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Energie & Management > Stromnetz - Grünes Licht für die Ostküstenleitung
Quelle: E&M / Katia Meyer-Tien
Stromnetz

Grünes Licht für die Ostküstenleitung

Der erste Abschnitt der Ostküstenleitung in Schleswig Holstein kann gebaut werden. Das Amt für Planfeststellung Energie in Kiel hat einen entsprechenden Beschluss erlassen.
Mit der Entscheidung kann der Übertragungsnetzbetreiber Tennet sämtliche Baumaßnahmen auf der rund 50 Kilometer langen Teilstrecke vom Kreis Segeberg bis zum Raum Lübeck umzusetzen. Teilweise sind die Arbeiten schon im Gange. 

Im jetzt genehmigten ersten Abschnitt „Kreis Segeberg − Raum Lübeck“ sollen auch technische Innovationen realisiert werden, wie es in einer Tennet-Mitteilung heißt. Zum Beispiel ist geplant, in Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld Teile der Drehstromleitung unterirdisch zu verlegen. Damit gehört die Ostküstenleitung zu den wenigen nationalen Pilotprojekten, bei denen Drehstromprojekte als Erdkabel ausgeführt werden.

Eine weitere Besonderheit, die jetzt vom Amt für Planfeststellung Energie genehmigt wurde: In Henstedt-Ulzburg kommt in einem Teilabschnitt der insgesamt 4,1 Kilometer langen Erdkabel-Trasse ein neues Bohr-Verfahren zum Einsatz. Die Erdkabel werden mittels „Rohrvortrieb“ in einem „Düker“ verlegt − die Bohrung kann damit durchgängig auf 965 Meter vorgenommen werden. Durch diese Technologie sind nur noch zwei statt zwölf Bohrungen erforderlich. Wie es seitens des Übertragungsnetzbetreibers heißt, werden dadurch Grundwasser und Quelltöpfe der Pinnau geschont und der Flächenbedarf um 70 Prozent reduziert.

Tennet-COO Tim Meyerjürgens: „Die Wahl der innovativen Rohrvortriebsverfahren in Henstedt-Ulzburg zeigt, dass wir die Bedenken vor Ort ernst nehmen und gemeinsam um die besten Lösungen ringen. Die anstehende Bauphase werden wir auch weiterhin in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Bevölkerung organisieren.“

Erste Arbeiten laufen bereits

Schleswig-Holsteins Energiewendestaatssekretär Joschka Knuth freute sich über die Genehmigung: „Die Ostküstenleitung wird zu einer der wichtigsten Energieachsen in unserem Bundesland. Wir brauchen sie, um Windenergie und Photovoltaik an unserer Ostseeküste weiter auszubauen.“ Den Baubeginn nannte Knuth ein weiteres Etappenziel auf dem Weg hin zu einem Klimaneutralitätsnetz. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten solle das Vorhaben nun im „Schleswig-Holstein-Tempo“ vorangetrieben werden.

Die Fertigstellung des ersten Abschnitts ist für das Jahr 2025 geplant − die gesamte Ostküstenleitung soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Sie gilt als ein Kernprojekt der Energiewende in Deutschland und wird künftig Windstrom aus Ostholstein in die Verbrauchszentren im Süden der Republik leiten und − über das Baltic Cable − das deutsche Stromnetz ans europäischen Verbundnetz anschließen. Die komplette Ostküstenleitung reicht von Göhl in Ostholstein bis nach Henstedt-Ulzburg im Kreis Segeberg. Die 380-kV-Trasse ist rund 115 Kilometer lang und umfasst 285 Maststandorte.

Bereits im Oktober 2022 hatte Tennet einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für Teile des ersten Abschnitts gestellt, der am 15. Dezember 2022 genehmigt wurde. Anschließend startete Tennet schon mit ersten Arbeiten: Aktuell werden 34 Masten errichtet, neun sind bereits fertig.

