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Der Pro-Kernkraft-Verein Nuklearia hat eine Analyse zu den Kernkraftwerken an der Donau veröffentlicht. Das Problem des fehlenden Kühlwassers lasse sich relativ einfach lösen.
Die Reduzierung der Leistung von Atomkraftwerken in ganz Europa aufgrund niedriger Pegelstände der Flüsse ist für den Verein Nuklearia kein systemisches Problem der Technik an sich. Mit einigen baulichen Veränderungen ließe sich hier einiges verbessern. Eine von Nuklearia veröffentlichte Analyse untersucht die Ursachen der Einschränkungen an den Kraftwerksstandorten Paks in Ungarn und Cernavoda in Rumänien.
Nuklearia ist ein deutscher Verein, der sich nach eigenen Angaben für die Nutzung der Kernenergie einsetzt. Nach dessen Einschätzung wird in der öffentlichen Diskussion häufig der Eindruck vermittelt, Kernkraftwerke seien bei Hitze und Niedrigwasser grundsätzlich nicht mehr zuverlässig betreibbar. Die Analyse der Kernkraftfreunde kommt zu einem anderen Ergebnis.
Als Beleg verweist Nuklearia auf das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj. Pressesprecher Niels Harksen: „Den Kernkraftwerken an der Donau geht nicht das Kühlwasser aus. Das bulgarische Kernkraftwerk Kosloduj ist trotz derselben Niedrigwasserlage überhaupt nicht betroffen.“
Kühlwasser-Entnahmestelle reicht nicht tief genugNach Angaben des Vereins unterscheiden sich die Ursachen an den einzelnen Standorten. Im ungarischen Kernkraftwerk Paks liege das Problem demnach nicht in einem generellen Wassermangel, sondern darin, dass die bestehende Kühlwasserentnahme bei den derzeit außergewöhnlich niedrigen Pegelständen nicht tief genug reiche. Der Betreiber plane deshalb, die Entnahmestelle künftig tiefer in die Donau zu verlegen.
Für das rumänische Kernkraftwerk Cernavoda beschreibt die Analyse eine andere Situation. Dort sei ein Reaktor vorsorglich vom Netz genommen worden, während der zweite Block zunächst weiter mit voller Leistung betrieben werde. Parallel würden wasserbauliche Maßnahmen umgesetzt, um den Betrieb abzusichern. Langfristig seien kleinere Zellenkühler vorgesehen, die den Kühlwasserbedarf senken sollen.
Die Analyse verweist außerdem darauf, dass thermische Kraftwerke grundsätzlich unabhängig vom Energieträger Kühlwasser benötigen. Zu den thermischen Kraftwerken zählen neben Kernkraftwerken auch Kohle-, Gas- und Biomassekraftwerke. Wasserkraftwerke seien von Niedrigwasser sogar unmittelbar betroffen, da sinkende Wasserstände ihre Stromerzeugung direkt verringerten.
0,3 Prozent wetterbedingte Produktionsverluste Mit Blick auf andere europäische Kernkraftwerke verweist Nuklearia auf Frankreich und die Schweiz. Dort kämen Leistungsreduzierungen an heißen Tagen vor allem aufgrund wasserrechtlicher Vorgaben zum Schutz der Gewässer vor. Nach Angaben des Vereins machten diese Einschränkungen in Frankreich über das Gesamtjahr betrachtet durchschnittlich rund 0,2
Prozent der Kernstromproduktion aus. Weltweit lägen wetterbedingte Produktionsverluste der Kernenergie nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) im Mittel bei etwa 0,3
Prozent der Jahresproduktion.
Dominic Wipplinger, Kerntechnikexperte der Nuklearia, sieht deshalb vor allem Anpassungsbedarf an den Standorten: „Ob Kernkraftwerke wie gelegentlich in Frankreich und der Schweiz aus Gründen des Gewässerschutzes oder wie in Ungarn und Rumänien aufgrund außergewöhnlich niedriger Wasserstände ihre Leistung reduzieren müssen: In jedem Fall können sie mit standortspezifischen technischen Maßnahmen angepasst werden.“
Die Analyse „
Geht den Kernkraftwerken an der Donau das Kühlwasser aus? Eine Root-Cause-Analyse“ kann auf der Seite des Vereins nachgelesen werden.
(sag)
Montag, 3.08.2026, 15:37 Uhr
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