Bereits seit 1997 verleiht Energie & Management mit Partnern den Contracting Award an vorbildliche Beispiele der industriellen, kommunalen und privatwirtschaftlichen Energiewirtschaft. In diesem Jahr haben 17 Unternehmen und Versorger insgesamt 19 Projekte eingereicht − damit gingen so viele Bewerbungen ein wie noch nie für diesen traditionsreichen Preis.
Die drei besten Einsendungen werden am 22. Juni in Berlin präsentiert und ausgezeichnet. Das Gewinnerprojekt wird außerdem nochmals auf dem Jahreskongress des Vedec vorgestellt, der am 23. Juni stattfindet.Hybrides Innovationsprojekt der Berliner EnergieagenturDie Berliner Energieagentur GmbH (BEA) modernisiert mithilfe eines Energieliefercontractings die Wärme- und Stromversorgung eines Wohngebäudes in der Berliner Puchanstraße. Das Versorgungskonzept kombiniert ein bestehendes BHKW mit einer Wärmepumpe und einer Gasbrennwerttherme als Spitzenlastanlage. Der BHKW-Strom wird in einem Mieterstrommodell direkt vor Ort vermarktet und verbraucht. Die Wärmepumpe übernimmt künftig den gesamten Heizwärmebedarf und einen Großteil der Warmwasserbereitung. Dadurch deckt das System rund 80 Prozent des Wärmebedarfs elektrisch ab. Die Lösung ermöglicht eine schrittweise Dekarbonisierung ohne hohe Investitionen der Wohnungseigentümergemeinschaft und hält die Wärmekosten nach Angaben der BEA nahezu stabil. Vorteile liegen zudem in der Sektorkopplung, der hohen Mieterstromquote und der Übertragbarkeit auf Wohngebäude ohne Fernwärmeanschluss.
Konzept für Berlin Decks von ClimatchDie Climatch GmbH, ein Unternehmen von Swiss Life Asset Managers, realisiert für das Berliner Quartier „Berlin Decks“ ein Eigentümercontracting für die Wärme- und Kälteversorgung eines Büro- und Gewerbecampus. Das Modell umfasst Planung, Finanzierung, Bau und Betrieb der Energieinfrastruktur einschließlich Wärme-, Kälte- und Netztechnik. Das Versorgungskonzept kombiniert grüne Fernwärme, zentrale Kälteerzeugung und Photovoltaik in einem quartiersweiten Energiesystem. Vorteile liegen in der gebäudeübergreifenden Versorgung mit hohen Skaleneffekten, einer hohen Betriebs- und Versorgungssicherheit sowie einer langfristig kalkulierbaren Preisstruktur. Durch die zentrale Anlagenlösung ersetzt das Projekt mehrere Einzelanlagen und reduziert den Ressourcen- und Flächenbedarf. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen gegenüber einer konventionellen Erdgasversorgung um rund 845 Tonnen pro Jahr.
Hybrides Contracting für Gewerbestandort in Langen von ClimatchDie Climatch GmbH modernisiert im Rahmen eines Wärme- und Kälteliefercontractings die Energieversorgung eines Gewerbe- und Logistikstandorts in der Paul-Ehrlich-Straße in Langen. Das Konzept basiert auf einem hybriden Versorgungssystem mit reversiblen Luft-Wasser-Wärmepumpen, Gasbrennwertkesseln sowie geplanter Photovoltaik und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Die Wärmepumpen decken mehr als 65 Prozent des Energiebedarfs, die fossile Wärmeerzeugung dient der Spitzenlastabdeckung. Vorteile des Versorgungskonzepts liegen in der Dekarbonisierung des Bestands bei laufendem Betrieb, der Kopplung von Wärme, Kälte, Strom und Mobilität sowie der langfristigen Preis- und Versorgungssicherheit durch das Contractingmodell. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen um rund 250 Tonnen pro Jahr.
