Quelle: Baywa
Baywa Re will künftig noch eigenständiger agieren. Das Unternehmen will dazu die Sanierung bis 2028 abschließen. Fürs Jahr 2026 hat die Geschäftsführung einen neuen Namen angekündigt.
Der Erneuerbaren-Projektierer Baywa Re plant im Zuge seiner laufenden Umstrukturierung auch einen neuen Markenauftritt. „Ein umfassendes Rebranding ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen“, teilte die Tochtergesellschaft des Baywa-Konzerns am 29. Dezember mit. Der Münchner Projektierer will seine Unabhängigkeit gegenüber der Konzernmutter stärker herausstellen.
Nach Angaben des Unternehmens verkaufte Baywa Re im Zuge strategischer Projektveräußerungen in den EMEA-Märkten Deutschland, Frankreich und Großbritannien Projekte mit einer Leistung von 2.200 MW aus den Bereichen Solar, Wind und Batteriespeicher. Zu den größeren Transaktionen zählt der Verkauf des Wind- und Solarportfolios Rueda Sur in Spanien mit 199 MW an die Encavis AG.
Im vierten Quartal 2025 entstanden in Großbritannien zwei Solarparks mit zusammen 121 MW, in Frankreich zwei Agri-Solarparks. In Südkalifornien realisiert das Unternehmen im San Diego County einen großskaligen Energiepark. Für das Projekt spielte Baywa Re eine Finanzierung von 420 Millionen US-Dollar ein. Zum operativen Bestand zählen zudem Bauvorhaben mit 1.000 MW Leistung in den Bereichen Wind, Solar und Batteriespeicher.
Sanierungsprogramm und Rückzug aus APAC
Parallel will Baywa Re eine gestraffte Organisationsstruktur umsetzen. Kostensenkungen laufen an, der Abschluss der Sanierung ist für 2028 geplant. „Im Verlauf dieses Jahres ist Baywa Re bereits deutlich schlanker, schlagkräftiger und damit auch zukunftsfähiger geworden“, sagte Hans-Joachim Ziems, Chief Restructuring Officer (CRO) von Baywa Re. Das Ziel ist es, ein „fokussierter Player in Europa und den USA“ zu werden. Das Münchner Unternehmen will sich zugeich aus der Asien-Pazifik-Region (APAC) zurückziehen.
Mutterkonzern Baywa verkauft weitere Gesellschaft
Der Baywa-Mutterkonzern war im Jahr 2024 in finanzielle Schieflage geraten, ein wesentlicher Auslöser waren die hohen Zinszahlungen für 5,4 Milliarden Euro Bankkredite.
Zuletzt hatte der Konzern am 24. Dezember mitgeteilt, eine weitere Gesellschaft verkaufen zu wollen. Nachdem die Baywa AG im November 2025 ihre Tochter EDL an den Düsseldorfer Energiedienstleister EGC verkauft hat, soll nun auch die niederländische Tochter Cefetra veräußert werden.
Damit könnten die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro reduziert werden, teilte der Münchner Mischkonzern Baywa mit. Die Baywa teilte außerdem mit, das sie durch die Verkäufe der EDL sowie der österreichischen Gesellschaften RWA Raiffeisen Ware Austria AG und der Warenhandelsgesellschaft WHG seine Bankverbindlichkeiten insgesamt um etwa 1,3 Milliarden Euro reduziert hat.
Montag, 29.12.2025, 10:28 Uhr
Heidi Roider
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