E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Bilanz - Thyssenkrupp Nucera steigert Ebit trotz Marktschwäche
Headquarter von Thyssenkrupp Nucera in Dortmund. Quelle: Thyssenkrupp Nucera
Bilanz

Thyssenkrupp Nucera steigert Ebit trotz Marktschwäche

Die Jahresbilanz des Elektrolyseur-Bauers zeigt ein gemischtes Bild. Während sich das operative Ergebnis verbessert hat, gingen Auftragseingang und Auftragsbestand deutlich zurück.
Die Wasserstofftochter des Essener Industriekonzerns Thyssenkrupp − die Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA − hat das Geschäftsjahr 2024/2025 mit einem positiven operativen Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz belief sich auf 845 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert von 862 Millionen Euro. Gleichzeitig drehte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ins Plus: Das Ebit erreichte 2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 14 Millionen Euro angefallen war.

Wie das Unternehmen in einer Pressekonferenz am 17. Dezember mitteilte, spiegeln die Zahlen eine „solide Entwicklung in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld“ wider. Das Geschäftsjahr der Dortmunder läuft generell vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres.

Der Auftragseingang ging deutlich zurück und erreichte 348 Millionen Euro nach 636 Millionen Euro im Vorjahr. Thyssenkrupp Nucera führt dies vor allem auf die anhaltend verhaltene Investitionsdynamik im Markt für grünen Wasserstoff zurück. Entsprechend verringerte sich auch der Auftragsbestand zum Ende des Geschäftsjahres auf rund 0,61 Milliarden Euro, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei rund 1,13 Milliarden Euro gelegen hatte. 

Das Ergebnis aus dem Finanzgeschäft sank auf 17 Millionen Euro (Vorjahr: 26 Millionen Euro). Nach Steuern erzielte das Unternehmen einen Gewinn von rund 5 Millionen Euro, nach 11 Millionen Euro im Jahr zuvor. 

Trotz der Marktschwäche habe das Unternehmen seine strategische Entwicklungs-Roadmap im vergangenen Geschäftsjahr konsequent umgesetzt, wie Vorstandschef Werner Ponikwar bekräftigte. Das Unternehmen habe gezielt in neue Technologien investiert und zugleich an einer verbesserten Kostenstruktur gearbeitet, heißt es.

Chlor-Alkali-Geschäft legt zu

Im Segment Chlor-Alkali steigerte Thyssenkrupp Nucera den Umsatz deutlich um 14 Prozent auf 386 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen in diesem Bereich 338 Millionen Euro umsetzen können. Der Auftragseingang erhöhte sich auf 322 Millionen Euro nach 279 Millionen Euro, getragen vor allem vom wachsenden Servicegeschäft. Dieses erreichte einen Auftragseingang von 241 Millionen Euro (Vorjahr: 196 Millionen Euro). Der Auftragsbestand im Segment lag zum Geschäftsjahresende bei 347 Millionen Euro, nach 421 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das Ebit belief sich auf 58 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert (62 Millionen Euro), was das Unternehmen mit Einmaleffekten im Vorjahr erklärt.

Grüner Wasserstoff mit rückläufigen Volumina

Im Segment Grüner Wasserstoff ging der Umsatz von 524 Millionen Euro im Vorjahr auf 459 Millionen Euro zurück. Laut dem Unternehmen trugen Fortschritte beim Stegra-Projekt in Schweden maßgeblich zum Umsatz bei, während das Großprojekt Neom in Saudi-Arabien aufgrund seines hohen Fertigstellungsgrades weniger Erlöse beisteuerte. Der Auftragseingang brach auf 26 Millionen Euro ein, nach 356 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Entsprechend reduzierte sich der Auftragsbestand von 706 Millionen Euro auf 259 Millionen Euro. Das Ebit verbesserte sich auf minus 56 Millionen Euro (Vorjahr: minus 76 Millionen Euro). Finanzvorstand Stefan Hahn verwies in diesem Zusammenhang auf einen veränderten Projektmix sowie Fortschritte bei der Professionalisierung der Projektabwicklung.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 erhöhte Thyssenkrupp Nucera die Ausgaben für Forschung und Entwicklung leicht auf 38 Millionen Euro. Neben neuen Technologie-Generationen im Chlor-Alkali-Bereich erweiterte das Unternehmen sein Portfolio im Wasserstoffsegment durch den Zukauf einer Hochdruckelektrolyse-Technologie (wir berichteten).

Zurückhaltender Ausblick

Für das bereits angebrochene Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet Thyssenkrupp Nucera mit einem Auftragseingang zwischen 350 Millionen und 900 Millionen Euro. Bei der Prognose des Umsatzes gibt sich das Unternehmen allerdings zurückhaltend: Dieser dürfte auf 500 Millionen bis 600 Millionen Euro zurückgehen – nach 845 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Beim operativen Ergebnis erwartet das Unternehmen eine Spanne von minus 30 Millionen Euro bis zur Nulllinie.
 