Einsparcontracting für kommunale Liegenschaften von E1 EnergiemanagementDie E1 Energiemanagement GmbH setzt für die Gemeinde Edingen-Neckarhausen ein Energieeinsparcontracting für sieben kommunale Liegenschaften um. Das Projekt umfasst Schulen, Sporthallen, Verwaltungsgebäude sowie ein Freizeitbad. E1 übernimmt Planung, Finanzierung, Umsetzung, Betriebsführung und die Garantie für die vereinbarten Einsparungen über eine Laufzeit von 15 Jahren. Das Versorgungskonzept kombiniert Luft-Wasser-Wärmepumpen, Nahwärmeleitungen, Photovoltaikanlagen, modernisierte Regelungstechnik sowie Maßnahmen zur Verbrauchsreduzierung und Digitalisierung der Gebäudeleittechnik. Vorteile liegen in der deutlichen Senkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen bei laufendem Betrieb der Gebäude. Nach Angaben des Unternehmens sinken die Energiekosten um 45,5 Prozent und die CO2-Emissionen um 64,4 Prozent. Zudem entlastet das Modell den kommunalen Haushalt, da der Contractor die Investitionen vorfinanziert und die Einsparungen garantiert.
Innovative KWK für Ludwig-Eckes-Halle Nieder-Olm von der EDGDie „EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH“ (EDG) hat im Rahmen eines Energieliefercontractings die Energieversorgung der Ludwig-Eckes-Halle in Nieder-Olm erneuert. Das Konzept basiert auf innovativer Kraft-Wärme-Kopplung mit einem Blockheizkraftwerk, einer Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie der energetischen Sanierung der Lüftungs- und Wärmeverteilungssysteme. Die Versorgungslösung kombiniert Wärmeerzeugung, Eigenstromversorgung und Niedertemperatursysteme mit Wärmerückgewinnung. Vorteile liegen in der deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs, der direkten Nutzung von KWK-Strom vor Ort sowie der Vorbereitung des Gebäudes auf einen klimaneutralen Betrieb. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen um 92,9 Prozent. Gleichzeitig reduziert sich der Wärmeverbrauch um 43,3 Prozent und der Stromverbrauch um 15,3 Prozent. Das Konzept gilt laut EDG als übertragbares Modell für größere kommunale Liegenschaften.
Skalierbares Contractingmodell Dockyard von EmpactDie Empact GmbH realisiert für das Berliner Neubauprojekt „Dockyard“ ein integriertes Energie- und Wärmeliefercontracting. Das Versorgungskonzept für den Bürokomplex an der Stralauer Allee kombiniert Wärmepumpen, Photovoltaik, Photovoltaikthermie (PVT), einen Großeisspeicher sowie digitale Betriebsführung zu einem vollständig fossilfreien Energiesystem. Kern der Anlage sind drei Ammoniak-Großwärmepumpen, 16 Luft-Wasser-Wärmepumpen und ein rund 1.500 Kubikmeter großer Eisspeicher. Vorteile liegen in der sektorgekoppelten Versorgung von Wärme, Kälte und Strom, der Nutzung regenerativer Energiequellen sowie der stadtverträglichen Integration ohne lärmintensive Rückkühler. Durch PVT-Module erzeugt das System gleichzeitig Strom und Wärme und reduziert laut Unternehmen die lokale Abwärme im Stadtraum. Das Projekt arbeitet klimaneutral im Betrieb und dient als skalierbares Modell für eine urbane Quartiersversorgung.
