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Energie & Management > Bilanz - Oekostrom AG steigert Ergebnis und baut Erzeugung aus
Quelle: Fotolia / Minerva Studio
Bilanz

Oekostrom AG steigert Ergebnis und baut Erzeugung aus

Die Oekostrom AG steigert im ersten Halbjahr Erzeugung und Ergebnis. Anfang des Jahres hat der österreichische Versorger damit begonnen, eine deutsche Handelsgesellschaft aufzubauen. 
Die österreichische Oekostrom AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihr Ergebnis verbessert und ihre Erzeugungskapazitäten ausgebaut. Der Konzernumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht von 59,8 auf 60,2 Millionen Euro. Das Ebitda stieg von 4,6 auf 5,8 Millionen Euro. Beim Ebit verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg von 1,45 auf 2,02 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 1,21 Millionen Euro nach 812.000 Euro im ersten Halbjahr 2025.

Deutlich stärker fiel die Veränderung beim Konzernergebnis aus. Nach Abzug der Fremdanteile weist Oekostrom für die ersten sechs Monate 603.000 Euro aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 68.000 Euro. Das Ergebnis nach Steuern einschließlich Fremdanteilen lag bei 930.000 Euro. 

„2026 ist das Jahr mit dem größten Ausbau der Erzeugungskapazität der oekostrom AG seit ihrer Gründung. Wir lösen unser Wachstumsversprechen ein und liefern einen starken Beitrag zu einer nachhaltigen Energiezukunft“, betont CFO Jan Häupler bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Versorgers mit Hauptsitz in Wien. 

27 MW Photovoltaik gehen ans Netz


Einen Schwerpunkt setzte das Unternehmen auf den Ausbau seines Erzeugungsportfolios. In Parndorf, Herbstheim und Burgkirchen nahm Oekostrom Photovoltaikanlagen mit zusammen 26,8 MW Leistung in Betrieb. Damit erreichte die installierte Leistung einschließlich Fremdanteilen zum 30. Juni rund 130 MW. Die Stromproduktion der eigenen Wind- und Photovoltaikanlagen erhöhte sich von 93 auf 105 GWh. Trotz des Zubaus lag die Erzeugung damit mehr als 10 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Ursache waren vor allem schwache Windverhältnisse im Januar und Februar. Die PV-Anlagen produzierten dagegen über Plan.

Die größte der neuen Anlagen steht in Parndorf im Burgenland. Der dortige Agri-PV-Park verfügt über 17 MW, Oekostrom hält einen Anteil von 68 Prozent. Den Standort Parndorf will Oekostrom um einen Batteriespeicher erweitern. Das Land Burgenland erteilte im Juni die Genehmigung für das Projekt. Vorgesehen sind 9 MW Leistung und 18 MWh Speicherkapazität. Die Inbetriebnahme plant das Unternehmen für das zweite Quartal 2027. Weitere Speicherprojekte befinden sich nach Auskunft des Geschäftsberichts in Vorbereitung. 

Auch bei Windkraft und Photovoltaik entwickelt Oekostrom weitere Projekte. Beim Windpark Erftstadt-Erp in Nordrhein-Westfalen wurden im ersten Halbjahr sechs Anlagen errichtet. Der Windpark verfügt über 21,6 MW, Oekostrom hält 40 Prozent. Die Inbetriebnahme ist für September vorgesehen. Weitere Projekte verfolgt das Unternehmen in Österreich, der Slowakei und Tschechien. 

Energiehandel wächst, Vertrieb verliert Kunden

Neben der Erzeugung baut Oekostrom den Energiehandel aus. Das Handelsvolumen erhöhte sich im ersten Halbjahr von 324 auf 431 GWh. Das Unternehmen erweiterte seine Direkt- und Flexibilitätsvermarktung und reduzierte nach eigenen Angaben durch optimierte Abwicklungsprozesse die Kosten für Ausgleichsenergie. Mit dem Produkt „oekostrom neo“ vermarktet die Handelstochter inzwischen Batteriespeicher. Zum Halbjahresende hatte sie sechs Kunden beziehungsweise Speicherprojekte unter Vertrag.