Freitag, 29.09.2023, 15:10 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Grünes Licht für die Ostküstenleitung
Quelle: E&M / Katia Meyer-Tien
Stromnetz
Grünes Licht für die Ostküstenleitung
Der erste Abschnitt der Ostküstenleitung in Schleswig Holstein kann gebaut werden. Das Amt für Planfeststellung Energie in Kiel hat einen entsprechenden Beschluss erlassen.
Mit der Entscheidung kann der Übertragungsnetzbetreiber Tennet sämtliche Baumaßnahmen auf der rund 50 Kilometer langen Teilstrecke vom Kreis Segeberg bis zum Raum Lübeck umzusetzen. Teilweise sind die Arbeiten schon im Gange. 

Im jetzt genehmigten ersten Abschnitt „Kreis Segeberg − Raum Lübeck“ sollen auch technische Innovationen realisiert werden, wie es in einer Tennet-Mitteilung heißt. Zum Beispiel ist geplant, in Henstedt-Ulzburg und Kisdorferwohld Teile der Drehstromleitung unterirdisch zu verlegen. Damit gehört die Ostküstenleitung zu den wenigen nationalen Pilotprojekten, bei denen Drehstromprojekte als Erdkabel ausgeführt werden.

Eine weitere Besonderheit, die jetzt vom Amt für Planfeststellung Energie genehmigt wurde: In Henstedt-Ulzburg kommt in einem Teilabschnitt der insgesamt 4,1 Kilometer langen Erdkabel-Trasse ein neues Bohr-Verfahren zum Einsatz. Die Erdkabel werden mittels „Rohrvortrieb“ in einem „Düker“ verlegt − die Bohrung kann damit durchgängig auf 965 Meter vorgenommen werden. Durch diese Technologie sind nur noch zwei statt zwölf Bohrungen erforderlich. Wie es seitens des Übertragungsnetzbetreibers heißt, werden dadurch Grundwasser und Quelltöpfe der Pinnau geschont und der Flächenbedarf um 70 Prozent reduziert.

Tennet-COO Tim Meyerjürgens: „Die Wahl der innovativen Rohrvortriebsverfahren in Henstedt-Ulzburg zeigt, dass wir die Bedenken vor Ort ernst nehmen und gemeinsam um die besten Lösungen ringen. Die anstehende Bauphase werden wir auch weiterhin in konstruktiver Zusammenarbeit mit der Bevölkerung organisieren.“

Erste Arbeiten laufen bereits

Schleswig-Holsteins Energiewendestaatssekretär Joschka Knuth freute sich über die Genehmigung: „Die Ostküstenleitung wird zu einer der wichtigsten Energieachsen in unserem Bundesland. Wir brauchen sie, um Windenergie und Photovoltaik an unserer Ostseeküste weiter auszubauen.“ Den Baubeginn nannte Knuth ein weiteres Etappenziel auf dem Weg hin zu einem Klimaneutralitätsnetz. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten solle das Vorhaben nun im „Schleswig-Holstein-Tempo“ vorangetrieben werden.

Die Fertigstellung des ersten Abschnitts ist für das Jahr 2025 geplant − die gesamte Ostküstenleitung soll im Jahr 2027 in Betrieb gehen. Sie gilt als ein Kernprojekt der Energiewende in Deutschland und wird künftig Windstrom aus Ostholstein in die Verbrauchszentren im Süden der Republik leiten und − über das Baltic Cable − das deutsche Stromnetz ans europäischen Verbundnetz anschließen. Die komplette Ostküstenleitung reicht von Göhl in Ostholstein bis nach Henstedt-Ulzburg im Kreis Segeberg. Die 380-kV-Trasse ist rund 115 Kilometer lang und umfasst 285 Maststandorte.

Bereits im Oktober 2022 hatte Tennet einen Antrag auf vorzeitigen Baubeginn für Teile des ersten Abschnitts gestellt, der am 15. Dezember 2022 genehmigt wurde. Anschließend startete Tennet schon mit ersten Arbeiten: Aktuell werden 34 Masten errichtet, neun sind bereits fertig.

Freitag, 29.09.2023, 15:10 Uhr
Gnter Drewnitzky

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