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Enerige & Management > Gas - Zwei LNG-Terminals sollen schon zum Jahreswechsel laufen
Quelle: Shutterstock / Igor Grochev
GAS:
Zwei LNG-Terminals sollen schon zum Jahreswechsel laufen
Die Vorbereitungen für die Inbetriebnahme der Terminals für Flüssigerdgas (LNG) bei Lubmin und Brunsbüttel laufen auf Hochtouren. Doch es regt sich auch Widerstand.
 
Die Bundesregierung habe grünes Licht für den Bau von zwei Terminals in Lubmin gegeben, teilte die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern mit. „An beiden Vorhaben arbeiten wir mit Hochdruck, um zusätzliches Gas einspeisen zu können, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Eine Arbeitsgruppe der Landesregierung befasse sich mit dem Thema und sorge mit dafür, dass es im Rahmen der rechtsstaatlichen Vorgaben ein zügiges Genehmigungsverfahren geben werde. Eines der beiden Terminals soll privat vom Unternehmen Deutsche Regas finanziert werden. Diese will schon am 1. Dezember 2022 den Betrieb aufnehmen und jährlich 4,5 Mrd. m3 von Tankern angeliefertes Erdgas in das deutsche Netz einspeisen.

Das vom Bund geplante zweite Flüssiggas-Terminal vor Lubmin bei Greifswald soll vom deutschen Energiekonzern RWE und der norwegischen Stena-Power betrieben werden. Dies erklärte das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) am am 1. August. Die Inbetriebnahme ist demnach frühestens Ende 2023 vorgesehen. Lubmin als bisheriger Anlandepunkt der russisch-deutschen Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 biete sich mit der vorhandenen Hinterlandanbindung an das nationale Gasnetz als Aufnahmestelle für Flüssigerdgas an.

Eine Herausforderung ist die geringe Wassertiefe der Ostsee vor Lubmin. Die LNG-Tanker sollen deshalb vor dem Greifswalder Bodden in der Ostsee ankern. Dort wird das LNG den Regas-Plänen zufolge in kleinere Tanker umgeladen und nach Lubmin gebracht. Drei Shuttle-Schiffe seien dafür vorgesehen. Umweltbeeinträchtigungen gebe es den Angaben zufolge praktisch keine, da unter anderem die bestehende Infrastruktur genutzt würde.

Auch Brunsbüttel will schnell starten

Ebenfalls zum Jahresende 2022 soll ein LNG-Terminal in Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) in Betrieb gehen. Das Gasnetz in Schleswig-Holstein werde derzeit auf die künftige Versorgung mit LNG vorbereitet, teilte die Schleswig-Holstein (SH) Netz AG mit. Gleichzeitig kritisierte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) den geplanten Bau einer 55 km langen Pipeline, die das künftige LNG-Terminal mit dem Gas-Fernleitungsnetz bei Hetlingen im Kreis Pinneberg verbinden soll. Der Antrag für die Pipeline sei der Versuch, eine auf Dauer angelegte Infrastruktur für Flüssigerdgas-Importe vorzubereiten, kritisierte die DUH.

Die SH Netz investiert nach eigenen Angaben in den kommenden Monaten rund drei Millionen Euro, um möglichst viel LNG vom schwimmenden Terminal in Brunsbüttel aus übernehmen zu können. Unter anderem müssen ein sogenannter Schieberplatz in Brunsbüttel gebaut und die Gasübernahmestation in Klein Offenseth (Kreis Pinneberg) erweitert werden. Die maximale Kapazität des Terminals soll etwa 5 Mrd. Kubikmeter Gas pro Jahr betragen. Diese werde aber erst mit der Gasleitung erreicht, die Ende 2023 fertig sein soll. Bis dahin betrage die Jahresdurchschnittskapazität 3,5 Mrd. m3, was etwa 4 % des deutschen Gasbedarfs entspreche.

Bis 2026 soll das schwimmende Terminal durch ein Terminal an Land ersetzt werden. Dann steigt die Kapazität in Brunsbüttel auf 10 Mrd. m3 Gas im Jahr. Die Anlagen seien auch für die spätere Aufnahme von Wasserstoff vorgesehen, versicherte die SH Netz. Zwei weitere Anlande- und Umwandlungsstellen, die Flüssigerdgas von Tankern aufnehmen und gasförmig machen, sind in Stade und Wilhelmshaven (beide Niedersachsen) vorgesehen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 01.08.2022, 16:02 Uhr

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