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Die European Biogas Association (EBA) hat in Brüssel ihren neuen Statusbericht vorgestellt, der Entwicklung und Bedeutung von Biogas und Biomethan in Europa bewertet.
Die European Biogas Association (EBA), ein Branchenverband für Biogase, hat am 10.
Dezember die 15.
Ausgabe ihres Statistischen Reports veröffentlicht. Der Datensatz „2024-2025“ beschreibt die Rolle von Biogasen für die Energieversorgung Europas und verweist zugleich auf Risiken durch anhaltende Unsicherheiten in der Regulierung. Die EBA betont, dass der Sektor in einer Phase stehe, in der Investitionen und planbare Rahmenbedingungen besonders wichtig seien.
Der Bericht verweist darauf, dass der Erdgasverbrauch in den 27 EU-Mitgliedsstaaten weiterhin hoch bleibt. Demnach lag der Bedarf bei 332
Milliarden Kubikmetern, von denen 273
Milliarden Kubikmeter importiert wurden. Aus Sicht der EBA zeigt diese Entwicklung, wie notwendig der Ausbau heimischer erneuerbarer Gase ist. Biogas und Biomethan könnten die strategische Abhängigkeit von Importen mindern und gleichzeitig die Transformation weg von fossilen Energieträgern unterstützen.
Eine zusätzliche Herausforderung betrifft laut EBA die Stromerzeugungskapazitäten in der EU. Trotz steigenden Bedarfs an flexiblen Lösungen sei die verfügbare Leistung von 424.000
MW im Jahr 2012 auf rund 380.000
MW im Jahr 2023 gesunken. Biogas könne in Zeiten geringer Solar- und Windstromerzeugung einen Beitrag zum Netzausgleich leisten, da es unabhängig von Wetterbedingungen verfügbar sei.
Leichter ProduktionsanstiegFür das Jahr 2024 weist der Report eine Produktion von 22
Milliarden Kubikmetern Biogas und Biomethan in Europa aus, nach 21,7
Milliarden Kubikmetern im Vorjahr. Rund 19
Milliarden Kubikmeter entfielen auf die EU-Staaten. Diese Menge entspreche dem kombinierten Binnengasbedarf Belgiens, Dänemarks und Irlands, schreibt die EBA. Biomethan wachse innerhalb des Sektors am stärksten und erreichte 5,2
Milliarden Kubikmeter. In der EU lag die Produktion bei 4,3
Milliarden Kubikmetern. Die installierte Kapazität in Europa betrug Anfang 2025 rund 7
Milliarden Kubikmeter pro Jahr.
Zum Jahresende 2024 arbeiteten in den EU-Ländern 1.620 Biomethananlagen, 111 mehr als 2023. Laut EBA sind mindestens 86 Prozent dieser Anlagen an das Gasnetz angeschlossen. Zudem weite sich die Zahl der Länder mit Biomethanproduktion aus. Insgesamt produzieren nun 25 Staaten Biomethan, darunter Portugal seit 2022, Litauen und die Ukraine seit 2023 und Polen seit 2025.
Private Investitionen brauchen SicherheitPrivates Kapital bleibe laut Report zentral für den Ausbau. Bis 2030 seien bereits 28,4
Milliarden Euro in Biomethanprojekte investiert worden, teilt der Verband mit. Die durchschnittliche Kapazität einer Biomethananlage liege bei 483
Kubikmetern pro Stunde und damit deutlich über der von Anlagen zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung.
Die EBA hebt zudem Veränderungen bei den eingesetzten Rohstoffen hervor. Der Trend gehe hin zu nachhaltigen Stoffen mit hohen Treibhausgaseinsparungen, darunter landwirtschaftliche Reststoffe, organische Abfälle aus Kommunen, Klärschlamm und industrielle Nebenprodukte.
Europa erzeugte 2024 rund 25
Millionen Tonnen Gärreste. Diese Materialien würden zunehmend als Bodenverbesserer und als organischer Dünger genutzt. Laut EBA haben Gärreste das Potenzial, 17
Prozent der stickstoffbasierten Düngemittel in der EU zu ersetzen. Bei fortgesetztem Wachstum könne der Anteil bis 2040 auf über 65
Prozent steigen.
Aus Sicht des Verbands braucht der Sektor stärkere politische Koordination. Die EBA verweist auf die Notwendigkeit konsistenter und verlässlicher Vorgaben seitens EU-Institutionen und nationaler Regierungen. Ein mögliches dreiseitiges Biogas-Abkommen könne den Ordnungsrahmen verbessern und die Voraussetzungen schaffen, um die Nachfrage nach erneuerbaren Gasen zu decken und das Wachstum des Sektors zu stabilisieren.
Der
EBA Statistical Report 2025 kann in englischer Sprache auf der Internetseite der EBA bezogen werden.
Donnerstag, 11.12.2025, 11:58 Uhr
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