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Energie & Management > Stadtwerke - Stadtwerke Ahrensburg müssen die Kasse aufbessern
Quelle: Pixabay / Andrew Khoroshavin
Stadtwerke

Stadtwerke Ahrensburg müssen die Kasse aufbessern

Vom Aushängeschild zum Sorgenkind: Das Glasfasernetz der Stadtwerke Ahrensburg gerät zur Belastung. Als Verlustbringer engt es den Spielraum des Versorgers in wichtigen Feldern ein.
Die wirtschaftliche Entwicklung bei den Stadtwerken Ahrensburg ist angespannt. Auf Berichte örtlicher Medien reagiert der Versorger aus dem Südosten Schleswig-Holsteins am 26. Mai mit einer Mitteilung, um Zweifeln an der „langfristigen Stabilität des Unternehmens“ zu begegnen.

Geschäftsführerin Julia Fest steht laut Mitteilung vor der Aufgabe, „tragfähige Entscheidungen zu treffen, die die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke sichern und gleichzeitig unserem Versorgungsauftrag gerecht werden“. Hintergrund sind offenbar rückläufige Ergebnisse, die zu einem unerwarteten Minus im Bilanzjahr 2025 führen könnten. Dazu lässt die Stadtwerke-Chefin sich allerdings nicht konkret aus.

Wie aus der Mitteilung allerdings hervorgeht, hätten die Renditeerwartungen sich nach dem schnellen und kostenintensiven Ausbau des Glasfasernetzes nicht erfüllt. Eine Trennung von den Datenleitungen allerdings sei noch keine ausgemachte Sache, wie eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion sagt. Sie nimmt damit Bezug auf die Darstellung des Hamburger Abendblatts, nach der der Aufsichtsrat die Veräußerung oder Verpachtung des Netzes bereits beschlossen habe.

Kommune prüft Finanzspritze und soll Verluste übernehmen

Die Stadtwerke sprechen vielmehr davon, „sämtliche strategischen Optionen sorgfältig“ prüfen zu wollen. Sie räumen ein, sich in einem „vielschichtigen wirtschaftlichen und strategischen Spannungsfeld“ zu bewegen. Zahlen fallen in diesem Zusammenhang nicht, doch ohne Finanzspritze der Stadt wird der Versorger nicht zurecht kommen. Zum einen solle die Unternehmensmutter die Verluste übernehmen, die das Freizeitbad „Badlantic“ anhäuft, heißt es.

Zum anderen sind die Investitionen in das Glasfasernetz der 35.000-Menschen-Kommune wohl ein Fass ohne Boden. Das Hamburger Abendblatt schreibt, seit dem Beginn des Leitungsbaus 2014 habe das Geschäftsfeld noch nie schwarze Zahlen geschrieben. Im Gegenteil belaufe das Minus sich auf etwa 1 Million Euro im Jahr. Das Dilemma ergibt sich aus erheblichen Ausgaben für den Bau des Netzes und schlicht nicht konkurrenzfähigen Tarifen. Die Stadtwerke bleiben hier im Ungefähren, wenn sie die Verluste „hohen Investitionskosten, einem dynamischen Wettbewerb sowie veränderten Marktbedingungen“ zuschreiben.

Der Versorger prüfe „mögliche Handlungsoptionen und Kooperationen“, heißt es in der Mitteilung. Eine Zusammenarbeit in diesem Bereich hatte das Unternehmen zuletzt im Februar 2026 bekanntgegeben. Im Wohnquartier der Norddeutschen Baugenossenschaft „Neue Lübecker“ sind die Stadtwerke Seite an Seite mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone aktiv. Der Versorger legt die Kabel bis ans Haus und übernimmt den Vertrieb, Vodafone verlängert die Glasfaseranbindung in die 187 Mehrfamilienhäuser (insgesamt 1.424 Wohneinheiten).

Für die Stadtwerke gehe es laut Medienbericht darum, finanziellen Handlungsspielraum zurückzugewinnen. Der Ausbau des Fernwärmenetzes erfordere über viele Jahre Investitionen. Mit den auflaufenden Verlusten aber sei es schwieriger, sich dafür bei den Banken Geld zu leihen. Mit dem Verkauf oder der Verpachtung des Glasfasernetzes könnte das Unternehmen also benötigte Liquidität generieren.

In der aktuellen Sprachregelung der Stadtwerke heißt es dazu, der Energiemarkt sei bei Preisentwicklung und rechtlichen Rahmenbedingungen „von hoher Volatilität geprägt“. Daher prüfe die Stadt Ahrensburg eine finanzielle Unterstützung, damit die Stadtwerke „die vielfältigen Aufgaben im Rahmen der Klimawende weiterhin verlässlich umsetzen“ können.

Eine Frage, vor der viele Versorger stehen, betrifft die Zukunft klassischer Geschäftsfelder. Der Vertrieb von Gas wird perspektivisch nicht länger stabile Gewinne garantieren, (klimaneutrale) Fernwärme als Nachfolger bringt womöglich weniger ein. Auch die Stadtwerke Ahrensburg suchen Lösungen dafür. Seit vergangenem Herbst sind dazu Ideen im Raum, die von der Übernahme der Stromnetzkonzession in der Stadt bis zur Übernahme auch der Trinkwasserversorgung reichen.

