahmen zur Nachfragesteuerung vorzubereiten. (mkl)

Freitag, 31.07.2026, 14:18 Uhr
Martin Klingsporn

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