E&M exklusiv Newsletter:
E&M gratis testen:
Energie & Management > Stromnetz - Interkonnektor soll deutsche und britische Windparks verbinden
Quelle: Tennet Deutschland
Stromnetz

Interkonnektor soll deutsche und britische Windparks verbinden

Tennet Deutschland und der britische Netzbetreiber National Grid planen einen Interkonnektor via Offshore-Windparks in der Nordsee. Nicht das einzige derartige Vorhaben.
Premiere zwischen Deutschland und Großbritannien: Tennet und National Grid wollen ein Stromsystem errichten, das mehrere Nordsee-Windparks gleichzeitig mit beiden Küsten verbindet. Basis dafür ist ein „Memorandum of Understanding“, das die Unternehmen beim Nordsee-Gipfel am 26. Januar unterzeichnet haben (zum Gipfel selbst siehe separate Meldung). Der geplante Interkonnektor trägt die Bezeichnung „GriffinLink“ (etwa „Verbindung Vogel Greif“).

„Griffin Link ist das erste Projekt seiner Art in Europa und wird ein großer Meilenstein bei der grenzüberschreitenden Energie-Versorgungssicherheit“, sagte Tennet-Deutschland-Chef Tim Meyerjürgens bei der Unterzeichnung. Ben Wilson, Präsident der britischen National Grid Ventures, sprach von einem bahnbrechenden Projekt.

Die Partner versprechen sich davon eine bessere Auslastung der Netze und der angeschlossenen Offshore-Windparks sowie eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien über nationale Grenzen hinweg. Zudem verringerten sich durch den Interkonnektor Auswirkungen auf die Küstenregionen und die Umwelt.

Dies sei ein Schritt in Richtung Zukunft der Nordsee als vernetztes System, von dem alle angrenzenden Länder profitieren werden, sagte Wilson. Die Vernetzung werde dazu beitragen, „die Energiepreise zu senken, die Energiesicherheit zu erhöhen und uns auch bei der Energiewende sowie im Kampf gegen das Klimaproblem zu unterstützen“. Wilson und Meyerjürgens prophezeiten, dass Griffin Link deutsche und britische Stromverbraucher um viele Milliarden Euro entlasten wird.

Die Entwicklung dieses Projekts entsteht vorbehaltlich einer endgültigen Investitionsentscheidung (FID), teilten die Netzbetreiber mit. Die nächste Phase umfasse unter anderem „die Fertigstellung der regulatorischen Vereinbarungen mit unseren beiden Regulierungsbehörden und auch die Schätzung der detaillierten Projektkosten“, sagte Wilson.

Einbindung von 3.800 MW Offshorewind

Griffin Link könne auf dem bestehenden Interkonnektoren-Portfolio von 7.800 MW von National Grid und rund 23.000 MW von Tennet Deutschland aufbauen, erklärten die Unternehmen. In Betrieb gehen könnte der Interkonnektor voraussichtlich Ende der 2030er Jahre.

Neben der Verbindung der beiden Strommärkte würde er die Einbindung von insgesamt 3.800 MW Offshorewind-Stromerzeugung ermöglichen, die sich jeweils mit bis zu 2.000 MW nach Deutschland und bis zu 1.800 MW nach Großbritannien übertragen ließen. Alternativ könnten beispielsweise auch 1.800 MW direkt aus dem nationalen Stromnetz eines Landes in das Stromnetz des anderen Landes übertragen werden, so die Netzbetreiber weiter.
 
Plan für Griffin Link
Quelle: Tennet Deutschland

Tennet und National Grid schauen auch bereits weiter in die Zukunft. In den kommenden Jahren könnten „On- und Offshore-Studien erstellt werden, mit weiteren Analysen im Rahmen fortschreitender Erkenntnisse und Entwicklungen, aus denen Vorschläge resultieren können, wie Griffin Link Teil eines integrierten europäischen Netzes werden könnte“.

Die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen Tennet Deutschland und National Grid fand in Anwesenheit von Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) und ihres britischen Amtskollegen Ed Miliband (Labour) statt.

Auch Seeverbindung Deutschland - Dänemark

Auch zwischen Dänemark und Deutschland soll ein Interkonnektor entstehen. Wie die die Deutsche Presse-Agentur meldet, haben der Netzbetreiber Amprion und das dänische Unternehmen Energinet während des Nordsee-Gipfels mitgeteilt, sich auf Genehmigungsverfahren vorzubereiten. Vorgesehen ist demnach eine Verbindung zwischen zwei dänischen Windparks auf See mit den Stromnetzen in Deutschland und Dänemark.

Und das Netzwerk spannt sich weiter. In ihrer multilateralen Erklärung am 26. Januar bekunden Deutschland, Belgien, Dänemark, die Niederlande und Großbritannien, „ihre Kräfte für ein vernetztes Offshore-Stromnetz“ zu bündeln, wie das Bundesenergieministerium (BMWE) mitteilt. „Die Staaten werden gemeinsam die Entwicklung eines Sets grenzüberschreitender Offshore-Windenergie-Projekte untersuchen und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen“, heißt es. Eine neue ständige Arbeitsgruppe werde sicherstellen, „dass die technische und regulatorische Integration der Nordsee-Infrastruktur stetig voranschreitet“.

