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Für das europäische Wasserstoff-Infrastrukturprojekt „Nordic-Baltic Hydrogen Corridor (NBHC)“ haben die beteiligten Fernleitungsnetzbetreiber eine Marktabfrage gestartet.
Ziel der NBHC-Marktabfrage ist es, „frühzeitige unverbindliche Marktrückmeldungen einzuholen, um die laufenden Machbarkeitsstudien zu unterstützen und Interessenten die Möglichkeit zu geben, die nächste Phase des Projekts aktiv mitzugestalten“, heißt es in einer Mitteilung der Gasnetzbetreiber. An der Entwicklung des NBHC sind beteiligt: Gasgrid (Finnland), Elering (Estland), Conexus Baltic Grid (Lettland), Amber Grid (Litauen), Gaz-System (Polen) und Ontras (Deutschland).
Die Interessenbekundung richtet sich an Wasserstoffproduzenten und -verbraucher, Verteilnetzbetreiber, Speicherbetreiber sowie Wasserstoff-Transporteure. Sie können unverbindliche Angaben zu Wasserstoffproduktion und -verbrauch, Infrastrukturplänen sowie zum grenzüberschreitenden Transportbedarf entlang des Korridors machen.
„NBHC ist mehr als nur eine Pipeline – es ist die Lebensader der europäischen Energiesicherheit. Dieses Projekt wird ein widerstandsfähiges, erneuerbares Energiesystem schaffen, das den Green Deal und die Re-Power-EU-Strategie unterstützt und gleichzeitig ein neues wirtschaftliches Ökosystem für Wasserstoff etabliert. Durch die Verbindung von sechs Mitgliedstaaten zeigt der NBHC, wie Zusammenarbeit Klimaziele in industrielle Realität umsetzen kann“, erklärte dazu Ralph Bahke, Ontras-Geschäftsführer Steuerung und Entwicklung.
Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen verringernBahke betonte weiter, dass der Aufbau eines dedizierten Wasserstoff-Backbones durch Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland dazu beitragen werde, Europas Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen zu verringern, die Industrie im großen Maßstab zu dekarbonisieren und in erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologien zu investieren. Darüber hinaus sei der Korridor ein wichtiges Symbol für die europäische Integration. Er stärke zudem die regionale Zusammenarbeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Das Projekt wurde von der Europäischen Kommission als Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Project of Common Interest, PCI) anerkannt und erhält für die Machbarkeitsphase eine Förderung in Höhe von 6,8
Millionen Euro aus dem Programm „Connecting Europe Facility“. Der NBHC ist als strategischer Wegbereiter für die wichtigsten Energie- und Klimaziele der EU gedacht.
Kommerzieller Betrieb von 2033 an geplant Nach dem erfolgreichen Abschluss der Vor-Machbarkeitsstudie im Juni 2024 ist das Vorhaben im vergangenen Jahr in die Machbarkeitsphase eingetreten. Nationale und grenzüberschreitende Studien sollen Anfang 2027 abgeschlossen werden. Die Ergebnisse sind als Grundlage für die Entscheidung über die nächste Projektphase vorgesehen.
Der NBHC ist darauf ausgelegt, bis 2040 jährlich rund 2,7
Millionen Tonnen Wasserstoff zu transportieren, unterstützt durch ein Hauptleitungsnetz von etwa 2.500
Kilometer Länge, das Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland verbindet. Angestrebt wird ein kommerzieller Betrieb von 2033 an.
Die
Umfrage lässt sich bis zum 31.
März 2026 online abrufen. Danach will NBHC die Teilnehmenden zu weiteren Gesprächen einladen, um die Marktbedürfnisse mit der Projektentwicklung abzugleichen.
Montag, 26.01.2026, 16:39 Uhr
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