Quelle: Georg Eble
Amprion verschiebt die Inbetriebnahme des Offshore-Netzanbindungssystems Balwin1 um ein Jahr. Als Gründe werden technische und bauliche Herausforderungen genannt.
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion verschiebt die geplante Inbetriebnahme des Offshore-Netzanbindungssystems „BalWin1“ um ein Jahr. Statt wie bislang vorgesehen am 16. September 2030 soll das Projekt nun zum 15. September 2031 fertiggestellt werden. Die Bundesnetzagentur habe einen entsprechenden Antrag des Unternehmens nach § 17d Abs. 2 Energiewirtschaftsgesetz genehmigt, heißt es in einer Mitteilung des Übertragungsnetzbetreibers. Nach Angaben von Amprion wurde der Antrag auch vom Betreiber des anzubindenden Offshore-Windparks Windbostel Ost unterstützt.
Als Gründe für die Terminverschiebung nennt Amprion zusätzliche Aufwände bei der Designentwicklung und Fertigung der Offshore-Konverterplattform sowie schwierige Baugrundverhältnisse am Standort der Onshore-Konverterstation. Beide Faktoren führten zu einem zusätzlichen Zeitbedarf, der sich im weiteren Projektverlauf nicht mehr ausgleichen lasse. Andere Projektbestandteile seien davon jedoch nicht betroffen. Insbesondere die Arbeiten an der Kabeltrasse an Land könnten wie geplant fortgesetzt werden.
Mit der Verschiebung fällt das Projekt zurück in seinen ursprünglichen Zeitplan. Bei Projektbeginn war die Fertigstellung für 2031 vorgesehen. Nach der Novellierung des Windenergie-auf-See-Gesetzes und der Anhebung der Offshore-Ausbauziele für 2030 war der Termin im laufenden Projekt dann um zwei Jahre vorgezogen worden.
Bereits 2024 gab es eine Terminanpassung
Allerdings gab Amprion bereits am 25. Juni 2024 eine Korrektur des Zeitplans bekannt, „nachdem kürzlich die letzten großen Aufträge für die Umsetzung vergeben wurden“, wie es damals hieß. „Wir haben uns frühzeitig Kapazitäten für die wesentlichen Baugewerke am Markt sichern können. Trotz intensiver Bemühungen ist die starke Beschleunigung von zwei beziehungsweise drei Jahren aufgrund des engen Marktes jedoch nicht zu erreichen“, wurde Carsten Lehmköster, Geschäftsführer der Amprion Offshore GmbH, in einer Mitteilung zitiert.
Amprion betont nun, dass die aktuelle Anpassung eng mit dem Projektentwickler Windbostel Ost abgestimmt worden sei. Ziel sei es, die Zeitpläne für Netzanschluss und Windpark aufeinander abzustimmen und so eine koordinierte Inbetriebnahme sicherzustellen.
Von der geänderten Planung dürfte auch das Schwesterprojekt BalWin2 betroffen sein. Beide Offshore-Netzanbindungssysteme erhalten ihre Konverterstationen von einem Konsortium aus Dragados Offshore und Siemens Energy. Da die Anlagen für Balwin1 und Balwin2 parallel gefertigt werden, rechnet Amprion auch mit Auswirkungen auf den Terminplan des zweiten Projekts. Sobald ein belastbarer Zeitplan vorliege, wolle das Unternehmen auch für Balwin2 eine Verschiebung des voraussichtlichen Fertigstellungstermins bei der Bundesnetzagentur beantragen.
Balwin1 und Balwin2 gehören zu den zentralen Offshore-Netzanbindungsprojekten für den weiteren Ausbau der Windenergie in der Nordsee. Beide Systeme sind für eine Übertragungsleistung von jeweils 2.000 MW ausgelegt.
Die Seekabel verlaufen von den Offshore-Windparks rund 155 beziehungsweise 165 Kilometer durch die Nordsee, unterqueren die Insel Norderney und erreichen bei Hilgenriedersiel die Küste. An Land werden für Balwin1 und Balwin2 rund 205 beziehungsweise 215 Kilometer Erdkabel verlegt. Erst auf dem letzten Abschnitt trennen sich die Trassen zu den Netzverknüpfungspunkten in Wehrendorf beziehungsweise Westerkappeln. (fw)
Mittwoch, 8.07.2026, 16:14 Uhr
Fritz Wilhelm
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