Energieliefercontracting für Chemiestandort in Seelze von EnBW ContractingDie EnBW Contracting GmbH hat gemeinsam mit Solstice Advanced Materials die Energieversorgung eines Chemiestandorts in Seelze im Rahmen eines langfristigen Energieliefercontractings umgestellt. Das Versorgungskonzept kombiniert Biomasse-Dampferzeugung, industrielle Abwärmenutzung, Wärmepumpentechnik sowie neue Heiz- und Kühlwassernetze zu einem integrierten Energiesystem. Kern des Projekts sind ein Biomasseheizwerk mit Altholzfeuerung, eine Großwärmepumpe zur Nutzung industrieller Abwärme sowie die schrittweise Umstellung von Dampf- auf Niedertemperaturversorgung. Vorteile liegen in der Reduktion fossiler Energieträger, der sektorgekoppelten Versorgung von Dampf, Wärme, Kälte und Kühlwasser sowie der hohen Versorgungssicherheit im laufenden Produktionsbetrieb. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen um rund 80 Prozent beziehungsweise 16.000 Tonnen pro Jahr. Gleichzeitig reduziert sich der Dampfbedarf um ein Drittel. Das Konzept gilt als übertragbares Modell für energieintensive Industriestandorte.
Energiesparcontracting für die Stadt Gummersbach von Engie DeutschlandDie Engie Deutschland GmbH setzt für die Stadt Gummersbach ein Energiesparcontracting für 17 kommunale Gebäude um. Das Projekt umfasst unter anderem Schulen, das Rathaus, Sporthallen und Bauhöfe. Kern des Konzepts sind Biomasseheizungen (Pellet- und Holzhackschnitzelkessel), Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern sowie Maßnahmen zur Gebäudeautomation und Verbrauchssteuerung. Zum Versorgungskonzept gehört die Umstellung auf LED-Beleuchtung sowie ein Energiemanagementsystem. Vorteile liegen in der Senkung von Energieverbrauch und CO2-Emissionen sowie in der Kombination aus erneuerbarer Wärmeerzeugung, digitaler Regelungstechnik und garantierten Einsparungen. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen um 1.149 Tonnen pro Jahr. Die Einsparungen refinanzieren die Investitionen über die Vertragslaufzeit.
Bioenergiepark für die Hansestadt Anklam von Envitec BiogasDie Envitec Biogas AG setzt gemeinsam mit der Hansestadt Anklam ein Wärmecontracting auf Basis von Biogas um. Das Versorgungskonzept nutzt eine flexibilisierte Biogasanlage zur Versorgung des städtischen Wärmenetzes mit kommunalen Einrichtungen und Wohngebäuden. Ziel ist eine vollständig klimaneutrale Wärmeversorgung der Stadt. Kern des Projekts sind sechs BHKW-Module, neue Gas- und Wärmespeicher sowie der Ausbau der Wärmetrassen. Die Biogasanlage deckte bislang rund 75 Prozent des Wärmebedarfs der Stadt und soll ab der Heizsaison 2026 den gesamten Bedarf ohne fossile Spitzenlastkessel abdecken. Vorteile liegen in der vollständigen Nutzung erneuerbarer Energien, der Kopplung von Strom- und Wärmeerzeugung sowie langfristig stabilen Wärmepreisen. Nach Angaben des Unternehmens erfolgt die Wärmeversorgung künftig zu 100 Prozent klimaneutral auf Basis von Biogas und industrieller Abwärme.
Contracting für Wohnquartier in Lübeck-Travemünde von Frank EcoenergyDie „FRANK Ecoenergy GmbH“ realisiert für ein Wohnquartier in der Lübecker Lindwurmstraße ein Wärmeliefercontracting auf Basis einer vollständig verbrennungsfreien Energieversorgung. Das Konzept versorgt fünf sanierte Mehrfamilienhäuser mit rund 90 Wohneinheiten über ein Nahwärmenetz mit Wärme aus Wärmepumpen, Geothermie sowie PVT- und Photovoltaikanlagen. Kern der Energieversorgung sind zwei Wärmepumpen mit Erdsonden, PVT-Kollektoren und einem kalten Nahwärmenetz mit niedrigen Systemtemperaturen. Ergänzt wird das Konzept durch Booster-Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung sowie Mieterstrom- und Ladeinfrastruktur. Vorteile liegen in der fossilfreien Wärmeversorgung, der sektorgekoppelten Nutzung lokal erzeugten Solarstroms sowie der hohen Effizienz durch niedrige Netztemperaturen. Das Konzept gilt laut Unternehmen als übertragbares Modell für größere Bestandsquartiere.
