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Energie & Management > Schweiz - Eidgenossen mehrheitlich für Atomkraft als Lückenfüller
Quelle: Fotolia / daboost
Schweiz

Eidgenossen mehrheitlich für Atomkraft als Lückenfüller

Die Stromproduktion in der Schweiz soll vor allem sicher und bezahlbar bleiben. Einer Umfrage zufolge wächst auch der Rückhalt für Atomenergie an, falls Versorgungslücken fortbestehen.
Die Sicherheit der Energieversorgung rückt in der Schweiz in den Vordergrund. Einer als repräsentativ eingestuften Umfrage zufolge befürwortet eine große Mehrheit der Befragten zwar den Ausbau der Erneuerbaren. Um Versorgungslücken beim Strom zu überbrücken, solle aber auch die Atomenergie eine größere Rolle spielen.

Die Umfrage hatte der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE) beim Forschungsinstitut „gfs.bern“ in Auftrag gegeben. Dieses holte im März und April 2026 die Meinung von mehr als 1.000 Menschen ein. Jede/r Zweite gab dabei an, ein neues Atomkraftwerk (AKW) vorzuziehen, wenn die Alternative im Zubau weiterer Erneuerbaren-Anlage bestünde. Im Wortlaut ging es um die Einschätzung zu der Aussage „Ein neues AKW ist mir viel lieber als unzählige neue Kraftwerke (zum Beispiel Windräder, Solaranlagen in den Bergen oder Staumauern)“. Der Zusammenhang hier ist die Frage, worauf die Schweizer Bevölkerung bei der Stromproduktion aktuell besonders Wert legt: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit oder Klimaschutz – die Werte liegen hier (in der genannten Reihenfolge) bei 45 Prozent, 32 Prozent und 21 Prozent. Die klimaneutrale Stromerzeugung hatte 2022, bei der ersten Umfrage, noch den zweiten Rang eingenommen.

Pragmatisch und technologieoffen in der Stromversorgung

Der VSE wertet die Umfrageergebnisse als Zeichen dafür, dass die Bevölkerung eine pragmatische und „technologieoffene“ Stromversorgung befürworte. Für mehr Sicherheit sei sie „bereit, die ideologischen Gräben zu überwinden“, so VSE-Direktor Michael Frank. Im März hatte die kleine Parlamentskammer, der Ständerat, dafür votiert, das geltende Neubauverbot für AKW aufzuheben.

Die Position der Befragten zur Stromversorgung ist durchaus differenziert. Grundsätzlich äußert sich die Sorge um die Zukunft auch in der Zufriedenheit mit der aktuellen Energiepolitik. Sie erhielt noch 52 Prozent Zustimmung (10 Prozent wählten die Aussage „sehr einverstanden“, 42 Prozent „eher einverstanden“). Dies ist ein Rückgang um 7 Prozentpunkte gegenüber März 2025. 42 Prozent äußerten sich gegenteilig (14 Prozent mit „gar nicht einverstanden“), das ist ein Plus von 3 Prozentpunkten.

Die Erneuerbaren haben nach wie vor einen großen Rückhalt, so halten unverändert 80 Prozent die Ökoenergien für „gelebten Klimaschutz“. Gut zwei Drittel (67 Prozent vs. 63 Prozent im März 2025) halten die Energiewende für nicht schnell genug. Zugleich befürwortet eine Mehrheit den Versorgungsmix: Falls der Ausbau der Erneuerbaren den Bedarf nicht vollständig decken kann, sollten Kernkraftwerke die Lücken füllen, sagen 58 Prozent der Befragten (zuvor: 49 Prozent). Gaskraftwerke als Ersatz sehen nach wie vor nur 26 Prozent.

Die Atomenergie kommt auch in zwei anderen Fragen gut weg. Im Sinne der Versorgungssicherheit begrüßten 79 Prozent den Weiterbetrieb bestehender AKW, sofern sie sicher sind. Außerdem setzt eine Mehrheit auf zukünftige Technik: 59 Prozent würden den Bau von AKW der nächsten Generation befürworten, die aktuell noch in der Entwicklung sind.

Die neuen Ergebnisse nimmt der VSE als Basis für einen Aufruf an die Politik. Sie müsse entschlossener handeln, sonst „verfehlen wir die Versorgungsziele klar“, so VSE-Präsident Martin Schwab. Der Verband verweist dabei auf seinen Stromversorgungsindex. Dessen Prognose (69 von 100 Punkten) lautet, dass die Schweiz ihre Versorgungsziele im Jahr 2050 verfehlen wird, sofern es keine zusätzlichen Maßnahmen gibt.

Die Ergebnisse der Umfrage „Versorgungssicherheit rückt ins Zentrum - Inländische Produktion und Kernenergie gewinnen an Bedeutung“ sind über die Internetseite des Forschungsinstituts „gfs.bern“ einsehbar. 

