Bauarbeiten am Tunnel für die Südlink-Querung der Elbe. Quelle: Tennet
Gut drei Kilometer des Tunnels für den Südlink-Abschnitt unter der Elbe sind nach Angaben von Tennet fertiggestellt. Mögliche Angriffe auf die Infrastruktur nimmt man „sehr ernst“.
Die Bohrarbeiten gehen voran. Am 4. Dezember vergangenen Jahres, am Tag der heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute, beging Tennet das Bergfest im „ElbX-Tunnel“. Die Hälfte der 5,2 Kilometer langen Bohrstrecke unter der Elbe für die Südlink-Leitung war geschafft. Jetzt hat der Übertragungsnetzbetreiber die Drei-Kilometer-Marke überschritten, wie eine Unternehmenssprecherin der Deutschen Presseagentur mitteilte. Mit dem Bau der unterirdischen Flussquerung befinde man sich damit im Zeitplan.
Begonnen hatten die Bohrarbeiten laut Tennet Anfang 2025. Im Jahr 2027 soll der unter der Elbe verlaufende Suedlink-Abschnitt fertiggestellt sein. Der Tunnel soll sich zwischen Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und Wischhafen in Niedersachsen erstrecken. Neben den Bohrungen finden Druckluftarbeiten unter der Schifffahrtsrinne statt. Sie erfordern „höchste Sicherheitsstandards“, heißt es. Dafür halte man zusammen mit dem Tiefbauunternehmen „während des Vortriebs eine eigene, rund um die Uhr besetzte Feuerwehr mit Rettungssanitätern vor“, so der Übertragungsnetzbetreiber.
Sicherheitsvorkehrungen sind geheim
Sicherheit wird auch in anderem Zusammenhang großgeschrieben. „Mögliche Angriffe auf die Infrastrukturen der Energieversorgung nehmen wir sehr ernst. Als Betreiber einer kritischen Infrastruktur halten wir unsere Systeme selbstverständlich jederzeit auf dem neuesten Stand“, teilt das Unternehmen mit.
Die Übertragungsnetzbetreiber, so ein Unternehmenssprecher, arbeiteten eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen, etwa dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Um Systeme und Infrastrukturen „bestmöglich zu schützen, machen wir grundsätzlich keine Angaben zu den von uns ergriffenen Sicherheitsvorkehrungen“.
Hoch- und Höchstspannungsleitungen werden in Deutschland nach dem „n-1-Prinzip“ betrieben, betont der Sprecher. Das bedeutet, dass bei Ausfall einer Stromleitung, eine andere Leitung einspringen kann und somit verhindert, dass die Stromversorgung unterbrochen wird.
Hinzu kommt, dass das europäische Verbundnetz „vermascht“ aufgebaut ist und daher gegen lokale Angriffe „recht gut zu schützen“ sei. Auch werde das Netz nicht von einer zentralen Stelle aus gesteuert, sondern von mindestens einer Steuerstelle pro Land, die zudem redundant ausgelegt sind. Zusätzlich trage zur Sicherheit bei, dass sich in Deutschland vier Netzbetreiber im Höchstspannungsbereich die Aufgaben teilen.
Freitag, 9.01.2026, 16:20 Uhr
Manfred Fischer
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