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Enerige & Management > Erneuerbare Energien Gesetz - Zu viele Gebote für Photovoltaik, zu wenige für Windkraft
Bild: E&M
ERNEUERBARE ENERGIEN GESETZ:
Zu viele Gebote für Photovoltaik, zu wenige für Windkraft
Die Bundesnetzagentur hat die Ausschreibungsergebnisse zum Gebotstermin 1. Juli 2020 für neue Energieerzeugungsanlagen nach dem EEG veröffentlicht.
 
Die erfolgreichen Gebote der technologiespezifischen Ausschreibungen für Windenergie an Land sowie für Solarenergie zum 1. Juli 2020 gab die Bundesnetzagentur bekannt. Danach bewarben sich für die Errichtung neuer Windturbinen erneut weniger Projektierer, als möglich gewesen wären.

Bei einer ausgeschriebenen Menge von 275 MW wurden 26 Gebote mit einem Volumen von 191 MW eingereicht. Obwohl alle Gebote einen Zuschlag erhalten, werden damit nur etwa zwei Drittel der möglichen Anlagen gebaut. In der Solarausschreibung wurden dagegen 174 Gebote mit einem Umfang von 779 MW abgegeben. Damit wurde die ausgeschriebene Menge von 192 MW fast um das Vierfache überzeichnet.

„Insgesamt werden 30 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 193 MW einen Zuschlag erhalten“, kündigt die Bundesnetzagentur an. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,69 Ct/kWh und 5,36 Ct/kWh und somit leicht unter denen der Vorrunde (4,90 bis 5,40 Ct/kWh). Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist leicht gesunken und liegt in dieser Runde wieder wie in der Gebotsrunde zum 1. März 2020 bei 5,18 Ct/kWh (Vorrunde: 5,27 Ct/kWh).

Im Windbereich ging das größte Zuschlagsvolumen an Standorte in Schleswig-Holstein (drei Zuschläge, 48 MW), Niedersachsen (neun Zuschläge, 48 MW) und Brandenburg (vier Zuschläge, 41 MW). Drei Gebote von Bürgerenergiegesellschaften waren diesmal erfolgreich. Die Werte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,50 Ct/kWh bis 6,20 Ct/kWh. Damit lag der durchschnittliche Zuschlagswert wie in der Vorrunde bei 6,14 Ct/kWh.

Kritik der Grünen an „ausgebremster Energiewende“

Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen, sagte aus Anlass der Ausschreibungsergebnisse, dass die Energiewende weiterhin ausgebremst werde. „Seit zwei Jahren hätte bei nahezu jeder Ausschreibung mehr Photovoltaik bezuschlagt werden können“, kritisierte sie. Daher solle das jährliche Ausbauvolumen für Photovoltaik auf 10.000 MW gesteigert und eine bundesweite Solarpflicht für geeignete Dächer eingeführt werden. „Die Planungshemmnisse bei der Windenergie müssen von Bundesseite endlich beseitigt werden“, forderte Verlinden weiter. Energieminister Peter Altmaier (CDU) bleibe auf Abstand zur Energiewende, sagte sie.
 
Zubauwerte der erneuerbaren Energieerzeugung nach Branchen,
Stand Juli 2020
Bild: BNetzA

Der Zubau neuer Windkraftanlagen an Land blieb im ersten Halbjahr 2020 mit 694 MW ungefähr auf dem niedrigen Niveau des zweiten Halbjahrs 2019. Das liege deutlich unter dem angestrebten Ausbaupfad, wie das Umweltbundesamt mitteilt. Die installierte Leistung der Photovoltaikanlagen stieg im ersten Halbjahr 2020 in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorjahr um 2.245 MW. Insgesamt liegt die Summe der Leistung der installierten Photovoltaikanlagen nunmehr bei über 51.000 MW. Im Bereich der Biomasse wurden 60 MW Leistung neu errichtet, davon 24,6 MW außerhalb der EEG-Ausschreibungen.

Aufgrund der Corona-Pandemie wird entgegen dem üblichen Vorgehen die Zuschlagsentscheidung zunächst nicht im Internet bekannt gegeben. Zugunsten der erfolgreichen Bieter beginnen damit wichtige Fristen für die Projektumsetzung vorerst nicht zu laufen. Die Bekanntgabe der Zuschläge wird Mitte September nachgeholt. Für weitere Verfahrensschritte verweist die Bundesnetzagentur auf ihre Website. Termin der nächsten Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und für Solaranlagen ist der 1. September 2020. Erstmals finden dann auch Innovationsausschreibungen statt.

Informationen zu den Innovationsausschreibungen   finden sich auf der Website der
Bundesnetzagentur.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 30.07.2020, 14:27 Uhr

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