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Energie & Management > Österreich - Neuer E-Wirtschafts-Präsident: Alles für den Kundennutzen
Michael Baminger, neuer Präsident von Oesterreichs Energie. Quelle: Salzburg AG
Österreich

Neuer E-Wirtschafts-Präsident: Alles für den Kundennutzen

Michael Baminger, nun Präsident von Oesterreichs Energie, setzt auf noch mehr Fairness und Transparenz. Der Ausbau der erneuerbaren Energien bedürfe eines nationalen Schulterschlusses. 
„Alles, was wir tun, muss letztlich unseren Kunden nützen“, betonte Michael Baminger, der neue Präsident des österreichischen Elektrizitätswirtschaftsverbands Oesterreichs Energie, am 16. Juni vor der Presse in Wien.

Der 1982 geborene Baminger wurde am 15. Juni einstimmig für drei Jahre in seine Funktion gewählt. Hauptberuflich ist der Vertriebsfachmann seit 2023 Vorstandssprecher der Salzburg AG. Laut Baminger wird Österreichs Strombranche versuchen, den „Krisenmodus“ der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen, die durch Herausforderungen von der Corona-Pandemie über die Energiepreissteigerungen im Umfeld des Kriegs in der Ukraine bis zum Krieg im Nahen Osten geprägt waren. Im Vordergrund stehe nun, sich noch intensiver auf die Interessen der Kunden zu konzentrieren. Laut einer von Baminger präsentierten Gallup-Umfrage liegt dabei erstmals die Bezahlbarkeit des Stroms an der ersten Stelle, die bislang stets die Versorgungssicherheit inne hatte. Nachholbedarf habe die Branche beim Preis-Leistungs-Verhältnis, bei der Fairness sowie der Transparenz, die in der Umfrage am schlechtesten bewertet wurden. 

Baminger konstatierte, hinsichtlich der Bezahlbarkeit gehe es längerfristig darum, die Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien zu steigern. Mittelfristig hilfreich seien unter anderem Erleichterungen bei den regulatorischen Vorgaben, etwa, was die Details der Rechnungslegung betreffe.

Die Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, Barbara Schmidt, konstatierte, am schnellsten wirkten Senkungen der Steuer auf den Energieverbrauch: „Für 2026 hat die Politik diese auf das EU-weit zulässige Minimum reduziert. Ob und wie sich das dauerhaft finanzieren lässt, wissen wir leider nicht.“ Heuer erfolgt die Gegenfinanzierung mit einer Sonderdividende des Stromkonzerns Verbund von 400 Millionen Euro. Baminger ergänzte, die E-Wirtschaft habe angesichts mannigfaltiger politischer Maßnahmen wie der Abschöpfung sogenannter „Übergewinne“ zur Sanierung des Bundesbudgets „eine gewisse Resilienz gegen Gegenfinanzierungen entwickelt“. 

Zur Kritik der Bundeswettbewerbsbehörde sowie des Regulators E-Control an angeblich wettbewerbsbehindernden wechselseitigen Beteiligungen der Energieunternehmen stellte Baminger fest, dieses Problem werde überschätzt: „Nach unserer Beobachtung haben die Eigentumsverhältnisse keine signifikanten Auswirkungen auf den Wettbewerb.“ 

„Ausgesprochen große Erleichterung“ 

Hinsichtlich des Ausbaus der erneuerbaren Energien äußerte sich Baminger erfreut über den Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetzes (EABG) am 11. Juni. Vor allem das „überragende öffentliche Interesse“ an Kraftwerks- sowie Leitungsprojekten könne sich als hilfreich erweisen. „Es wird aber weiter einen umfassenden Interessenausgleich geben“, versicherte Baminger: „Natur- und Umweltschutz haben auch künftig einen hohen Stellenwert.“ 

Positiv beurteilte Baminger auf Anfrage der Redaktion die Feststellung Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfers von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP), die Regierung werde keinen Zins auf die Nutzung öffentlicher (Fließ-)Gewässer („Wasserzins“) einführen. Hattmannsdorfer hatte dies am 16. Juni bei einer Podiumsdiskussion über die österreichische Industriestrategie betont. Baminger konstatierte, dies sei eine „ausgesprochen große Erleichterung“. Die Wasserkraft sei nun einmal die bei weitem wichtigste Technologie zur Stromerzeugung in Österreich. Sowohl bei Neubauten als auch bei der Modernisierung von Anlagen bestünden erhebliche Potenziale: „Ein Wasserzins wäre daher ein Schuss ins eigene Knie.“ 

Österreichweiter Schulterschluss 

Baminger resümierte, Oesterreichs Energie wolle weiterhin „im besten Sinne beratend“ für alle mit energiewirtschaftlichen Fragen befassten Interessengruppen tätig sein. Die Energiewende lasse sich nur mit einem „österreichweiten Schulterschluss“ bewältigen.

