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Energie & Management > Klimaschutz - Start der Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge
Quelle: Fotolia
Klimaschutz

Start der Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge

Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) startet die Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge, um Investitionen energieintensiver Industrien in CO2-arme Verfahren zu fördern.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat das Gebotsverfahren 2026 für CO2-Differenzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfDs) eröffnet. Mit dem Förderinstrument will das Ministerium Investitionen in CO2-arme Produktionsprozesse anreizen, insbesondere in energieintensiven Branchen wie Chemie, Metalle, Zement, Kalk, Glas, Papier und Keramik. Für die aktuelle Gebotsrunde sind im Bundeshaushalt bis zu fünf Milliarden Euro vorgesehen.

Das Programm richtet sich an Unternehmen, deren Anlagen dem europäischen Emissionshandelssystem EU-ETS 1 unterliegen. Laut dem BMWE sollen die Differenzverträge Unternehmen dabei unterstützen, ihre Produktionsverfahren im Einklang mit europäischen und nationalen Klimazielen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig zielt das Programm darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu sichern.

Überarbeitete Vertragsgestaltung

Das Ministerium hat die Ausgestaltung der CCfDs nach eigenen Angaben auf Basis von Rückmeldungen aus der Industrie und von weiteren Stakeholdern überarbeitet. Die Förderrichtlinie sei nun technologieoffener und flexibler. So wurden etwa die Anforderungen an die CO2-Minderung angepasst: Unternehmen müssen nach vier Jahren eine Emissionsreduktion von mindestens 50 Prozent gegenüber dem Referenzsystem erreichen, zuvor waren es 60 Prozent nach drei Jahren. Am Ende der Förderlaufzeit gilt eine Zielmarke von 85 Prozent statt bislang 90 Prozent.

Erstmals lässt das BMWE auch Projekte mit CO2-Abscheidung und -Speicherung beziehungsweise -Nutzung (CCU/S) zu, sofern es sich überwiegend um schwer vermeidbare Prozessemissionen handelt. Das betrifft laut Wirtschaftsministerium insbesondere Anwendungen in der Zement- und Kalkindustrie sowie bei Steamcrackern. Gleichzeitig wurden die Vorgaben für den Einsatz fossiler Energieträger in solchen Vorhaben angepasst.

Prozesswärme eingeschlossen

Darüber hinaus können künftig auch reine Industriedampfprojekte gefördert werden. Damit erweitert das BMWE den Förderrahmen auf Vorhaben, die ausschließlich der Bereitstellung von Prozesswärme dienen. Eine neue Regelung ermöglicht es Unternehmen zudem, bereits vor dem operativen Projektstart aus einem Vorhaben auszusteigen. Das soll laut BMWE die Planungssicherheit erhöhen, speziell bei Projekten, die von externen Faktoren wie Infrastruktur abhängen.

Auch die finanziellen Rahmenbedingungen wurden verändert. Mögliche Rückzahlungen, die bei Differenzverträgen entstehen können, wenn sich Marktbedingungen günstiger entwickeln als erwartet, werden begrenzt. Das reduziere bilanzielle Risiken und erleichtere Investitionsentscheidungen, heißt es dazu weiter. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, den operativen Projektstart flexibler zu verschieben, um ihn besser an infrastrukturelle Voraussetzungen anzupassen.

Hintergrund

Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, die bereits am vorbereitenden Verfahren Ende 2025 erfolgreich teilgenommen haben. Sie können ihre Gebote bis zum 7. September 2026 einreichen. Die beihilferechtliche Genehmigung der überarbeiteten Förderrichtlinie durch die Europäische Kommission steht noch aus, wird laut BMWE jedoch in Kürze erwartet.

CO2-Differenzverträge gleichen über einen Zeitraum von 15 Jahren die Mehrkosten CO2-armer Produktionsverfahren im Vergleich zu konventionellen Technologien aus. Dabei berücksichtigen sie sowohl die Entwicklung der CO2-Preise im europäischen Emissionshandelssystem als auch die Energiepreise. Die Fördermittel werden über ein wettbewerbliches Gebotsverfahren vergeben. Ziel ist es laut BMWE, Projekte mit möglichst geringem Förderbedarf zu identifizieren und so die eingesetzten Mittel effizient zu nutzen.

Die Antragsunterlagen stehen auf der Website des Förderprogramms bereit.