Eisspeichercontracting für Bürogebäude in Hamburg von MVV Enamic Die MVV Enamic GmbH realisiert gemeinsam mit Strabag Real Estate für das Büroprojekt „BORX“ in Hamburg-Borgfelde ein Energieliefercontracting auf Basis eines integrierten Wärme-, Kälte- und Stromsystems. Das Versorgungskonzept kombiniert Eisspeicher, Wärmepumpen, Betonkernaktivierung, Photovoltaik und Fernwärme für ein Bürogebäude mit rund 24.000 Quadratmetern Nutzfläche. Kern der Anlage sind ein Eisspeicher mit rund 672 Kubikmetern Volumen, zwei Wärmepumpen sowie eine Kälteanlage für Raumluft- und EDV-Kühlung. Vorteile liegen in der hohen Energieeffizienz durch die Kombination von Wärme- und Kältespeicherung, der Reduktion des Fernwärmeanschlusses durch simulationsgestützte Planung sowie der weitgehend passiven Kühlung über Betonkernaktivierung. Das Gebäude erreicht laut Unternehmen eine Gesamtenergieeffizienz von 50,3 kWh pro Quadratmeter und Jahr, gleichzeitig sinkt der Bedarf aktiver Energieerzeugung um rund 153 MWh jährlich.
Contractingprojekt Rockywood in Offenburg von MVV Enamic Die MVV Enamic GmbH realisiert gemeinsam mit „PRIMUS developments“ für das Neubauprojekt „Rockywood“ in Offenbach ein integriertes Energiecontracting. Das Versorgungskonzept kombiniert CO2-neutrale Fernwärme, Photovoltaik, Kälteversorgung, Energiemanagement und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität in einem sektorgekoppelten System. Kern des Low-Tech-Konzepts sind eine klimaneutrale Fernwärmeversorgung aus Biomasse, Photovoltaikanlagen zur Eigenstromnutzung sowie ein dynamisches Lastmanagement für Strom, Kälte und Mobilität. Rund 70 Prozent des erzeugten Solarstroms werden direkt im Gebäude genutzt, unter anderem für Kälteerzeugung und Allgemeinstrom. Vorteile liegen in der Reduktion des Primärenergiebedarfs, der flexiblen Kombination verschiedener Contractingbausteine sowie der hohen Transparenz und Planungssicherheit des modularen Vertragsmodells. Das Projekt verbindet Energieversorgung, zirkuläres Bauen und sektorübergreifendes Energiemanagement in einem urbanen Neubauquartier.
Anlagen- und Betriebskonzept für Pflegeeinrichtung in Müllheim von NaturenergieDie „naturenergie Energiedienstleistungen GmbH“ hat im Auftrag des Evangelischen Sozialwerks Müllheim ein Wärme- und Stromcontracting für das Elisabethenheim in Müllheim realisiert. Das Versorgungskonzept kombiniert Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk, Gasbrennwertkessel und Photovoltaik in einem zentralen Energiesystem für Pflegeeinrichtungen, betreutes Wohnen und Bestandsgebäude. Kern der Anlage sind eine Luft-Wasser-Wärmepumpe als Grundlastsystem, ein BHKW zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung sowie Photovoltaik mit Mieterstrommodell. Ergänzt wird das Konzept durch Wärmespeicher, ein neues Gebäudenetz und ein digitales Energiemanagementsystem. Vorteile liegen in der schrittweisen Dekarbonisierung des gewachsenen Bestandsquartiers, der Kopplung von Wärme, Strom und Mobilität sowie der flexiblen Betriebsführung mit niedrigen Systemtemperaturen. Das Projekt gilt laut Unternehmen als übertragbares Modell für Pflege- und Sozialimmobilien mit hohem Wärme- und Strombedarf.