In Deutschland bereitet Oekostrom mit Green Planet Energy, Naturstrom und den Elektrizitätswerken Schönau den Aufbau der „HandelGrün GmbH & Co. KG“ vor (wir berichteten). Oekostrom hält daran 25 Prozent. Die Gesellschaft soll als Direkt- und Flexibilitätsvermarkter für erneuerbare Energien tätig werden. Den Vermarktungsstart planen die Partner für den 1. Januar 2027.

Anders entwickelte sich das Endkundengeschäft. Die Zahl der Zählpunkte sank von 116.000 Ende 2025 auf rund 106.000 zur Jahresmitte. Oekostrom führt den Rückgang auf den Preiswettbewerb im österreichischen Strommarkt zurück und verzichtete nach eigenen Angaben auf eine Kampagne zur Neukundengewinnung. Der Stromabsatz an Endkunden verringerte sich entsprechend von 259 auf 235 GWh.

Für die zweite Jahreshälfte plant Oekostrom weitere Investitionen in Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher. Zur Finanzierung bereitet das Unternehmen für Spätsommer beziehungsweise Herbst eine Kapitalerhöhung vor. Auf Basis eines genehmigten Kapitals von 3 Millionen Euro könnten rund 450.000 neue Aktien ausgegeben werden. Bestandsaktionäre sollen Bezugsrechte erhalten.

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Oekostrom wegen des geringen Konzernergebnisses keine Dividende. Im laufenden Jahr setzt das Unternehmen neben dem Ausbau der Erzeugung auf zusätzliche Erlöse aus Direkt- und Flexibilitätsvermarktung. Im zweiten Halbjahr erwartet der Vorstand einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem Handelsgeschäft. (hr)

Dienstag, 25.08.2026, 12:24 Uhr
Heidi Roider
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Oekostrom AG steigert Ergebnis und baut Erzeugung aus
Die Oekostrom AG steigert im ersten Halbjahr Erzeugung und Ergebnis. Anfang des Jahres hat der österreichische Versorger damit begonnen, eine deutsche Handelsgesellschaft aufzubauen. 
Die österreichische Oekostrom AG hat im ersten Halbjahr 2026 ihr Ergebnis verbessert und ihre Erzeugungskapazitäten ausgebaut. Der Konzernumsatz erhöhte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht von 59,8 auf 60,2 Millionen Euro. Das Ebitda stieg von 4,6 auf 5,8 Millionen Euro. Beim Ebit verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg von 1,45 auf 2,02 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern erreichte 1,21 Millionen Euro nach 812.000 Euro im ersten Halbjahr 2025.

Deutlich stärker fiel die Veränderung beim Konzernergebnis aus. Nach Abzug der Fremdanteile weist Oekostrom für die ersten sechs Monate 603.000 Euro aus. Im Vorjahreszeitraum waren es 68.000 Euro. Das Ergebnis nach Steuern einschließlich Fremdanteilen lag bei 930.000 Euro. 

„2026 ist das Jahr mit dem größten Ausbau der Erzeugungskapazität der oekostrom AG seit ihrer Gründung. Wir lösen unser Wachstumsversprechen ein und liefern einen starken Beitrag zu einer nachhaltigen Energiezukunft“, betont CFO Jan Häupler bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen des Versorgers mit Hauptsitz in Wien. 

27 MW Photovoltaik gehen ans Netz


Einen Schwerpunkt setzte das Unternehmen auf den Ausbau seines Erzeugungsportfolios. In Parndorf, Herbstheim und Burgkirchen nahm Oekostrom Photovoltaikanlagen mit zusammen 26,8 MW Leistung in Betrieb. Damit erreichte die installierte Leistung einschließlich Fremdanteilen zum 30. Juni rund 130 MW. Die Stromproduktion der eigenen Wind- und Photovoltaikanlagen erhöhte sich von 93 auf 105 GWh. Trotz des Zubaus lag die Erzeugung damit mehr als 10 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Ursache waren vor allem schwache Windverhältnisse im Januar und Februar. Die PV-Anlagen produzierten dagegen über Plan.