Dienstag, 5.05.2026, 11:40 Uhr
Susanne Harmsen
Energie & Management > Klimaschutz - Start der Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge
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Klimaschutz
Start der Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) startet die Gebotsrunde für CO2-Differenzverträge, um Investitionen energieintensiver Industrien in CO2-arme Verfahren zu fördern.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hat das Gebotsverfahren 2026 für CO2-Differenzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfDs) eröffnet. Mit dem Förderinstrument will das Ministerium Investitionen in CO2-arme Produktionsprozesse anreizen, insbesondere in energieintensiven Branchen wie Chemie, Metalle, Zement, Kalk, Glas, Papier und Keramik. Für die aktuelle Gebotsrunde sind im Bundeshaushalt bis zu fünf Milliarden Euro vorgesehen.

Das Programm richtet sich an Unternehmen, deren Anlagen dem europäischen Emissionshandelssystem EU-ETS 1 unterliegen. Laut dem BMWE sollen die Differenzverträge Unternehmen dabei unterstützen, ihre Produktionsverfahren im Einklang mit europäischen und nationalen Klimazielen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig zielt das Programm darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland zu sichern.

Überarbeitete Vertragsgestaltung

Das Ministerium hat die Ausgestaltung der CCfDs nach eigenen Angaben auf Basis von Rückmeldungen aus der Industrie und von weiteren Stakeholdern überarbeitet. Die Förderrichtlinie sei nun technologieoffener und flexibler. So wurden etwa die Anforderungen an die CO2-Minderung angepasst: Unternehmen müssen nach vier Jahren eine Emissionsreduktion von mindestens 50 Prozent gegenüber dem Referenzsystem erreichen, zuvor waren es 60 Prozent nach drei Jahren. Am Ende der Förderlaufzeit gilt eine Zielmarke von 85 Prozent statt bislang 90 Prozent.

Erstmals lässt das BMWE auch Projekte mit CO2-Abscheidung und -Speicherung beziehungsweise -Nutzung (CCU/S) zu, sofern es sich überwiegend um schwer vermeidbare Prozessemissionen handelt. Das betrifft laut Wirtschaftsministerium insbesondere Anwendungen in der Zement- und Kalkindustrie sowie bei Steamcrackern. Gleichzeitig wurden die Vorgaben für den Einsatz fossiler Energieträger in solchen Vorhaben angepasst.

Prozesswärme eingeschlossen

Darüber hinaus können künftig auch reine Industriedampfprojekte gefördert werden. Damit erweitert das BMWE den Förderrahmen auf Vorhaben, die ausschließlich der Bereitstellung von Prozesswärme dienen. Eine neue Regelung ermöglicht es Unternehmen zudem, bereits vor dem operativen Projektstart aus einem Vorhaben auszusteigen. Das soll laut BMWE die Planungssicherheit erhöhen, speziell bei Projekten, die von externen Faktoren wie Infrastruktur abhängen.

Auch die finanziellen Rahmenbedingungen wurden verändert. Mögliche Rückzahlungen, die bei Differenzverträgen entstehen können, wenn sich Marktbedingungen günstiger entwickeln als erwartet, werden begrenzt. Das reduziere bilanzielle Risiken und erleichtere Investitionsentscheidungen, heißt es dazu weiter. Zudem wurde die Möglichkeit geschaffen, den operativen Projektstart flexibler zu verschieben, um ihn besser an infrastrukturelle Voraussetzungen anzupassen.

Hintergrund

Teilnahmeberechtigt sind Unternehmen, die bereits am vorbereitenden Verfahren Ende 2025 erfolgreich teilgenommen haben. Sie können ihre Gebote bis zum 7. September 2026 einreichen. Die beihilferechtliche Genehmigung der überarbeiteten Förderrichtlinie durch die Europäische Kommission steht noch aus, wird laut BMWE jedoch in Kürze erwartet.

CO2-Differenzverträge gleichen über einen Zeitraum von 15 Jahren die Mehrkosten CO2-armer Produktionsverfahren im Vergleich zu konventionellen Technologien aus. Dabei berücksichtigen sie sowohl die Entwicklung der CO2-Preise im europäischen Emissionshandelssystem als auch die Energiepreise. Die Fördermittel werden über ein wettbewerbliches Gebotsverfahren vergeben. Ziel ist es laut BMWE, Projekte mit möglichst geringem Förderbedarf zu identifizieren und so die eingesetzten Mittel effizient zu nutzen.

Die Antragsunterlagen stehen auf der Website des Förderprogramms bereit.

Dienstag, 5.05.2026, 11:40 Uhr
Susanne Harmsen

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