Montag, 26.01.2026, 17:58 Uhr
Manfred Fischer
Energie & Management > Stromnetz - Interkonnektor soll deutsche und britische Windparks verbinden
Quelle: Tennet Deutschland
Stromnetz
Interkonnektor soll deutsche und britische Windparks verbinden
Tennet Deutschland und der britische Netzbetreiber National Grid planen einen Interkonnektor via Offshore-Windparks in der Nordsee. Nicht das einzige derartige Vorhaben.
Premiere zwischen Deutschland und Großbritannien: Tennet und National Grid wollen ein Stromsystem errichten, das mehrere Nordsee-Windparks gleichzeitig mit beiden Küsten verbindet. Basis dafür ist ein „Memorandum of Understanding“, das die Unternehmen beim Nordsee-Gipfel am 26. Januar unterzeichnet haben (zum Gipfel selbst siehe separate Meldung). Der geplante Interkonnektor trägt die Bezeichnung „GriffinLink“ (etwa „Verbindung Vogel Greif“).

„Griffin Link ist das erste Projekt seiner Art in Europa und wird ein großer Meilenstein bei der grenzüberschreitenden Energie-Versorgungssicherheit“, sagte Tennet-Deutschland-Chef Tim Meyerjürgens bei der Unterzeichnung. Ben Wilson, Präsident der britischen National Grid Ventures, sprach von einem bahnbrechenden Projekt.

Die Partner versprechen sich davon eine bessere Auslastung der Netze und der angeschlossenen Offshore-Windparks sowie eine effizientere Nutzung erneuerbarer Energien über nationale Grenzen hinweg. Zudem verringerten sich durch den Interkonnektor Auswirkungen auf die Küstenregionen und die Umwelt.

Dies sei ein Schritt in Richtung Zukunft der Nordsee als vernetztes System, von dem alle angrenzenden Länder profitieren werden, sagte Wilson. Die Vernetzung werde dazu beitragen, „die Energiepreise zu senken, die Energiesicherheit zu erhöhen und uns auch bei der Energiewende sowie im Kampf gegen das Klimaproblem zu unterstützen“. Wilson und Meyerjürgens prophezeiten, dass Griffin Link deutsche und britische Stromverbraucher um viele Milliarden Euro entlasten wird.

Die Entwicklung dieses Projekts entsteht vorbehaltlich einer endgültigen Investitionsentscheidung (FID), teilten die Netzbetreiber mit. Die nächste Phase umfasse unter anderem „die Fertigstellung der regulatorischen Vereinbarungen mit unseren beiden Regulierungsbehörden und auch die Schätzung der detaillierten Projektkosten“, sagte Wilson.

Einbindung von 3.800 MW Offshorewind

Griffin Link könne auf dem bestehenden Interkonnektoren-Portfolio von 7.800 MW von National Grid und rund 23.000 MW von Tennet Deutschland aufbauen, erklärten die Unternehmen. In Betrieb gehen könnte der Interkonnektor voraussichtlich Ende der 2030er Jahre.

Neben der Verbindung der beiden Strommärkte würde er die Einbindung von insgesamt 3.800 MW Offshorewind-Stromerzeugung ermöglichen, die sich jeweils mit bis zu 2.000 MW nach Deutschland und bis zu 1.800 MW nach Großbritannien übertragen ließen. Alternativ könnten beispielsweise auch 1.800 MW direkt aus dem nationalen Stromnetz eines Landes in das Stromnetz des anderen Landes übertragen werden, so die Netzbetreiber weiter.
 
Plan für Griffin Link
Quelle: Tennet Deutschland

Tennet und National Grid schauen auch bereits weiter in die Zukunft. In den kommenden Jahren könnten „On- und Offshore-Studien erstellt werden, mit weiteren Analysen im Rahmen fortschreitender Erkenntnisse und Entwicklungen, aus denen Vorschläge resultieren können, wie Griffin Link Teil eines integrierten europäischen Netzes werden könnte“.

Die Unterzeichnung des Memorandum of Understanding zwischen Tennet Deutschland und National Grid fand in Anwesenheit von Bundesenergieministerin Katherina Reiche (CDU) und ihres britischen Amtskollegen Ed Miliband (Labour) statt.

Auch Seeverbindung Deutschland - Dänemark

Auch zwischen Dänemark und Deutschland soll ein Interkonnektor entstehen. Wie die die Deutsche Presse-Agentur meldet, haben der Netzbetreiber Amprion und das dänische Unternehmen Energinet während des Nordsee-Gipfels mitgeteilt, sich auf Genehmigungsverfahren vorzubereiten. Vorgesehen ist demnach eine Verbindung zwischen zwei dänischen Windparks auf See mit den Stromnetzen in Deutschland und Dänemark.

Und das Netzwerk spannt sich weiter. In ihrer multilateralen Erklärung am 26. Januar bekunden Deutschland, Belgien, Dänemark, die Niederlande und Großbritannien, „ihre Kräfte für ein vernetztes Offshore-Stromnetz“ zu bündeln, wie das Bundesenergieministerium (BMWE) mitteilt. „Die Staaten werden gemeinsam die Entwicklung eines Sets grenzüberschreitender Offshore-Windenergie-Projekte untersuchen und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen schaffen“, heißt es. Eine neue ständige Arbeitsgruppe werde sicherstellen, „dass die technische und regulatorische Integration der Nordsee-Infrastruktur stetig voranschreitet“.

Montag, 26.01.2026, 17:58 Uhr
Manfred Fischer

Haben Sie Interesse an Content oder Mehrfachzugängen für Ihr Unternehmen?

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zur Nutzung von E&M-Inhalten oder den verschiedenen Abonnement-Paketen haben.
Das E&M-Vertriebsteam freut sich unter Tel. 08152 / 93 11-77 oder unter vertrieb@energie-und-management.de über Ihre Anfrage.