Quelle: Equinor
Das staatliche norwegische Explorationsunternehmen Equinor will noch mehr Erdgas für den europäischen Markt aus dem Trollfeld holen.
Equinor und seine internationalen Partner investieren etwas mehr als 4 Milliarden norwegische Kronen (360 Millionen Euro) in die maritime Entwicklung des Erdgasfelds „Troll“ in der Nordsee, knapp 65 Kilometer westlich von Bergen. Das Vorhaben soll die Gasproduktion aus der Lagerstätte Troll West erhöhen und zusätzliche Liefermengen für den europäischen Markt erschließen, teilte das Unternehmen mit.
Das Projekt trägt den Namen „TWIN“ (Troll West Increased Gas Recovery North). Geplant sind zwei neue Förderbohrungen, die über eine Unterwasseranlage und eine Pipeline an die bestehende Infrastruktur angebunden werden. Zudem sollen bestehende Versorgungsleitungen erweitert werden. Die Inbetriebnahme ist nach Angaben von Equinor für 2028 vorgesehen.
Nach Unternehmensangaben soll das Projekt rund 11 Milliarden Kubikmeter Erdgas zusätzlich erschließen. „TWIN“ ist der dritte Entwicklungsschritt im Troll-A-Feld. Es soll die hohe Auslastung der Plattform Troll A sowie der Gasaufbereitungsanlage Kollsnes bis 2030 sichern.
An dem Projekt beteiligt sind neben Equinor die Unternehmen Petoro (Norwegen), Shell (Großbritannien), Total Energies (Frankreich) sowie Conoco Phillips (USA).
Equinor setzt bei der Entwicklung auf die Nutzung vorhandener Infrastruktur. Durch Standardisierung und die Wiederverwendung bestehender Anlagen sollen die Investitionskosten begrenzt und die Projektlaufzeiten verkürzt werden. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, neue Unterwasserprojekte auf dem norwegischen Kontinentalschelf künftig schneller umzusetzen.
Das Trollfeld ist die wichtigste Erdgas-Lagerstätte Norwegens. Nach Angaben von Equinor befinden sich dort rund 40 Prozent der gesamten norwegischen Gasreserven. Das aus Troll geförderte Erdgas deckt etwa 10 Prozent des europäischen Gasbedarfs. Damit zählt das Feld zu den zentralen Versorgungsquellen Europas.
Freitag, 19.06.2026, 17:43 Uhr
Stefan Sagmeister
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