Das Quartier "Untere Lichtenplatzer" in Wuppertal wurde mit Wärmepumpen ausgestattet. Quelle Uwe Schinkel / gwg
Die Wohnungsbaugesellschaft mbH Wuppertal und die Wuppertaler Stadtwerke haben in mehreren Quartieren Heizungsanlagen modernisiert.
Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal (GWG) und die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben mehrere Heizungsanlagen in Wohnquartieren modernisiert. Die Partner haben insgesamt 36 Gebäude mit insgesamt 331 Wohnungen umgerüstet, teilte der Versorger am 9. März mit. Das Projekt nennt sich „300toZero“.
Der Projekttitel „300toZero“ steht für das Ziel, mindestens 300 Wohneinheiten an eine deutlich klimafreundlichere und effizientere Wärmeversorgung anzuschließen und so die CO2-Belastung in diesen Beständen gen Null zu reduzieren. Die Investitionen liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Nach Angaben der Projektpartner sinken die Emissionen der Wärmeversorgung um mindestens 280 Tonnen CO2 pro Jahr.
Die modernisierten Anlagen erreichen eine installierte thermische Leistung von rund 1,3 MW. Die jährliche Wärmeerzeugung liegt bei etwa 2 Millionen kWh. Insgesamt umfasst der Gebäudebestand rund 20.000 Quadratmeter Wohnfläche.
Hybridkonzept mit Wärmepumpe und Gasgerät
Kern des Projekts bildet eine hybride Wärmeerzeugung. Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe deckt den überwiegenden Anteil des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser. Bei niedrigen Außentemperaturen übernimmt ein Erdgas-Brennwertgerät zusätzliche Lasten.
Das Gasgerät springt laut Stadtwerken nur bei höherem Leistungsbedarf oder zur Abdeckung von Spitzenlasten ein. Der Ansatz erlaubt nach Auskunft des Versorgers eine schrittweise Umstellung auf elektrischen Wärmeeinsatz, ohne dass das Gebäude vorher vollständig energetisch zu sanieren sei.
Die Investitionen in die Wärmeerzeugungsanlage fielen damit niedriger aus als bei einer ausschließlich auf Wärmepumpen basierten Lösung. Das Konzept erlaube zudem eine flexible Anpassung der Leistung. Sinkt der Wärmebedarf durch spätere Sanierungen, lässt sich der Anteil der Wärmepumpe erhöhen. Gleichzeitig bleibt eine Reserve für sehr kalte Tage verfügbar.
„Aufgrund dieser Vorteile eignen sich hybride Systeme besonders dort, wo eine vollständige Wärmedämmung oder der Einbau von Flächenheizungen nicht rentabel oder technisch umsetzbar ist“, erklärt Andy Völschow, Leiter Kunden- und Quartierslösungen bei den WSW.
Hybride Systeme entlasten Netze
Ein weiterer Aspekt betrifft die Integration elektrischer Wärmeerzeuger in die Verteilnetze. Die Kombination aus Wärmepumpe und zusätzlichem Kessel begrenzt die elektrische Spitzenlast. Lastmanagement und zeitliche Steuerung der Anlagen sollen Netzbelastungen reduzieren.
Nach Angaben der Stadt Wuppertal umfasst der lokale Gebäudebestand mehr als 55.000 Gebäude mit rund 195.000 Wohnungen. Etwa 80 Prozent entfallen auf Mehrfamilienhäuser. Rund 43 Prozent der Gebäude entstanden vor dem Jahr 1980. Die GWG bewirtschaftet rund 5.600 Wohnungen in Wuppertal. Die Wuppertaler Stadtwerke betreiben neben dem Fernwärmenetz auch Nah- und Quartiersnetze. In dicht bebauten Quartieren setzen sie auf zentrale Anlagen zur Wärmebereitstellung.
Für das Jahr 2026 planen die Partner weitere Maßnahmen. In zwei Quartieren und mindestens 100 zusätzlichen Wohneinheiten steht die Modernisierung der Heizungsanlagen an.
Montag, 9.03.2026, 15:41 Uhr
Heidi Roider
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