Energie aus Abwasser und Sonne in Köln-Ehrenfeld von Naturstrom Die „naturstrom AG“ realisiert für das Wohnquartier „LÜCK“ in Köln-Ehrenfeld ein Wärmecontracting auf Basis von Abwasserwärme und Solarenergie. Das Versorgungskonzept für 216 Wohnungen und einen Kindergarten kombiniert Wärmetauscher im städtischen Kanalnetz, Großwärmepumpe, Photovoltaik und Power-to-Heat-Technik in einem vollständig erneuerbaren Energiesystem. Kern der Anlage sind 120 Meter lange Wärmetauscher im Abwasserkanal sowie eine Großwärmepumpe mit 352 kW thermischer Leistung. Ergänzt wird das System durch einen Pufferspeicher, Photovoltaik und eine Power-to-Heat-Anlage zur Lastabdeckung und Nutzung von Stromüberschüssen. Vorteile liegen in der Nutzung urbaner Abwärmepotenziale, der vollständig fossilfreien Wärmeversorgung sowie der hohen Effizienz durch niedrige Netztemperaturen und intelligente Regelungstechnik. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen gegenüber einer konventionellen Versorgung um 107 Tonnen pro Jahr.
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So sieht er aus: der Contracting Award Quelle: Heidi Roider |
Multivalentes Quartierscontracting für Neubaugebiet in Kerpen von OVE Die OVE GmbH & Co. KG realisiert für ein Neubauquartier in Kerpen ein integriertes Wärme- und Stromcontracting für 50 Wohneinheiten. Das Versorgungskonzept kombiniert Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk, Photovoltaik, Spitzenlastkessel und ein zentrales Nahwärmenetz in einem multivalenten Energiesystem. Kern der Anlage sind eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Propan, ein BHKW zur gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung sowie intelligente Netz- und Regelungstechnik mit dynamischem Lastmanagement. Vorteile liegen in der sektorgekoppelten Verbindung von Wärme, Strom und Mobilität, der hohen Eigenstromnutzung im Quartier sowie der flexiblen Betriebsführung mit abgestimmten Erzeugern und Pufferspeichern. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen gegenüber einem konventionellen Referenzsystem um knapp 50 Prozent, der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei 65 Prozent.
Contractingmodell mit Mieterstrom und Wasserstoff für Esslinger Stadtquartier von Polarstern Die Polarstern GmbH realisiert für die „Neue Weststadt“ in Esslingen ein integriertes Energiecontracting für Wohnen, Hochschule, Mobilität und Wasserstofferzeugung. Das Versorgungskonzept kombiniert Mieterstrom, Wärmelieferung, Photovoltaik, BHKW, Wärmepumpe, Ladeinfrastruktur und einen Elektrolyseur zu einem sektorgekoppelten Quartierssystem. Kern des Konzepts sind Photovoltaikanlagen mit perspektivisch rund 520 kW, mehrere BHKW, eine Wärmepumpe sowie ein Elektrolyseur mit 1 MW zur Erzeugung von grünem Wasserstoff. Die Abwärme des Elektrolyseurs deckt bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs im Quartier. Vorteile liegen in der engen Kopplung von Strom, Wärme, Mobilität und Wasserstoffwirtschaft, der hohen lokalen Eigenversorgung sowie der flexiblen Nutzung erneuerbarer Überschüsse. Nach Angaben des Unternehmens erfüllt das Quartier die Zielvorgabe von maximal 1 Tonne CO2-Äquivalent pro Bewohner und Jahr für Wohnen und Mobilität.