Dienstag, 16.06.2026, 14:51 Uhr
Klaus Fischer
Energie & Management > Österreich - Neuer E-Wirtschafts-Präsident: Alles für den Kundennutzen
Michael Baminger, neuer Präsident von Oesterreichs Energie. Quelle: Salzburg AG
Österreich
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Michael Baminger, nun Präsident von Oesterreichs Energie, setzt auf noch mehr Fairness und Transparenz. Der Ausbau der erneuerbaren Energien bedürfe eines nationalen Schulterschlusses. 
„Alles, was wir tun, muss letztlich unseren Kunden nützen“, betonte Michael Baminger, der neue Präsident des österreichischen Elektrizitätswirtschaftsverbands Oesterreichs Energie, am 16. Juni vor der Presse in Wien.

Der 1982 geborene Baminger wurde am 15. Juni einstimmig für drei Jahre in seine Funktion gewählt. Hauptberuflich ist der Vertriebsfachmann seit 2023 Vorstandssprecher der Salzburg AG. Laut Baminger wird Österreichs Strombranche versuchen, den „Krisenmodus“ der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen, die durch Herausforderungen von der Corona-Pandemie über die Energiepreissteigerungen im Umfeld des Kriegs in der Ukraine bis zum Krieg im Nahen Osten geprägt waren. Im Vordergrund stehe nun, sich noch intensiver auf die Interessen der Kunden zu konzentrieren. Laut einer von Baminger präsentierten Gallup-Umfrage liegt dabei erstmals die Bezahlbarkeit des Stroms an der ersten Stelle, die bislang stets die Versorgungssicherheit inne hatte. Nachholbedarf habe die Branche beim Preis-Leistungs-Verhältnis, bei der Fairness sowie der Transparenz, die in der Umfrage am schlechtesten bewertet wurden. 

Baminger konstatierte, hinsichtlich der Bezahlbarkeit gehe es längerfristig darum, die Stromerzeugung mittels erneuerbarer Energien zu steigern. Mittelfristig hilfreich seien unter anderem Erleichterungen bei den regulatorischen Vorgaben, etwa, was die Details der Rechnungslegung betreffe.

Die Generalsekretärin von Oesterreichs Energie, Barbara Schmidt, konstatierte, am schnellsten wirkten Senkungen der Steuer auf den Energieverbrauch: „Für 2026 hat die Politik diese auf das EU-weit zulässige Minimum reduziert. Ob und wie sich das dauerhaft finanzieren lässt, wissen wir leider nicht.“ Heuer erfolgt die Gegenfinanzierung mit einer Sonderdividende des Stromkonzerns Verbund von 400 Millionen Euro. Baminger ergänzte, die E-Wirtschaft habe angesichts mannigfaltiger politischer Maßnahmen wie der Abschöpfung sogenannter „Übergewinne“ zur Sanierung des Bundesbudgets „eine gewisse Resilienz gegen Gegenfinanzierungen entwickelt“. 

Zur Kritik der Bundeswettbewerbsbehörde sowie des Regulators E-Control an angeblich wettbewerbsbehindernden wechselseitigen Beteiligungen der Energieunternehmen stellte Baminger fest, dieses Problem werde überschätzt: „Nach unserer Beobachtung haben die Eigentumsverhältnisse keine signifikanten Auswirkungen auf den Wettbewerb.“ 

„Ausgesprochen große Erleichterung“ 

Hinsichtlich des Ausbaus der erneuerbaren Energien äußerte sich Baminger erfreut über den Beschluss des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungs-Gesetzes (EABG) am 11. Juni. Vor allem das „überragende öffentliche Interesse“ an Kraftwerks- sowie Leitungsprojekten könne sich als hilfreich erweisen. „Es wird aber weiter einen umfassenden Interessenausgleich geben“, versicherte Baminger: „Natur- und Umweltschutz haben auch künftig einen hohen Stellenwert.“ 

Positiv beurteilte Baminger auf Anfrage der Redaktion die Feststellung Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfers von der konservativen Österreichischen Volkspartei (ÖVP), die Regierung werde keinen Zins auf die Nutzung öffentlicher (Fließ-)Gewässer („Wasserzins“) einführen. Hattmannsdorfer hatte dies am 16. Juni bei einer Podiumsdiskussion über die österreichische Industriestrategie betont. Baminger konstatierte, dies sei eine „ausgesprochen große Erleichterung“. Die Wasserkraft sei nun einmal die bei weitem wichtigste Technologie zur Stromerzeugung in Österreich. Sowohl bei Neubauten als auch bei der Modernisierung von Anlagen bestünden erhebliche Potenziale: „Ein Wasserzins wäre daher ein Schuss ins eigene Knie.“ 

Österreichweiter Schulterschluss 

Baminger resümierte, Oesterreichs Energie wolle weiterhin „im besten Sinne beratend“ für alle mit energiewirtschaftlichen Fragen befassten Interessengruppen tätig sein. Die Energiewende lasse sich nur mit einem „österreichweiten Schulterschluss“ bewältigen.

Dienstag, 16.06.2026, 14:51 Uhr
Klaus Fischer

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