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Energie & Management > Bilanz - Badenova hofft auf Eigenkapitalspritze
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
Bilanz

Badenova hofft auf Eigenkapitalspritze

Der Regionalversorger Badenova verzeichnet für das Jahr 2025 einen Bilanzgewinn von 57 Millionen Euro. Der Investitionsplan bis 2050 erfordert eine Eigenkapitalerhöhung.
Die Blickweite war ungewöhnlich. Der Regionalversorger Badenova schaltete bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025 „das Fernlicht in die Vergangenheit“ ein, wie der Vorstandsvorsitzende Hans-Martin Hellebrand formulierte. Hellebrand, seit Juli 2021 auf dem Posten, nutzte den Termin, um die Entwicklung der vergangenen vier Jahre Revue passieren zu lassen. Badenova sei in dieser Zeit „sehr erfolgreich auf einem austarierten Wachstumskurs“ gewesen, sagte er. Und das unter Marktbedingungen, „die unterschiedlicher und extremer wahrscheinlich in keiner anderen Industrie in den letzten vier Jahren“ gewesen seien.

Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Bilanzgewinn in Höhe von 57 Millionen Euro. Damit schnitt der Versorger genauso ab wie in den Jahren 2024 und 2023. Im Jahr 2022 war ein Gewinn von 60 Millionen Euro zu Buche gestanden. Badenova habe das vierte Jahr in Folge „geliefert“, sagte Hellebrand und sprach von „Stabilität zwischen Ausschüttung, Vorsorge und Geschäft“. 

Vom Gewinn schüttet das badische Energieunternehmen 50 Millionen Euro an die kommunalen Anteilseigner – Hauptgesellschafter sind die Thüga und Stadt Freiburg – aus. 7 Millionen bringe man in die „Innenfinanzierung“ ein, um das Eigenkapital zu stärken, wie Hellebrand erklärte. „Unsere Gesellschafter waren in den letzten vier Jahren weitsichtig und haben nicht auf Vollausschüttung gepocht. Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, dass wir über die Jahre hinweg richtig vorsorgen.“

177 Millionen Euro investiert

Den Umsatz verortete der Vorstand mit rund 1,5 Milliarden Euro „ungefähr auf Vorjahresniveau“. „Wir sehen, dass der Stromabsatz konsequent steigt, Elektrifizierung findet statt, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie es der eine oder andere vorhergesagt hat“, erläuterte Hellebrand. Leicht gestiegen sind dem Vernehmen nach der Gas- und Wärmeabsatz. Im Jahr 2025 sei es nicht so warm gewesen wie in den Vorjahren.
 

Dem Plus im Handelsgeschäft gegenüber stehen höhere Aufwendungen für Material und Personal. Beides habe sich kompensiert, die Kostensteigerungen seien abgefangen worden, so der Vorstandsvorsitzende. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg im zurückliegenden Jahr um 8 Prozent auf 1.817. Im Juni dieses Jahres habe man die 2.000er-Schwelle überschritten. 

Steil nach oben, wie der Rückblick zeigte, gingen die Investitionen. Waren es im Jahr 2022 noch 90 Millionen Euro, kletterten die Ausgaben für die Zukunft im vergangenen Jahr laut Unternehmen auf 177 Millionen Euro (2023: 122 Millionen Euro; 2024: 143 Millionen Euro).

Aufsichtsrat entscheidet Mitte des Jahres

„In den nächsten Jahren werden wir die Investitionen weiter steigern, insgesamt auf 4 Milliarden Euro bis 2050“, sagte Hellebrand. Als Investitionsschwerpunkte nannte er: Stromnetze, Ausbau von Infrastruktur rund um das Thema Wasserstoff, erneuerbare Erzeugung, Wärmenetze sowie die Digitalisierung. Vorstandskollege Dirk Sattur ordnete das zahlenmäßig so ein: „Der Investitionspfad führt dazu, dass sich unser Anlagevermögen in diesem Zeitraum fast verdreifacht“. 

