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Enerige & Management > Hamburg - Zeitplan für Wedeler Kraftwerksneubau stockt
Bild: Vattenfall
HAMBURG:
Zeitplan für Wedeler Kraftwerksneubau stockt
Eine Entscheidung zum geplanten Neubau eines GuD-Kraftwerks in Wedel wird nicht mehr in diesem Jahr fallen.
 
Nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde ist der Zeitplan für einen Neubau des Kraftwerks in Wedel nicht mehr zu halten. „Es ist schon fast nicht mehr möglich, bis 2019 eine neue Anlage zu errichten“, hatte Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan gegenüber dem Radiosender NDR 90,3 betont. Laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts habe die Stadt erst jetzt Einblick in die Daten zum Fernwärmenetz und zu den technischen Anlagen vom Energieversorger Vattenfall bekommen. Das bisherige Kohlekraftwerk Wedel versorgt mit einer Leistung von 250 MWel und 423MWth rund 125 000 Haushalte im Hamburger Westen mit Wärme und soll durch eine moderne GuD-Anlage ersetzt werden. Nach dem Vertrag zum Rückkauf des Hamburger Fernwärmenetzes durch die Stadt sollte eigentlich bis Ende 2015 zwischen der Stadt und Vattenfall geklärt werden, ob der Energiekonzern das Gaskraftwerk im geplanten Umfang bis 2019 baut. Dann hat Hamburg eine Rückkaufoption für das Fernwärmenetz und die entsprechenden Erzeugungsanlagen. In der Umweltbehörde werden laut dem Zeitungsbericht derzeit verschiedene Szenarien durchgespielt, wie das Kraftwerk in Wedel ertüchtigt und für eine begrenzte Zeit länger betrieben werden kann. Ziel sei es, die Versorgungssicherheit zu garantieren und gleichzeitig eine langfristige und klimafreundliche Lösung für die Wärmeversorgung zu finden, so ein Sprecher der Umweltbehörde. Der Energiekonzern Vattenfall sieht dagegen derzeit keine Alternative zum Steinkohlekraftwerk in Wedel. Deshalb werde laufend in die bestehende Anlage investiert, für einen Betrieb über das Jahr 2017 hinaus seien aber größere Investitionen nötig, so eine Vattenfall-Sprecherin. Gegen den geplanten GuD-Neubau hatten 15 Anwohner geklagt, das laufende Verfahren sorgt für weitere Planungsverzögerungen.

Umweltschützer und Bürgerinitiativen kritisieren dagegen die stockenden Verhandlungen zwischen Hamburg und dem Energiekonzern. „Vattenfall spielt auf Zeit“, ärgert sich Kerstin Lueckow von der Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk Wedel“. Auch für Manfred Braasch vom BUND Hamburg zäume es das Pferd von hinten auf, wenn schon jetzt eine Laufzeitverlängerung für das alte Kohlekraftwerk hoffähig gemacht werde. Braasch und Lueckow fordern unisono, das Kohlekraftwerk aus Umweltschutzgründen so schnell wie möglich vom Netz zu nehmen. Im Sommer hatte der BUND Hamburg ein eigenes Gutachten zur sozioökonomischen Wärmeversorgung vorgestellt. Danach ist ein Neubau des Wedeler Kraftwerks für die Wärmeversorgung im Hamburger Westen in den bisher diskutierten Größenordnungen gar nicht mehr erforderlich, weil viele dezentrale Erzeugungsanlagen an Netz gegangen seien.

 
 

Kai Eckert
Redakteur
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Montag, 02.11.2015, 12:07 Uhr

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