Geschäftsjahr 2024/2025 von Thyssenkrupp Nucera
(in Millionen Euro)
 2024/20252023/2024
Umsatz845862
davon im Segment Chlor-Alkali386459
davon im Segment Grüner Wasserstoff459524
Ebit 2- 14
Auftragseingang 348636
Finanzergebnis1726
Gewinn nach Steuern511
Ausgaben Forschung & Entwicklung3836
Quelle: Thyssenkrupp Nucera

Mittwoch, 17.12.2025, 12:14 Uhr
Davina Spohn
Energie & Management > Bilanz - Thyssenkrupp Nucera steigert Ebit trotz Marktschwäche
Headquarter von Thyssenkrupp Nucera in Dortmund. Quelle: Thyssenkrupp Nucera
Bilanz
Thyssenkrupp Nucera steigert Ebit trotz Marktschwäche
Die Jahresbilanz des Elektrolyseur-Bauers zeigt ein gemischtes Bild. Während sich das operative Ergebnis verbessert hat, gingen Auftragseingang und Auftragsbestand deutlich zurück.
Die Wasserstofftochter des Essener Industriekonzerns Thyssenkrupp − die Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA − hat das Geschäftsjahr 2024/2025 mit einem positiven operativen Ergebnis abgeschlossen. Der Umsatz belief sich auf 845 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert von 862 Millionen Euro. Gleichzeitig drehte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ins Plus: Das Ebit erreichte 2 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von 14 Millionen Euro angefallen war.

Wie das Unternehmen in einer Pressekonferenz am 17. Dezember mitteilte, spiegeln die Zahlen eine „solide Entwicklung in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld“ wider. Das Geschäftsjahr der Dortmunder läuft generell vom 1. Oktober bis zum 30. September des Folgejahres.

Der Auftragseingang ging deutlich zurück und erreichte 348 Millionen Euro nach 636 Millionen Euro im Vorjahr. Thyssenkrupp Nucera führt dies vor allem auf die anhaltend verhaltene Investitionsdynamik im Markt für grünen Wasserstoff zurück. Entsprechend verringerte sich auch der Auftragsbestand zum Ende des Geschäftsjahres auf rund 0,61 Milliarden Euro, nachdem er ein Jahr zuvor noch bei rund 1,13 Milliarden Euro gelegen hatte. 

Das Ergebnis aus dem Finanzgeschäft sank auf 17 Millionen Euro (Vorjahr: 26 Millionen Euro). Nach Steuern erzielte das Unternehmen einen Gewinn von rund 5 Millionen Euro, nach 11 Millionen Euro im Jahr zuvor. 

Trotz der Marktschwäche habe das Unternehmen seine strategische Entwicklungs-Roadmap im vergangenen Geschäftsjahr konsequent umgesetzt, wie Vorstandschef Werner Ponikwar bekräftigte. Das Unternehmen habe gezielt in neue Technologien investiert und zugleich an einer verbesserten Kostenstruktur gearbeitet, heißt es.

Chlor-Alkali-Geschäft legt zu

Im Segment Chlor-Alkali steigerte Thyssenkrupp Nucera den Umsatz deutlich um 14 Prozent auf 386 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen in diesem Bereich 338 Millionen Euro umsetzen können. Der Auftragseingang erhöhte sich auf 322 Millionen Euro nach 279 Millionen Euro, getragen vor allem vom wachsenden Servicegeschäft. Dieses erreichte einen Auftragseingang von 241 Millionen Euro (Vorjahr: 196 Millionen Euro). Der Auftragsbestand im Segment lag zum Geschäftsjahresende bei 347 Millionen Euro, nach 421 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das Ebit belief sich auf 58 Millionen Euro und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert (62 Millionen Euro), was das Unternehmen mit Einmaleffekten im Vorjahr erklärt.

Grüner Wasserstoff mit rückläufigen Volumina

Im Segment Grüner Wasserstoff ging der Umsatz von 524 Millionen Euro im Vorjahr auf 459 Millionen Euro zurück. Laut dem Unternehmen trugen Fortschritte beim Stegra-Projekt in Schweden maßgeblich zum Umsatz bei, während das Großprojekt Neom in Saudi-Arabien aufgrund seines hohen Fertigstellungsgrades weniger Erlöse beisteuerte. Der Auftragseingang brach auf 26 Millionen Euro ein, nach 356 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Entsprechend reduzierte sich der Auftragsbestand von 706 Millionen Euro auf 259 Millionen Euro. Das Ebit verbesserte sich auf minus 56 Millionen Euro (Vorjahr: minus 76 Millionen Euro). Finanzvorstand Stefan Hahn verwies in diesem Zusammenhang auf einen veränderten Projektmix sowie Fortschritte bei der Professionalisierung der Projektabwicklung.

Im Geschäftsjahr 2024/2025 erhöhte Thyssenkrupp Nucera die Ausgaben für Forschung und Entwicklung leicht auf 38 Millionen Euro. Neben neuen Technologie-Generationen im Chlor-Alkali-Bereich erweiterte das Unternehmen sein Portfolio im Wasserstoffsegment durch den Zukauf einer Hochdruckelektrolyse-Technologie (wir berichteten).

Zurückhaltender Ausblick

Für das bereits angebrochene Geschäftsjahr 2025/2026 rechnet Thyssenkrupp Nucera mit einem Auftragseingang zwischen 350 Millionen und 900 Millionen Euro. Bei der Prognose des Umsatzes gibt sich das Unternehmen allerdings zurückhaltend: Dieser dürfte auf 500 Millionen bis 600 Millionen Euro zurückgehen – nach 845 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Beim operativen Ergebnis erwartet das Unternehmen eine Spanne von minus 30 Millionen Euro bis zur Nulllinie.
 
Geschäftsjahr 2024/2025 von Thyssenkrupp Nucera
(in Millionen Euro)
 2024/20252023/2024
Umsatz845862
davon im Segment Chlor-Alkali386459
davon im Segment Grüner Wasserstoff459524
Ebit 2- 14
Auftragseingang 348636
Finanzergebnis1726
Gewinn nach Steuern511
Ausgaben Forschung & Entwicklung3836
Quelle: Thyssenkrupp Nucera

Mittwoch, 17.12.2025, 12:14 Uhr
Davina Spohn

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.