Dienstag, 26.05.2026, 19:26 Uhr
Volker Stephan
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Stadtwerke Ahrensburg müssen die Kasse aufbessern
Vom Aushängeschild zum Sorgenkind: Das Glasfasernetz der Stadtwerke Ahrensburg gerät zur Belastung. Als Verlustbringer engt es den Spielraum des Versorgers in wichtigen Feldern ein.
Die wirtschaftliche Entwicklung bei den Stadtwerken Ahrensburg ist angespannt. Auf Berichte örtlicher Medien reagiert der Versorger aus dem Südosten Schleswig-Holsteins am 26. Mai mit einer Mitteilung, um Zweifeln an der „langfristigen Stabilität des Unternehmens“ zu begegnen.

Geschäftsführerin Julia Fest steht laut Mitteilung vor der Aufgabe, „tragfähige Entscheidungen zu treffen, die die Zukunftsfähigkeit der Stadtwerke sichern und gleichzeitig unserem Versorgungsauftrag gerecht werden“. Hintergrund sind offenbar rückläufige Ergebnisse, die zu einem unerwarteten Minus im Bilanzjahr 2025 führen könnten. Dazu lässt die Stadtwerke-Chefin sich allerdings nicht konkret aus.

Wie aus der Mitteilung allerdings hervorgeht, hätten die Renditeerwartungen sich nach dem schnellen und kostenintensiven Ausbau des Glasfasernetzes nicht erfüllt. Eine Trennung von den Datenleitungen allerdings sei noch keine ausgemachte Sache, wie eine Sprecherin der Stadtwerke auf Anfrage dieser Redaktion sagt. Sie nimmt damit Bezug auf die Darstellung des Hamburger Abendblatts, nach der der Aufsichtsrat die Veräußerung oder Verpachtung des Netzes bereits beschlossen habe.

Kommune prüft Finanzspritze und soll Verluste übernehmen

Die Stadtwerke sprechen vielmehr davon, „sämtliche strategischen Optionen sorgfältig“ prüfen zu wollen. Sie räumen ein, sich in einem „vielschichtigen wirtschaftlichen und strategischen Spannungsfeld“ zu bewegen. Zahlen fallen in diesem Zusammenhang nicht, doch ohne Finanzspritze der Stadt wird der Versorger nicht zurecht kommen. Zum einen solle die Unternehmensmutter die Verluste übernehmen, die das Freizeitbad „Badlantic“ anhäuft, heißt es.

Zum anderen sind die Investitionen in das Glasfasernetz der 35.000-Menschen-Kommune wohl ein Fass ohne Boden. Das Hamburger Abendblatt schreibt, seit dem Beginn des Leitungsbaus 2014 habe das Geschäftsfeld noch nie schwarze Zahlen geschrieben. Im Gegenteil belaufe das Minus sich auf etwa 1 Million Euro im Jahr. Das Dilemma ergibt sich aus erheblichen Ausgaben für den Bau des Netzes und schlicht nicht konkurrenzfähigen Tarifen. Die Stadtwerke bleiben hier im Ungefähren, wenn sie die Verluste „hohen Investitionskosten, einem dynamischen Wettbewerb sowie veränderten Marktbedingungen“ zuschreiben.

Der Versorger prüfe „mögliche Handlungsoptionen und Kooperationen“, heißt es in der Mitteilung. Eine Zusammenarbeit in diesem Bereich hatte das Unternehmen zuletzt im Februar 2026 bekanntgegeben. Im Wohnquartier der Norddeutschen Baugenossenschaft „Neue Lübecker“ sind die Stadtwerke Seite an Seite mit dem Kommunikationsunternehmen Vodafone aktiv. Der Versorger legt die Kabel bis ans Haus und übernimmt den Vertrieb, Vodafone verlängert die Glasfaseranbindung in die 187 Mehrfamilienhäuser (insgesamt 1.424 Wohneinheiten).

Für die Stadtwerke gehe es laut Medienbericht darum, finanziellen Handlungsspielraum zurückzugewinnen. Der Ausbau des Fernwärmenetzes erfordere über viele Jahre Investitionen. Mit den auflaufenden Verlusten aber sei es schwieriger, sich dafür bei den Banken Geld zu leihen. Mit dem Verkauf oder der Verpachtung des Glasfasernetzes könnte das Unternehmen also benötigte Liquidität generieren.

In der aktuellen Sprachregelung der Stadtwerke heißt es dazu, der Energiemarkt sei bei Preisentwicklung und rechtlichen Rahmenbedingungen „von hoher Volatilität geprägt“. Daher prüfe die Stadt Ahrensburg eine finanzielle Unterstützung, damit die Stadtwerke „die vielfältigen Aufgaben im Rahmen der Klimawende weiterhin verlässlich umsetzen“ können.

Eine Frage, vor der viele Versorger stehen, betrifft die Zukunft klassischer Geschäftsfelder. Der Vertrieb von Gas wird perspektivisch nicht länger stabile Gewinne garantieren, (klimaneutrale) Fernwärme als Nachfolger bringt womöglich weniger ein. Auch die Stadtwerke Ahrensburg suchen Lösungen dafür. Seit vergangenem Herbst sind dazu Ideen im Raum, die von der Übernahme der Stromnetzkonzession in der Stadt bis zur Übernahme auch der Trinkwasserversorgung reichen.

Dienstag, 26.05.2026, 19:26 Uhr
Volker Stephan

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