Mittwoch, 10.06.2026, 09:20 Uhr
Volker Stephan
Energie & Management > Schweiz - Eidgenossen mehrheitlich für Atomkraft als Lückenfüller
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Schweiz
Eidgenossen mehrheitlich für Atomkraft als Lückenfüller
Die Stromproduktion in der Schweiz soll vor allem sicher und bezahlbar bleiben. Einer Umfrage zufolge wächst auch der Rückhalt für Atomenergie an, falls Versorgungslücken fortbestehen.
Die Sicherheit der Energieversorgung rückt in der Schweiz in den Vordergrund. Einer als repräsentativ eingestuften Umfrage zufolge befürwortet eine große Mehrheit der Befragten zwar den Ausbau der Erneuerbaren. Um Versorgungslücken beim Strom zu überbrücken, solle aber auch die Atomenergie eine größere Rolle spielen.

Die Umfrage hatte der Verband Schweizer Elektrizitätsunternehmen (VSE) beim Forschungsinstitut „gfs.bern“ in Auftrag gegeben. Dieses holte im März und April 2026 die Meinung von mehr als 1.000 Menschen ein. Jede/r Zweite gab dabei an, ein neues Atomkraftwerk (AKW) vorzuziehen, wenn die Alternative im Zubau weiterer Erneuerbaren-Anlage bestünde. Im Wortlaut ging es um die Einschätzung zu der Aussage „Ein neues AKW ist mir viel lieber als unzählige neue Kraftwerke (zum Beispiel Windräder, Solaranlagen in den Bergen oder Staumauern)“. Der Zusammenhang hier ist die Frage, worauf die Schweizer Bevölkerung bei der Stromproduktion aktuell besonders Wert legt: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit oder Klimaschutz – die Werte liegen hier (in der genannten Reihenfolge) bei 45 Prozent, 32 Prozent und 21 Prozent. Die klimaneutrale Stromerzeugung hatte 2022, bei der ersten Umfrage, noch den zweiten Rang eingenommen.

Pragmatisch und technologieoffen in der Stromversorgung

Der VSE wertet die Umfrageergebnisse als Zeichen dafür, dass die Bevölkerung eine pragmatische und „technologieoffene“ Stromversorgung befürworte. Für mehr Sicherheit sei sie „bereit, die ideologischen Gräben zu überwinden“, so VSE-Direktor Michael Frank. Im März hatte die kleine Parlamentskammer, der Ständerat, dafür votiert, das geltende Neubauverbot für AKW aufzuheben.

Die Position der Befragten zur Stromversorgung ist durchaus differenziert. Grundsätzlich äußert sich die Sorge um die Zukunft auch in der Zufriedenheit mit der aktuellen Energiepolitik. Sie erhielt noch 52 Prozent Zustimmung (10 Prozent wählten die Aussage „sehr einverstanden“, 42 Prozent „eher einverstanden“). Dies ist ein Rückgang um 7 Prozentpunkte gegenüber März 2025. 42 Prozent äußerten sich gegenteilig (14 Prozent mit „gar nicht einverstanden“), das ist ein Plus von 3 Prozentpunkten.

Die Erneuerbaren haben nach wie vor einen großen Rückhalt, so halten unverändert 80 Prozent die Ökoenergien für „gelebten Klimaschutz“. Gut zwei Drittel (67 Prozent vs. 63 Prozent im März 2025) halten die Energiewende für nicht schnell genug. Zugleich befürwortet eine Mehrheit den Versorgungsmix: Falls der Ausbau der Erneuerbaren den Bedarf nicht vollständig decken kann, sollten Kernkraftwerke die Lücken füllen, sagen 58 Prozent der Befragten (zuvor: 49 Prozent). Gaskraftwerke als Ersatz sehen nach wie vor nur 26 Prozent.

Die Atomenergie kommt auch in zwei anderen Fragen gut weg. Im Sinne der Versorgungssicherheit begrüßten 79 Prozent den Weiterbetrieb bestehender AKW, sofern sie sicher sind. Außerdem setzt eine Mehrheit auf zukünftige Technik: 59 Prozent würden den Bau von AKW der nächsten Generation befürworten, die aktuell noch in der Entwicklung sind.

Die neuen Ergebnisse nimmt der VSE als Basis für einen Aufruf an die Politik. Sie müsse entschlossener handeln, sonst „verfehlen wir die Versorgungsziele klar“, so VSE-Präsident Martin Schwab. Der Verband verweist dabei auf seinen Stromversorgungsindex. Dessen Prognose (69 von 100 Punkten) lautet, dass die Schweiz ihre Versorgungsziele im Jahr 2050 verfehlen wird, sofern es keine zusätzlichen Maßnahmen gibt.

Die Ergebnisse der Umfrage „Versorgungssicherheit rückt ins Zentrum - Inländische Produktion und Kernenergie gewinnen an Bedeutung“ sind über die Internetseite des Forschungsinstituts „gfs.bern“ einsehbar. 

Mittwoch, 10.06.2026, 09:20 Uhr
Volker Stephan

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