Wärme- und Kälteversorgung Lohrheidestadion Bochum der Stadtwerke BochumDie Stadtwerke Bochum GmbH realisiert gemeinsam mit der Stadt Bochum ein Wärme- und Kälteliefercontracting für das Lohrheidestadion. Das Versorgungskonzept kombiniert Geothermie, Wärmepumpen, Kältetechnik, Photovoltaik und einen Gasbrennwertkessel zur Spitzenlastabdeckung in einem sektorgekoppelten Energiesystem. Kern der Anlage sind 38 Erdsonden mit jeweils 150 Metern Tiefe, eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit rund 237 kW thermischer Leistung sowie eine Kälteanlage mit 190 kW. Ergänzt wird das System durch Photovoltaikanlagen mit insgesamt rund 994 kW. Vorteile liegen in der Kombination von Wärme-, Kälte- und Stromversorgung, der hohen Effizienz der geothermischen Wärmepumpentechnik sowie der Eigenstromnutzung für den Anlagenbetrieb. Das Projekt dient den Stadtwerken Bochum als übertragbares Modell für weitere kommunale Liegenschaften mit Wärme- und Kältebedarf.
Betriebsführungscontracting für DILO von Südwärme Die Südwärme Gesellschaft für Energielieferung AG setzt für die „DILO Armaturen und Anlagen GmbH“ in Babenhausen ein Betriebsführungscontracting für die Wärmeversorgung eines Industriestandorts um. Das Versorgungskonzept basiert auf zwei Holzhackschnitzelkesseln, Pufferspeicher und integriertem Brennstofflager in einer containerisierten Modulbauweise. Die Anlage versorgt rund 9.500 Quadratmeter Produktions- und Bürofläche vollständig mit Wärme aus Biomasse und ersetzt eine bisherige Ölheizung. Vorteile liegen in der Nutzung regionaler Holzhackschnitzel sowie betrieblicher Reststoffe aus der Produktion, die mehr als ein Drittel des Wärmebedarfs decken. Das Konzept ermöglicht die Dekarbonisierung eines industriellen Bestands ohne Umbau der bestehenden Wärmeverteilung und vermeidet zusätzliche Stromlasten durch den Verzicht auf Wärmepumpen. Nach Angaben des Unternehmens sinken die CO2-Emissionen um rund 160 Tonnen pro Jahr.
Hochtemperaturlösung für Zeiss-Standort in Jena von TWS Thüringer Wärme Service Die TWS Thüringer Wärme Service GmbH realisiert für die LEG Thüringen und den Zeiss-Standort in Jena ein Contracting zur Ablösung der bisherigen Ferndampfversorgung. Das Versorgungskonzept kombiniert Hochtemperatur-Wärmepumpen, industrielle Abwärmenutzung, Fernwärme und Power-to-Heat-Technik für einen jährlichen Wärmebedarf von rund 20 GWh. Kern der Anlage sind zwei Hochtemperatur-Wärmepumpen mit jeweils 1,5 MW Leistung, die Abwärme aus der Prozess- und Gebäudekühlung nutzen. Ergänzt wird das System durch einen Fernwärmeanschluss, eine Power-to-Heat-Anlage sowie einen 100-Kubikmeter-Pufferspeicher. Vorteile liegen in der Nutzung bislang ungenutzter Abwärme, der intelligenten Kopplung von Wärme-, Kälte- und Stromsystemen sowie der zusätzlichen Auskühlung des Fernwärmerücklaufs zur Netzoptimierung. Nach Angaben des Unternehmens steigt der regenerative Anteil der eingesetzten Energien von bislang 2,8 auf 50,4 Prozent, gleichzeitig sinken die CO2-Emissionen um rund 5.940 Tonnen pro Jahr.
Weitere Informationen zur Verleihung des Contracting Awards sowie zum Jahreskongress des Vedec finden Interessierte unter Vedec-jahreskongress.de.- Oliver Bornkamm, Referatsleiter IIA4 im BMWE
- Tobias Dworschak, vedec e.V.
- Katrin Eder, MdL bzw. Umweltministerin Rheinland-Pfalz
- Heidi Roider, Energie & Management Verlagsgesellschaft mbH
- Stefan Sagmeister, Energie & Management Verlagsgesellschaft mbH
Freitag, 12.06.2026, 09:01 Uhr
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