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Energie & Management > Wasserstoff - VIK schlägt Wasserstoff-Midstreamer zur Marktbelebung vor
Quelle: Shutterstock / petrmalinak
Wasserstoff

VIK schlägt Wasserstoff-Midstreamer zur Marktbelebung vor

Der VIK hat ein Konzept zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs vorgelegt. Zentrales Instrument sollen staatlich abgesicherte Midstreamer sein.
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat ein Konzept zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs in Deutschland und Europa vorgelegt. Zentrales Element sind sogenannte Wasserstoff-Midstreamer, die als Förder- und Absicherungsinstrument etabliert werden sollen. Ziel sei es, damit Angebot und Nachfrage effektiv miteinander zu verbinden, Investitionsrisiken abzufedern und den zuletzt stockenden Markthochlauf vor allem in der Industrie anzuschieben, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Der Wasserstoffhochlauf sei politisch gewollt und strategisch notwendig, gerate in der Praxis jedoch zunehmend ins Stocken, betont Christian Seyfert. „Hohe Produktionskosten, fehlende Nachfrageanreize und unzureichend koordinierte Förderinstrumente verhindern derzeit, dass Wasserstoff in der Industrie in die Breite kommt. Hier braucht es jetzt einen strukturellen Ansatz“, so der VIK-Hauptgeschäftsführer.

Zwar habe es Fortschritte bei Elektrolyseprojekten, Infrastrukturvorhaben und einzelnen industriellen Anwendungen gegeben. Dennoch könnten sie viele Unternehmen nicht wirtschaftlich umsetzen. Insbesondere im Vergleich zu Wasserstoff auf Erdgasbasis sei die Produktion von erneuerbarem und CO2-armem Wasserstoff deutlich teurer. Bestehende Förderprogramme setzten zwar wichtige Impulse, griffen nach Einschätzung des VIK jedoch häufig nur punktuell, seien administrativ aufwendig und böten keine ausreichende langfristige Planungssicherheit.

Intermediäre mit staatlicher Absicherung

Nach Überzeugung des VIK können sogenannte Wasserstoff-Midstreamer Abhilfe schaffen. Diese sollen als Intermediäre mit staatlicher Absicherung zwischen Erzeugern und Abnehmern langfristige Liefer- und Abnahmeverträge bündeln und Preis- sowie Mengenrisiken übernehmen. Fördermittel sollen die Differenz zwischen Produktionskosten und der begrenzten Zahlungsbereitschaft potenzieller Abnehmer gezielt ausgleichen. Contract-for-Difference-Modelle sind nach Einschätzung des Verbands dafür geeignete Instrumente.

So könne eine zentrale Lücke im gegenwärtigen Förderrahmen geschlossen und auch kleinen und mittleren Industrieunternehmen der Einstieg in den Wasserstoffmarkt ermöglicht werden, erklärt Seyfert.

Als Vorbild könne der Erdgasmarkt dienen. Auch dort hätten Midstreamer eine wichtige Rolle beim Markthochlauf gespielt. Für den deutlich komplexeren Wasserstoffmarkt sei eine koordinierende Instanz aus Sicht des Verbands umso relevanter. Gleichzeitig betont der VIK, dass ein Midstreamer keine eigene Infrastruktur betreiben solle. Vielmehr gehe es um eine marktliche Ausgleichs- und Absicherungsfunktion.

Wesentlich sei zudem, dass ein Midstreamer in der Hochlaufphase technologieoffen ausgestaltet sei. Neben erneuerbarem Wasserstoff sollten daher auch andere CO2-arme Wasserstoffarten einbezogen werden. Nur so könnten kurzfristig ausreichende Mengen bereitgestellt und der Förderbedarf effizient begrenzt werden.

Ein dauerhaft subventionierter Markt sei nicht das Ziel, erklärt Seyfert. „Wasserstoff-Midstreamer sollen das aktuelle ‚Henne-Ei-Problem‘ überwinden und so den Übergang zu einem liquiden, wettbewerblichen Markt ermöglichen, der perspektivisch ohne staatliche Förderung auskommt“, so der VIK-Hauptgeschäftsführer.

