E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Recht - Intransparenz bei Energiesperren
Quelle: VZ NRW
Recht

Intransparenz bei Energiesperren

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat bei einer Untersuchung erhebliche Unterschiede bei den Kosten für eine Sperrung des Anschlusses für die Energieversorgung festgestellt.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert intransparente Regelungen der Energieversorger bei Sperren im Haushaltsbereich. Ein Marktcheck zeige erhebliche Unterschiede bei den Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen sowie Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherorganisation.

Für den Marktcheck untersuchte der VZBV die Internetseiten von 58 Netzbetreibern, darunter jeweils 29 Stromnetze und 29 Erdgasnetze. Aus jedem Bundesland – mit Ausnahme der drei Stadtstaaten – wurden die Strom- und Gasnetze der beiden Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte ausgewählt.

Die Auswertung zeigt eine große Spannweite der Entgelte. Im Strombereich lagen die Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen zwischen 92 und 231 Euro. Der Durchschnittswert betrug 145 Euro. Bei Gas reichte die Spanne von 92 bis 315 Euro, der Durchschnitt lag bei 168 Euro.

Nach Einschätzung des VZBV bestehen zudem Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit. Preisblätter seien teilweise nur schwer auf den Internetseiten der Netzbetreiber zu finden. Zudem würden einzelne Kostenpositionen unterschiedlich dargestellt. Auch beim Ausweis der Umsatzsteuer gebe es keine einheitliche Praxis.
„Für Verbraucher kann dadurch unklar bleiben, welche tatsächlichen Kosten im Falle einer Sperre entstehen“, so der VZBV.

Vor diesem Hintergrund fordert die Organisation Änderungen des rechtlichen Rahmens. Dazu zählen ein erweiterter Schutz vor Energiesperren auch für Kunden mit Sonderverträgen, eine Stärkung und Weiterentwicklung von Abwendungsvereinbarungen zur Vermeidung von Energiesperren sowie eine klare gesetzliche Definition angemessener Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen.

„Es braucht klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die verhindern, dass Energiesperren die Überschuldung der Betroffenen weiter in die Höhe treiben“, sagt Florian Munder, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Denn die Zahl der Beschwerden zu Strom- und Gassperren ist unterdessen deutlich gestiegen. Nach Angaben des VZBV haben die Verbraucherzentralen im Jahr 2025 bundesweit mehr als 1.700 Beschwerden zu Liefer- beziehungsweise Energiesperren im Bereich Strom und Gas erfasst. Das entspricht einem Anstieg von 36 Prozent gegenüber 2024. Im Vergleich zu 2023 hat sich das Beschwerdeaufkommen nach Angaben des Verbands mehr als verdoppelt und lag um 108 Prozent höher.

„Energiesperren sind für betroffene Haushalte eine existenzielle Belastung. Wer ohnehin mit steigenden Energiepreisen kämpft, gerät durch zusätzliche Sperr- und Entsperrkosten schnell in eine Schuldenspirale“, sagt Munder. (sag)

Mittwoch, 5.08.2026, 15:09 Uhr
Stefan Sagmeister
Energie & Management > Recht - Intransparenz bei Energiesperren
Quelle: VZ NRW
Recht
Intransparenz bei Energiesperren
Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat bei einer Untersuchung erhebliche Unterschiede bei den Kosten für eine Sperrung des Anschlusses für die Energieversorgung festgestellt.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) kritisiert intransparente Regelungen der Energieversorger bei Sperren im Haushaltsbereich. Ein Marktcheck zeige erhebliche Unterschiede bei den Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen sowie Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit, heißt es in einer Mitteilung der Verbraucherorganisation.

Für den Marktcheck untersuchte der VZBV die Internetseiten von 58 Netzbetreibern, darunter jeweils 29 Stromnetze und 29 Erdgasnetze. Aus jedem Bundesland – mit Ausnahme der drei Stadtstaaten – wurden die Strom- und Gasnetze der beiden Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte ausgewählt.

Die Auswertung zeigt eine große Spannweite der Entgelte. Im Strombereich lagen die Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen zwischen 92 und 231 Euro. Der Durchschnittswert betrug 145 Euro. Bei Gas reichte die Spanne von 92 bis 315 Euro, der Durchschnitt lag bei 168 Euro.

Nach Einschätzung des VZBV bestehen zudem Defizite bei Transparenz und Vergleichbarkeit. Preisblätter seien teilweise nur schwer auf den Internetseiten der Netzbetreiber zu finden. Zudem würden einzelne Kostenpositionen unterschiedlich dargestellt. Auch beim Ausweis der Umsatzsteuer gebe es keine einheitliche Praxis.
„Für Verbraucher kann dadurch unklar bleiben, welche tatsächlichen Kosten im Falle einer Sperre entstehen“, so der VZBV.

Vor diesem Hintergrund fordert die Organisation Änderungen des rechtlichen Rahmens. Dazu zählen ein erweiterter Schutz vor Energiesperren auch für Kunden mit Sonderverträgen, eine Stärkung und Weiterentwicklung von Abwendungsvereinbarungen zur Vermeidung von Energiesperren sowie eine klare gesetzliche Definition angemessener Kosten für Sperr- und Entsperrmaßnahmen.

„Es braucht klare gesetzliche Rahmenbedingungen, die verhindern, dass Energiesperren die Überschuldung der Betroffenen weiter in die Höhe treiben“, sagt Florian Munder, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

Denn die Zahl der Beschwerden zu Strom- und Gassperren ist unterdessen deutlich gestiegen. Nach Angaben des VZBV haben die Verbraucherzentralen im Jahr 2025 bundesweit mehr als 1.700 Beschwerden zu Liefer- beziehungsweise Energiesperren im Bereich Strom und Gas erfasst. Das entspricht einem Anstieg von 36 Prozent gegenüber 2024. Im Vergleich zu 2023 hat sich das Beschwerdeaufkommen nach Angaben des Verbands mehr als verdoppelt und lag um 108 Prozent höher.

„Energiesperren sind für betroffene Haushalte eine existenzielle Belastung. Wer ohnehin mit steigenden Energiepreisen kämpft, gerät durch zusätzliche Sperr- und Entsperrkosten schnell in eine Schuldenspirale“, sagt Munder. (sag)

Mittwoch, 5.08.2026, 15:09 Uhr
Stefan Sagmeister

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.