So sehen die Energyfish-Generatoren aus. Quelle: Energyminer Gmbh
Jetzt hat auch das Umweltministerium grünes Licht gegeben. Damit steht dem Bau des ersten Energyfish-Schwarmkraftwerks im Rhein nichts mehr im Wege. Es besteht aus 124 Generatoren.
„Eine Art der Stromgewinnung, die auch bei Nacht und ohne Wind unabhängig von anderen Ländern, erneuerbar, klima- und umweltfreundlich Strom produziert“, sei das, erklärte die rheinland-pfälzische Umwelt- und Klimaschutzministerin Katrin Eder anlässlich der Genehmigung für ein Schwarmkraftwerk in einem Nebenarm des Rheins bei Sankt Goar.
Ein Schwarmkraftwerk nutzt die Wasserkraft in Flüssen und Kanälen. Es besteht aus sogenannten „Energyfishen“. Dabei handelt es sich um schwimmende Strömungskraftwerke, deren Rotoren durch die Fließgeschwindigkeit eines Flusses angetrieben werden. Verankert werden sie im Flussbett, das dafür nicht angepasst werden muss. Sie sind kaum sichtbar und funktionieren geräuschlos. Der Strom wird über Kabel an Land gebracht.
Drei Energiefische schwimmen schonBei Sankt Goar sollen 124 Energyfishe Strom produzieren, drei sind bereits in Betrieb, im nächsten Schritt sollen 21 weitere eingesetzt werden. Entwickelt wurden sie von der Energyminer GmbH. Die durchschnittliche Leistung pro Einheit wird vom Unternehmen mit 1,8 kW angegeben. 100 Energyfishe produzieren danach pro Jahr 1.500 MWh Strom, womit sich 400 bis 500 Haushalte versorgen lassen.
„Die Genehmigung von Sankt Goar ist für uns ein starkes Signal – sie zeigt, dass Innovation, Wissenschaft und behördliche Sorgfalt Hand in Hand gehen können“, wird Georg Walder, Mitgründer und Co-CEO von Energyminer, in einer Mitteilung des Umweltministeriums zitiert. „Mit 124 Energyfishen entsteht hier ein neues Kapitel der Fließgewässernutzung – naturverträglich, dezentral und wirtschaftlich stark.“
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Drei der Energyfishe schwimmen schon im Rhein. Quelle: Energyminer GmbH |
Als besonderer Vorteil der Schwarmkraftwerke gilt ihre Gewässerverträglichkeit. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wasserkraftwerken verursachen sie keinen Aufstau, der für die Wanderfischarten des Mittelrheins, wie Barbe und Nase, ein unüberwindbares Hindernis darstellt. Die TU München war in einer Studie zur Fischverträglichkeit zu dem Ergebnis gekommen, dass die Energyfishe die richtigen Fische weder verletzen noch ihr Verhalten negativ beeinflussen.
Die Energyfishe sind, wie es seitens des Umweltministeriums heißt, auch für Eisgang und Hochwasser gerüstet: Durch eine automatische Tauchreaktion können sie dann auf den Grund des Flusses absinken. Auch Treibgut könne ungehindert passieren, sodass keine Blockaden entstehen.
Über das Schwarmkraftwerk im Rhein hatte die Redaktion bereits im vergangenen Jahr berichtet. Im Vorfeld waren auch schon Prototypen im Auer Mühlbach in München und in St. Goar selbst getestet worden. Auch im Lech bei Augsburg gibt es ein kleines Energyfish-Projekt.
Dienstag, 10.03.2026, 13:10 Uhr
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