• Gasnotierungen in leichter Abwärtsdrift
  • Mit den Rechenzentren wächst auch der Energiebedarf
  • Vattenfall Berlin sorgt mit Kohle für den Winter vor
  • 100 Tage Schwarz-Grün in NRW - und es hagelt Kritik
  • Großer LNG-Terminal passt nicht in Hamburger Hafen
  • Bundesrat: Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwärme sinkt
  • Neues Gaskraftwerk Marl behält schmutzige Steinkohleschwester
  • Eon setzt bei neuem Wärmepumpen-Angebot auf Vaillant
  • Versorgernetzwerk bringt digitale Plattform hervor
  • Stadtwerke Werdau brauchen neuen Chef
Enerige & Management > Recht - Zwölf Jahre Haft für Angreifer auf Energiemanager
Quelle: Shutterstock / sergign
RECHT:
Zwölf Jahre Haft für Angreifer auf Energiemanager
Mit Schwefelsäure haben zwei Männer im März 2018 den Energiemanager Bernhard Günther schwer verletzt. Jetzt wurde ein 42-Jähriger dafür zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.
 
(dpa) - Nach der Säureattacke auf den Energiemanager Bernhard Günther in Haan bei Düsseldorf muss ein 42-jähriger Belgier für zwölf Jahre in Haft. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn am 18. August wegen absichtlicher schwerer und gefährlicher Körperverletzung. Der Angeklagte hatte bis zum letzten Verhandlungstag seine Unschuld beteuert: Er sei an der Tat nicht beteiligt gewesen.

Die Ermittlungen gegen einen zweiten Verdächtigen waren eingestellt worden. Der Kampfsportler war mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen worden, obwohl Günther aussagte, ihn wiedererkannt zu haben.

Bernhard Günther, damals Finanzvorstand der mittlerweile zerschlagenen RWE-Tochter Innogy, war am 4. März 2018 von zwei maskierten Gestalten rund 200 Meter vor seiner Haustür in einer Grünanlage in Haan bei Düsseldorf beim Joggen angegriffen und mit hochkonzentrierte Schwefelsäure überschüttet worden. Er war mit schweren Verätzungen in eine Spezialklinik gebracht worden und schwebte zeitweise in Lebensgefahr. Er wurde mehrfach operiert. Augenlider und Teile seiner Gesichtshaut mussten transplantiert werden. Zahlreiche weitere Operationen stünden ihm noch bevor. Er verlasse sein Haus nur selten ungeschminkt, berichtete er in dem Prozess.

Der Vorsitzende Richter Holger Jung hatte bereits zu Prozessbeginn Ende Juni von einer "hohen Wahrscheinlichkeit für einen Schuldspruch" für den 42-Jährigen gesprochen. Am Tatort war ein Handschuh mit DNA-Spuren des Belgiers gefunden worden. Die Erklärung des Mannes, die Handschuhe seien ihm gestohlen und als falsche Fährte am Tatort platziert worden, fand das Gericht offensichtlich wenig überzeugend.

Günther vermutet als Auftraggeber des Säureattentats eine Person in seinem damaligen beruflichen Umfeld, die ihn als Konkurrenten habe ausschalten wollen. Heute ist Günther Finanzvorstand des finnischen Energiekonzerns Fortum, der mehr als 19.000 Menschen beschäftigt.

Mit der Entscheidung seien die Ermittlungen hoffentlich nicht beendet, sagte Günther vor Gericht. Er hoffe, dass auch die Mittelsmänner und der Auftragsgeber der Tat aufgeklärt würden.
 

dpa
© 2022 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 18.08.2022, 13:56 Uhr

Mehr zum Thema