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NRW will die Wärmewende stärker in den Alltag integrieren. Ein neues Bündnis bündelt Beratung und Aktionen, um passende Heiztechnik für Haushalte und Quartiere zugänglich zu machen.
Das einwohnerstärkste Bundesland Deutschlands setzt auf eine breite Zusammenarbeit. Beim „Forum Wärmewende.NRW“ stellte Landeswirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) am 10. Dezember das neue Bündnis „Heizkeller der Zukunft“ vor. Dazu gehört ein umfassendes Maßnahmenpaket, das den Zugang zu modernen Heizsystemen erleichtern soll. Ziel des Bündnisses ist es, den Umstieg auf effiziente Heiztechnik für Haushalte und Unternehmen übersichtlicher und praxistauglicher zu gestalten.
Die beteiligten Partner aus Handwerk, Industrie, Energieberatung, Verbraucherzentrale und Verbänden sollen neue Informations- und Beratungsangebote erarbeiten, damit Eigentümer und Mieter schneller passende Lösungen finden. Außerdem sind, so das Ministerium weiter, Aktionen im ganzen Bundesland geplant. 16 Aktionstage sind
im kommenden Jahr angesetzt, um den Heizungskeller der Zukunft direkt in die Regionen zu bringen.
Die Initiative setzt auf gemeinsame Strukturen, damit Entscheidungen zu Heiztechnik einfacher fallen. Das Wirtschaftsministerium betont, dass viele Wärmequellen in Nordrhein-Westfalen bislang ungenutzt bleiben. Dazu gehören Erdwärme, Abwasserwärme oder Abwärme aus Betrieben und Rechenzentren.
Die Landesregierung will diese Quellen stärker einbinden und verweist auf Kooperationen sowie neue Unterstützungsangebote. Diese reichen von Musterverträgen über Beratungen bis hin zu Praxisbeispielen, die Unternehmen zur Nutzung von Abwärme motivieren sollen.
Stärkerer Fokus auf AbwärmenutzungDas Land erwartet, dass Abwärme künftig bis zu 25 Prozent der Wärme in den Netzen liefern kann. Unternehmen sollen externe Beratung erhalten, um technische und wirtschaftliche Potenziale besser einschätzen zu können.
Die Wärmewende soll nicht nur einzelne Gebäude, sondern ganze Nachbarschaften einbeziehen. Die Landesregierung will dabei Wärmegenossenschaften stärker in den Fokus rücken. Diese sollen, so der Plan, stabile Preise und gemeinschaftliche Investitionen in moderne Versorgungskonzepte ermöglichen.
Nordrhein-Westfalen weitet dafür den bisherigen Bürgerenergiefonds aus, der bislang Stromprojekte unterstützte.
Zukünftig will die Landesregierung das finanzielle Risiko der Vorplanung von gemeinschaftlichen Wärmeprojekten übernehmen, wie es aus dem
Landeswirtschaftsministerium heißt. Bürger könnten dadurch prüfen, ob sich genossenschaftliche Lösungen für ihr Quartier eignen, ohne eigenes Planungsrisiko übernehmen zu müssen.
Orientierung im HeizungsdschungelNeben Quartierslösungen richtet das Bündnis seinen Blick auch auf einzelne Haushalte. Viele Eigentümer und Mieter stehen vor der Frage, welche Technik künftig sinnvoll ist. Das neue Angebot möchte genau hier ansetzen und den Entscheidungsprozess vereinfachen. Informationsmaterial, Beratungstools und regionale Veranstaltungen sollen konkrete Orientierung geben. Dabei geht es sowohl um technische Möglichkeiten als auch um praktische Schritte wie Modernisierung oder Effizienzsteigerung.
Laut Ministerium profitieren alle Bevölkerungsgruppen. Das gelte für Eigentümer, für Mieter und für Nachbarschaften, die gemeinsame Wege einschlagen wollen. Die zentrale Botschaft laute: Moderne Heiztechnik soll dauerhaft, bezahlbar und klimafreundlich sein. Neubaur betonte, dass Nordrhein-Westfalen bereits 13
Prozent der Wärmepläne abgeschlossen hat und damit bundesweit weit vorne liegt. Die Landesregierung sieht darin eine Bestätigung ihres Ansatzes.
Leitlinien für den Umbau der WärmeversorgungDas Wirtschaftsministerium legte außerdem ein Positionspapier vor, das sieben Leitlinien für die Wärmewende formuliert. Dazu gehören etwa der verstärkte Einsatz heimischer Energiequellen, individuelle Wahlfreiheit bei der Heiztechnik und die Nutzung aller verfügbaren Wärmequellen im Land.
Das Papier hebt zudem die Rolle kleiner Effizienzmaßnahmen hervor, von abgedichteten Fenstern bis hin zu modernisierten Heizkörpern. Auch die Bedeutung von Nahwärmenetzen wird darin bekräftigt, die lokale Wärmequellen erschließen und Kosten reduzieren können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf erneuerbarer Wärme im Einfamilienhaus. Luft- oder Erdwärme sollen über eine Wärmepumpe direkt im Gebäude nutzbar werden. Das Positionspapier formuliert zudem den Anspruch, dass Mieter durch effizientere Technik spürbare Einsparungen erzielen können, ohne auf Komfort zu verzichten.
Die
„Positionen für eine erfolgreiche Wärmewende in NRW“ sind über die Internetseite des Landeswirtschaftsministeriums einsehbar.
Donnerstag, 11.12.2025, 09:17 Uhr
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