Der Plan hängt noch am Placet des Aufsichtsrats. „Mitte dieses Jahres werden wir mit unserem Aufsichtsrat die Entscheidung treffen: Möchten wir eine Kapitalerhöhung in 2027, um die Eigenkapitaldecke nach oben zu setzen“, so Hellebrand. Sollte man zu der Entscheidung kommen, das Eigenkapital nicht zu erhöhen, dann müsse man bei den Investitionen in späteren Jahren noch einmal in die Revision. Der Plan müsste dann zeitlich gestreckt werden. Von der Kapitalseite her sei Badenova ein „sehr gut beschriebenes“ Unternehmen, betonte Hellebrand. Bei Banken habe man die für einen Regionalversorger „besten Credits“.

Stromnetz wächst

Gut auf dem Weg in die Zukunft, sieht sich das Unternehmen beim Thema „grüne Moleküle, grüne Wärme, neue Energie“, sagte Sattur und nannte als Beispiel Wasserstoff. „Wir gehen in konkrete Projekte, wo sich Wasserstoff schon heute trägt“, erläuterte er und verwies etwa auf die Müllfahrzeugflotte. 

Als weiteres Beispiel nannte Hellebrand die Geothermie. „Wir stehen wenige Tage vor dem finalen Erhalt der Genehmigung für Breisgau“. Badenova werde dort in einem Joint Venture mit der Firma Herrenknecht die Erdwärme vorantreiben. 

Auf Expansionskurs sieht Badenova bei den Netzübernahmen: „Wir wachsen um über 30 Prozent in unserem Stromnetz“, sagte Hellebrand, was die Zahl der Einwohner in den neu hinzukommenden Netzgebieten betrifft.

Mittwoch, 1.07.2026, 16:38 Uhr
Manfred Fischer
Energie & Management > Bilanz - Badenova hofft auf Eigenkapitalspritze
Quelle: Pixabay / Gerd Altmann
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Badenova hofft auf Eigenkapitalspritze
Der Regionalversorger Badenova verzeichnet für das Jahr 2025 einen Bilanzgewinn von 57 Millionen Euro. Der Investitionsplan bis 2050 erfordert eine Eigenkapitalerhöhung.
Die Blickweite war ungewöhnlich. Der Regionalversorger Badenova schaltete bei der Vorstellung der Geschäftszahlen für das Jahr 2025 „das Fernlicht in die Vergangenheit“ ein, wie der Vorstandsvorsitzende Hans-Martin Hellebrand formulierte. Hellebrand, seit Juli 2021 auf dem Posten, nutzte den Termin, um die Entwicklung der vergangenen vier Jahre Revue passieren zu lassen. Badenova sei in dieser Zeit „sehr erfolgreich auf einem austarierten Wachstumskurs“ gewesen, sagte er. Und das unter Marktbedingungen, „die unterschiedlicher und extremer wahrscheinlich in keiner anderen Industrie in den letzten vier Jahren“ gewesen seien.

Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Bilanzgewinn in Höhe von 57 Millionen Euro. Damit schnitt der Versorger genauso ab wie in den Jahren 2024 und 2023. Im Jahr 2022 war ein Gewinn von 60 Millionen Euro zu Buche gestanden. Badenova habe das vierte Jahr in Folge „geliefert“, sagte Hellebrand und sprach von „Stabilität zwischen Ausschüttung, Vorsorge und Geschäft“. 