Die größte der neuen Anlagen steht in Parndorf im Burgenland. Der dortige Agri-PV-Park verfügt über 17 MW, Oekostrom hält einen Anteil von 68 Prozent. Den Standort Parndorf will Oekostrom um einen Batteriespeicher erweitern. Das Land Burgenland erteilte im Juni die Genehmigung für das Projekt. Vorgesehen sind 9 MW Leistung und 18 MWh Speicherkapazität. Die Inbetriebnahme plant das Unternehmen für das zweite Quartal 2027. Weitere Speicherprojekte befinden sich nach Auskunft des Geschäftsberichts in Vorbereitung. 

Auch bei Windkraft und Photovoltaik entwickelt Oekostrom weitere Projekte. Beim Windpark Erftstadt-Erp in Nordrhein-Westfalen wurden im ersten Halbjahr sechs Anlagen errichtet. Der Windpark verfügt über 21,6 MW, Oekostrom hält 40 Prozent. Die Inbetriebnahme ist für September vorgesehen. Weitere Projekte verfolgt das Unternehmen in Österreich, der Slowakei und Tschechien. 

Energiehandel wächst, Vertrieb verliert Kunden

Neben der Erzeugung baut Oekostrom den Energiehandel aus. Das Handelsvolumen erhöhte sich im ersten Halbjahr von 324 auf 431 GWh. Das Unternehmen erweiterte seine Direkt- und Flexibilitätsvermarktung und reduzierte nach eigenen Angaben durch optimierte Abwicklungsprozesse die Kosten für Ausgleichsenergie. Mit dem Produkt „oekostrom neo“ vermarktet die Handelstochter inzwischen Batteriespeicher. Zum Halbjahresende hatte sie sechs Kunden beziehungsweise Speicherprojekte unter Vertrag.

In Deutschland bereitet Oekostrom mit Green Planet Energy, Naturstrom und den Elektrizitätswerken Schönau den Aufbau der „HandelGrün GmbH & Co. KG“ vor (wir berichteten). Oekostrom hält daran 25 Prozent. Die Gesellschaft soll als Direkt- und Flexibilitätsvermarkter für erneuerbare Energien tätig werden. Den Vermarktungsstart planen die Partner für den 1. Januar 2027.

Anders entwickelte sich das Endkundengeschäft. Die Zahl der Zählpunkte sank von 116.000 Ende 2025 auf rund 106.000 zur Jahresmitte. Oekostrom führt den Rückgang auf den Preiswettbewerb im österreichischen Strommarkt zurück und verzichtete nach eigenen Angaben auf eine Kampagne zur Neukundengewinnung. Der Stromabsatz an Endkunden verringerte sich entsprechend von 259 auf 235 GWh.

Für die zweite Jahreshälfte plant Oekostrom weitere Investitionen in Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeicher. Zur Finanzierung bereitet das Unternehmen für Spätsommer beziehungsweise Herbst eine Kapitalerhöhung vor. Auf Basis eines genehmigten Kapitals von 3 Millionen Euro könnten rund 450.000 neue Aktien ausgegeben werden. Bestandsaktionäre sollen Bezugsrechte erhalten.

Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte Oekostrom wegen des geringen Konzernergebnisses keine Dividende. Im laufenden Jahr setzt das Unternehmen neben dem Ausbau der Erzeugung auf zusätzliche Erlöse aus Direkt- und Flexibilitätsvermarktung. Im zweiten Halbjahr erwartet der Vorstand einen höheren Ergebnisbeitrag aus dem Handelsgeschäft. (hr)

Dienstag, 25.08.2026, 12:24 Uhr
Heidi Roider

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