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Energie & Management > Stromnetz - Windhundrennen um Netzanschlüsse auch in Hamburg vorbei
Quelle: Katia Meyer-Tien
Stromnetz

Windhundrennen um Netzanschlüsse auch in Hamburg vorbei

Ende des Windhundprinzips auch in Hamburg: Der Netzbetreiber des Stadtstaats vergibt Anschlüsse für große Speicher oder Rechenzentren ab Juli nicht mehr nach Datum des Antragseingangs.
In Hamburg müssen Projektierer von Anlagen mit hohem Strombedarf umdenken. Ab dem zweiten Halbjahr stellt die Hamburger Energienetze GmbH die Vergabe von Netzanschlüssen um. Wie andernorts in Deutschland ist dann auch an der Elbe nicht länger entscheidend, wann ein Antrag auf Anschluss eingegangen ist.

Laut Mitteilung des Netzbetreibers der Hansestadt greift ab Juli das so genannte Repartierungsverfahren, wie es beispielsweise die Stromnetz Berlin AG im vergangenen Jahr für Großkunden eingeführt hatte (wir berichteten). Der Verteilnetzbetreiber will demnach die freien Kapazitäten möglichst transparent und diskriminierungsfrei unter den Antragstellenden verteilen. Zudem sollen flexible Anschlussvereinbarungen greifen. Sein Konzept nennt das Unternehmen „Fair Grid-Projekt“.

Für Industrieunternehmen mit hohem Stromverbrauch ändere sich nichts. Das gelte auch für den Anschluss von kleinen Solaranlagen, Wärmepumpen oder Wallboxen. Die Neuregelung zielt vielmehr auf Projektierer von Rechenzentren oder Batteriespeichern, in deren Bereich die Hamburger Energienetze einen „hohen Anstieg von Anschlussanträgen“ festgestellt hätten. Weil es sich hier um Anlagen mit einem Leistungsbedarf über 1,5 Megavoltampere (MVA) handelt, sei lediglich 1 Prozent aller Anschlussverfahren von der Umstellung betroffen.

Auch das Hamburger Stromnetz kann demnach die Menge der Anschlussanträge im MVA-Sektor nicht bewältigen, weswegen der Netzbetreiber nun gerechter sortieren will. Zugleich argumentieren die Hamburger Energienetze mit dem verzögerten Aus- und Neubau von Netzverknüpfungspunkten. Das wiederum liegt in der Zuständigkeit des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz Transmission. Mit ihm, erklären die Hamburger weiter, arbeite das Unternehmen im Sinne eines beschleunigten Zubaus eng zusammen.

Weiterer Punkt im Gesamtkontext ist die bessere Auslastung von Netzanschlüssen. Hier erhoffen die Hanseaten sich Fortschritte, indem sie über mehr flexible Knoten Leistungen in lastarme Zeiten verschieben können. Das sei „für unsere Netzkunden eine solide und gerechte Übergangslösung, die Planungssicherheit schafft“, so Peter Wolffram, der für das Ressort Unternehmen und Kunde zuständige Geschäftsführer. 

Insgesamt steckt der Verteilnetzbetreiber laut Michael Dammann, Geschäftsführer für Assetmanagement und Netzbetrieb, 600 Millionen Euro jährlich in den Ausbau der Strominfrastruktur.

Dienstag, 19.05.2026, 14:37 Uhr
Volker Stephan
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Quelle: Katia Meyer-Tien
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Windhundrennen um Netzanschlüsse auch in Hamburg vorbei
Ende des Windhundprinzips auch in Hamburg: Der Netzbetreiber des Stadtstaats vergibt Anschlüsse für große Speicher oder Rechenzentren ab Juli nicht mehr nach Datum des Antragseingangs.
In Hamburg müssen Projektierer von Anlagen mit hohem Strombedarf umdenken. Ab dem zweiten Halbjahr stellt die Hamburger Energienetze GmbH die Vergabe von Netzanschlüssen um. Wie andernorts in Deutschland ist dann auch an der Elbe nicht länger entscheidend, wann ein Antrag auf Anschluss eingegangen ist.

Laut Mitteilung des Netzbetreibers der Hansestadt greift ab Juli das so genannte Repartierungsverfahren, wie es beispielsweise die Stromnetz Berlin AG im vergangenen Jahr für Großkunden eingeführt hatte (wir berichteten). Der Verteilnetzbetreiber will demnach die freien Kapazitäten möglichst transparent und diskriminierungsfrei unter den Antragstellenden verteilen. Zudem sollen flexible Anschlussvereinbarungen greifen. Sein Konzept nennt das Unternehmen „Fair Grid-Projekt“.

Für Industrieunternehmen mit hohem Stromverbrauch ändere sich nichts. Das gelte auch für den Anschluss von kleinen Solaranlagen, Wärmepumpen oder Wallboxen. Die Neuregelung zielt vielmehr auf Projektierer von Rechenzentren oder Batteriespeichern, in deren Bereich die Hamburger Energienetze einen „hohen Anstieg von Anschlussanträgen“ festgestellt hätten. Weil es sich hier um Anlagen mit einem Leistungsbedarf über 1,5 Megavoltampere (MVA) handelt, sei lediglich 1 Prozent aller Anschlussverfahren von der Umstellung betroffen.

Auch das Hamburger Stromnetz kann demnach die Menge der Anschlussanträge im MVA-Sektor nicht bewältigen, weswegen der Netzbetreiber nun gerechter sortieren will. Zugleich argumentieren die Hamburger Energienetze mit dem verzögerten Aus- und Neubau von Netzverknüpfungspunkten. Das wiederum liegt in der Zuständigkeit des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz Transmission. Mit ihm, erklären die Hamburger weiter, arbeite das Unternehmen im Sinne eines beschleunigten Zubaus eng zusammen.

Weiterer Punkt im Gesamtkontext ist die bessere Auslastung von Netzanschlüssen. Hier erhoffen die Hanseaten sich Fortschritte, indem sie über mehr flexible Knoten Leistungen in lastarme Zeiten verschieben können. Das sei „für unsere Netzkunden eine solide und gerechte Übergangslösung, die Planungssicherheit schafft“, so Peter Wolffram, der für das Ressort Unternehmen und Kunde zuständige Geschäftsführer. 

Insgesamt steckt der Verteilnetzbetreiber laut Michael Dammann, Geschäftsführer für Assetmanagement und Netzbetrieb, 600 Millionen Euro jährlich in den Ausbau der Strominfrastruktur.

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