Leerrohre mit einem Kabelmodell. Quelle: Bayernwerk
Bayernwerk Netz hat die Genehmigung für eine neue 110-kV-Erdkabelleitung in Oberfranken beantragt. Sie soll Wiegand-Glas direkt ans Hochspannungsnetz anbinden.
Die Bayernwerk Netz GmbH hat bei der Regierung von Oberfranken die Planfeststellung für eine rund drei Kilometer lange 110-kV-Erdkabelleitung zwischen Windheim und Steinbach am Wald beantragt. Die Leitung soll den dortigen Produktionsstandort des Behälterglasherstellers Wiegand-Glas direkt an das Hochspannungsnetz anschließen.
Der Netzbetreiber hatte die Planung für das Projekt 2024 begonnen. Kartierungen und Baugrunduntersuchungen dienten als Grundlage für die Gutachten des Planfeststellungsantrags. Bereits vor Beginn der Planungen hatten Bayernwerk Netz und Wiegand-Glas einen Netzanschlussvertrag geschlossen. Bislang liegt das Projekt im Zeitplan: Dieser sieht die Einreichung des Planfeststellungsantrags 2026, den Baubeginn 2027 und die Inbetriebnahme 2028 vor
Die neue Leitung soll das geplante Umspannwerk auf dem Werksgelände in Steinbach am Wald − etwa 50 Kilometer nordöstlich von Coburg unweit der Landesgrenze zu Thüringen gelegen − mit einem neuen Umspannwerk bei Windheim verbinden. Bayernwerk Netz übernimmt Planung und Bau der Kabelleitung und wird deren Eigentümerin.
Wiegand-Glas ist nach eigenen Angaben einer der drei größten Behälterglashersteller Deutschlands und beruft sich auf mehr als 450 Jahre Glasmachertradition. Der Hochspannungsanschluss soll nun die Voraussetzungen für die weitere Elektrifizierung des Standorts schaffen, denn das Unternehmen will in seinen Schmelzprozessen künftig mehr elektrische Energie einsetzen und den Erdgasverbrauch reduzieren.
Am Standort Steinbach am Wald betreibt Wiegand-Glas vier Schmelzwannen und neun Produktionslinien. Die Produktionsmenge am Standort gibt das Unternehmen auf seiner Homepage mit 3,5 Millionen Glasbehältern pro Tag an. Im Juni 2026 hatte Wiegand-Glas zudem eine Förderzusage für das Projekt „Eco2Furnace“ bekannt gegeben. Dabei soll am Standort eine Hybrid-Schmelzwanne entstehen, die nach Unternehmensangaben mit einem elektrischen Energieanteil von bis zu 70 Prozent betrieben werden kann.
63 Millionen Euro für regionale Netzprojekte
Die Erdkabelverbindung ist Teil mehrerer Netzbaumaßnahmen von Bayernwerk Netz in Oberfranken. Dazu gehören das neue Umspannwerk Windheim, der Ersatz von zwei Masten an dessen Standort, die Sanierung eines weiteren Masts an der bestehenden Leitung zwischen Stockheim und Windheim sowie der Ausbau eines Schaltfelds am Umspannwerk Neustadt bei Coburg. Für diese Projekte beziffert Bayernwerk Netz die Aufwendungen auf insgesamt rund 63 Millionen Euro. Das Umspannwerk Windheim soll im Oktober 2026 in Betrieb gehen. (kmt)
Freitag, 4.09.2026, 12:30 Uhr
Katia Meyer-Tien
© 2026 Energie & Management GmbH