Kiwigrid hat Steuerung für Wärmepumpen integriert. Quelle: Kiwigrid
Der Softwareanbieter Kiwigrid hat seine Plattform um eine intelligente Steuerungsfunktion für Wärmepumpen erweitert.
Das Dresdner IT-Unternehmen Kiwigrid hat in seine Plattform eine intelligente Steuerungsfunktion für Wärmepumpen integriert, teilte der Anbieter am 22. Januar mit. Die Erweiterung ermöglicht es nach Auskunft von Kiwigrid Energieversorgern, Smart-Home-Anbietern und Partnerplattformen, Wärmepumpen gezielt in Energiemanagementstrategien einzubinden – etwa zur Tarifoptimierung, zur Nutzung von Überschussstrom oder zur Einhaltung von Netzanforderungen.
Die neue Kiwigrid-Funktion ergänzt den Automatikbetrieb von Wärmepumpen um externe Eingriffsmöglichkeiten. Energiemanagementsysteme können damit gezielt auf Markt- oder Erzeugungssignale reagieren, ohne dass Endkunden aktiv eingreifen müssen. Über die Anbindung an die Kiwigrid-Plattform kann erkannt werden, ob eine Wärmepumpe steuerbar ist. Unterstützt werden sowohl SG-Ready-Geräte als auch Wärmepumpen mit EEBUS-Schnittstelle. Kiwigrid kündigt an, das unterstützte Geräteportfolio schrittweise zu erweitern.
Für die Steuerung stehen definierte Betriebsmodi zur Verfügung. Der Regular Mode bildet den Standardbetrieb ab. Im Boost Mode erhöht die Anlage ihre Leistung, um günstige Tarife oder hohe Eigenerzeugung zu nutzen. Ergänzend greift eine Dimming-Funktion nach Paragraf 14a EnWG, wenn Netzbetreiber temporäre Leistungsreduzierungen signalisieren. Diese Vorgaben erhalten Priorität und werden automatisch umgesetzt. Die Steuerbefehle können in Echtzeit oder per Zeitplan gesetzt werden.
Grundlage für neue Tarifmodelle
Für Energieversorger eröffnet die Steuerung neue Optionen bei der Gestaltung dynamischer Tarife. Die Wärmepumpen reagieren automatisiert auf Preissignale und netzdienliche Zeitfenster. Das reduziert manuelle Eingriffe und erhöht die Planbarkeit auf Seiten der Anbieter.
Kiwigrid arbeitet nach eigener Auskunft bereits mit Kunden daran, die die neue Funktion kurzfristig in ihr Produktangebot zu integrieren. Über die neue Wärmepumpensteuerung lassen sich Tarifschwankungen, PV-Erzeugung oder Netzsignale intelligent berücksichtigen, ohne dass Endkunden aktiv eingreifen müssen.
Durch die Kombination aus Boost- und Dimming-Modus lassen sich Lastverschiebungen gezielt umsetzen. Kiwigrid beziffert mögliche Verlagerungen von Netzbezügen auf Zeitfenster von bis zu fünf Stunden. Bezogen auf die wachsende Zahl der über Kiwigrid steuerbaren Wärmepumpen eröffnet das ein erhebliches Flexibilitätspotenzial, das sich perspektivisch in messbaren Energieeinsparungen und niedrigeren Leistungsspitzen niederschlägt, schreibt Kiwigrid in seiner Mitteilung weiter.
Kiwigrid, mit Hauptsitz in Dresden, entwickelt Technologien für digitales Energiemanagement in Gebäuden. Für Großkunden stellt Kiwigrid etwa mit der IoT-Plattform „KiwiOS“ eine Grundlage bereit, um eigene Produkte zur Steuerung dezentraler Energieanlagen zu entwickeln. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 160 Mitarbeitende. Zu den Partnern zählen unter anderem Solarwatt, EKD, EWE, Tibber und „SpotMyEnergy“.
Donnerstag, 22.01.2026, 15:40 Uhr
Heidi Roider
© 2026 Energie & Management GmbH