Vom Gewinn schüttet das badische Energieunternehmen 50 Millionen Euro an die kommunalen Anteilseigner – Hauptgesellschafter sind die Thüga und Stadt Freiburg – aus. 7 Millionen bringe man in die „Innenfinanzierung“ ein, um das Eigenkapital zu stärken, wie Hellebrand erklärte. „Unsere Gesellschafter waren in den letzten vier Jahren weitsichtig und haben nicht auf Vollausschüttung gepocht. Sie haben uns die Möglichkeit gegeben, dass wir über die Jahre hinweg richtig vorsorgen.“

177 Millionen Euro investiert

Den Umsatz verortete der Vorstand mit rund 1,5 Milliarden Euro „ungefähr auf Vorjahresniveau“. „Wir sehen, dass der Stromabsatz konsequent steigt, Elektrifizierung findet statt, allerdings nicht in dem Ausmaß, wie es der eine oder andere vorhergesagt hat“, erläuterte Hellebrand. Leicht gestiegen sind dem Vernehmen nach der Gas- und Wärmeabsatz. Im Jahr 2025 sei es nicht so warm gewesen wie in den Vorjahren.
 

Dem Plus im Handelsgeschäft gegenüber stehen höhere Aufwendungen für Material und Personal. Beides habe sich kompensiert, die Kostensteigerungen seien abgefangen worden, so der Vorstandsvorsitzende. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg im zurückliegenden Jahr um 8 Prozent auf 1.817. Im Juni dieses Jahres habe man die 2.000er-Schwelle überschritten. 

Steil nach oben, wie der Rückblick zeigte, gingen die Investitionen. Waren es im Jahr 2022 noch 90 Millionen Euro, kletterten die Ausgaben für die Zukunft im vergangenen Jahr laut Unternehmen auf 177 Millionen Euro (2023: 122 Millionen Euro; 2024: 143 Millionen Euro).

Aufsichtsrat entscheidet Mitte des Jahres

„In den nächsten Jahren werden wir die Investitionen weiter steigern, insgesamt auf 4 Milliarden Euro bis 2050“, sagte Hellebrand. Als Investitionsschwerpunkte nannte er: Stromnetze, Ausbau von Infrastruktur rund um das Thema Wasserstoff, erneuerbare Erzeugung, Wärmenetze sowie die Digitalisierung. Vorstandskollege Dirk Sattur ordnete das zahlenmäßig so ein: „Der Investitionspfad führt dazu, dass sich unser Anlagevermögen in diesem Zeitraum fast verdreifacht“. 

Der Plan hängt noch am Placet des Aufsichtsrats. „Mitte dieses Jahres werden wir mit unserem Aufsichtsrat die Entscheidung treffen: Möchten wir eine Kapitalerhöhung in 2027, um die Eigenkapitaldecke nach oben zu setzen“, so Hellebrand. Sollte man zu der Entscheidung kommen, das Eigenkapital nicht zu erhöhen, dann müsse man bei den Investitionen in späteren Jahren noch einmal in die Revision. Der Plan müsste dann zeitlich gestreckt werden. Von der Kapitalseite her sei Badenova ein „sehr gut beschriebenes“ Unternehmen, betonte Hellebrand. Bei Banken habe man die für einen Regionalversorger „besten Credits“.

Stromnetz wächst

Gut auf dem Weg in die Zukunft, sieht sich das Unternehmen beim Thema „grüne Moleküle, grüne Wärme, neue Energie“, sagte Sattur und nannte als Beispiel Wasserstoff. „Wir gehen in konkrete Projekte, wo sich Wasserstoff schon heute trägt“, erläuterte er und verwies etwa auf die Müllfahrzeugflotte. 

Als weiteres Beispiel nannte Hellebrand die Geothermie. „Wir stehen wenige Tage vor dem finalen Erhalt der Genehmigung für Breisgau“. Badenova werde dort in einem Joint Venture mit der Firma Herrenknecht die Erdwärme vorantreiben. 

Auf Expansionskurs sieht Badenova bei den Netzübernahmen: „Wir wachsen um über 30 Prozent in unserem Stromnetz“, sagte Hellebrand, was die Zahl der Einwohner in den neu hinzukommenden Netzgebieten betrifft.

Mittwoch, 1.07.2026, 16:38 Uhr
Manfred Fischer

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