Details zum Midstreamer-Konzept stehen auf der Internetseite des VIK zur Verfügung.

Dienstag, 20.01.2026, 15:21 Uhr
Fritz Wilhelm
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Der VIK hat ein Konzept zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs vorgelegt. Zentrales Instrument sollen staatlich abgesicherte Midstreamer sein.
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat ein Konzept zur Beschleunigung des Wasserstoffhochlaufs in Deutschland und Europa vorgelegt. Zentrales Element sind sogenannte Wasserstoff-Midstreamer, die als Förder- und Absicherungsinstrument etabliert werden sollen. Ziel sei es, damit Angebot und Nachfrage effektiv miteinander zu verbinden, Investitionsrisiken abzufedern und den zuletzt stockenden Markthochlauf vor allem in der Industrie anzuschieben, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Der Wasserstoffhochlauf sei politisch gewollt und strategisch notwendig, gerate in der Praxis jedoch zunehmend ins Stocken, betont Christian Seyfert. „Hohe Produktionskosten, fehlende Nachfrageanreize und unzureichend koordinierte Förderinstrumente verhindern derzeit, dass Wasserstoff in der Industrie in die Breite kommt. Hier braucht es jetzt einen strukturellen Ansatz“, so der VIK-Hauptgeschäftsführer.

Zwar habe es Fortschritte bei Elektrolyseprojekten, Infrastrukturvorhaben und einzelnen industriellen Anwendungen gegeben. Dennoch könnten sie viele Unternehmen nicht wirtschaftlich umsetzen. Insbesondere im Vergleich zu Wasserstoff auf Erdgasbasis sei die Produktion von erneuerbarem und CO2-armem Wasserstoff deutlich teurer. Bestehende Förderprogramme setzten zwar wichtige Impulse, griffen nach Einschätzung des VIK jedoch häufig nur punktuell, seien administrativ aufwendig und böten keine ausreichende langfristige Planungssicherheit.

Intermediäre mit staatlicher Absicherung

Nach Überzeugung des VIK können sogenannte Wasserstoff-Midstreamer Abhilfe schaffen. Diese sollen als Intermediäre mit staatlicher Absicherung zwischen Erzeugern und Abnehmern langfristige Liefer- und Abnahmeverträge bündeln und Preis- sowie Mengenrisiken übernehmen. Fördermittel sollen die Differenz zwischen Produktionskosten und der begrenzten Zahlungsbereitschaft potenzieller Abnehmer gezielt ausgleichen. Contract-for-Difference-Modelle sind nach Einschätzung des Verbands dafür geeignete Instrumente.

So könne eine zentrale Lücke im gegenwärtigen Förderrahmen geschlossen und auch kleinen und mittleren Industrieunternehmen der Einstieg in den Wasserstoffmarkt ermöglicht werden, erklärt Seyfert.

Als Vorbild könne der Erdgasmarkt dienen. Auch dort hätten Midstreamer eine wichtige Rolle beim Markthochlauf gespielt. Für den deutlich komplexeren Wasserstoffmarkt sei eine koordinierende Instanz aus Sicht des Verbands umso relevanter. Gleichzeitig betont der VIK, dass ein Midstreamer keine eigene Infrastruktur betreiben solle. Vielmehr gehe es um eine marktliche Ausgleichs- und Absicherungsfunktion.

Wesentlich sei zudem, dass ein Midstreamer in der Hochlaufphase technologieoffen ausgestaltet sei. Neben erneuerbarem Wasserstoff sollten daher auch andere CO2-arme Wasserstoffarten einbezogen werden. Nur so könnten kurzfristig ausreichende Mengen bereitgestellt und der Förderbedarf effizient begrenzt werden.

Ein dauerhaft subventionierter Markt sei nicht das Ziel, erklärt Seyfert. „Wasserstoff-Midstreamer sollen das aktuelle ‚Henne-Ei-Problem‘ überwinden und so den Übergang zu einem liquiden, wettbewerblichen Markt ermöglichen, der perspektivisch ohne staatliche Förderung auskommt“, so der VIK-Hauptgeschäftsführer.

Details zum Midstreamer-Konzept stehen auf der Internetseite des VIK zur Verfügung.

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