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Enerige & Management > Gas - Wirtschaftsministerium: kein Vorteil bei Kooperation mit Belgien
Bild: Fluxys
GAS:
Wirtschaftsministerium: kein Vorteil bei Kooperation mit Belgien
Das Bundeswirtschaftsministerium lehnt eine aktive Rolle bei der Zusammenlegung von deutschen und belgischen Gasmarktgebieten ab. Bundestagsabgeordnete hatten dies gefordert.
 
Auf Anfrage von E&M teilte eine Ministeriumssprecherin mit, durch die Zusammenlegung der beiden deutschen Marktgebiete mit einem ausländischen Marktgebiet ergäben sich keine Vorteile. „Allgemein gibt es unsererseits keine Anhaltspunkte dafür.“ Zudem sei es Sache der Betreiber, eine Zusammenlegung der Marktgebiete von NetConnect Germany in Deutschland und Bel-Lux in Belgien und Luxemburg anzustreben.

Das Ministerium beruft sich in seiner Stellungnahme auf die Bundesnetzagentur. Diese hatte die Potenziale einer Vereinigung von Marktgebieten untersuchen lassen und in einem Gutachten im Mai veröffentlicht. „Im Ergebnis wird kein Vorteil für die Zusammenlegung nur eines der beiden deutschen Marktgebiete mit einem ausländischen Marktgebiet gesehen“, so das Ministerium. Gleichwohl sei die Diskussion von Seiten der Bundesnetzagentur noch nicht abgeschlossen.

Regierung: Versorgungssicherheit ist hoch

Die Bundestagsabgeordneten Joachim Pfeiffer und Thomas Bareiß von der CDU sowie Florian Post und Bernd Westphal von der SPD hatten dies in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) gefordert. Die vier Politiker sehen vor allem in der Zusammenlegung des Marktgebietes von NetConnect Germany mit dem belgisch-luxemburgischen Gasmarktgebiet ein mögliches Projekt zur Marktintegration im Erdgasbereich.

Unter dem Arbeitstitel Hub Integration Project (HIP) laufen dazu auch bereits erste Gespräche. Die Abgeordneten fordern, diese Gespräche zu intensivieren und das HIP-Projekt zu beschleunigen. Mit der Integration von Marktgebieten komme man einem gemeinsamen EU-Binnenmarkt näher, was wiederum dem Wettbewerb und der Versorgungssicherheit diene, so die Argumentation der Abgeordneten.

Zwar betont auch das Ministerium, dass die Verwirklichung des EU-Binnenmarktes ein „wichtiges Anliegen der Bundesregierung“ sei. Es fügt aber gleich hinzu, dass die Versorgungssicherheit mit Gas in Deutschland sehr hoch sei und die Gasmärkte darüber hinaus liquide.

Erhebliche Mengen aus den Niederlanden fallen künftig weg

Peter Drasdo, Geschäftsführer der Fluxys Deutschland GmbH, deren belgische Mutter Fluxys ihr Gasnetz im Marktgebiet Bel-Lux betreibt, unterstützt hingegen die Forderung der Politiker. „Ich finde es inhaltlich notwendig, die Märkte zusammenzuführen“, sagte er zu E&M. Er forderte eine breite Diskussion über Marktgebietskooperationen. Es gebe bereits zahlreiche Gespräche zwischen den europäischen Gesellschaften über mögliche Kooperationen. Deutschland müsse sich hier aktiv beteiligen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Bei einer Kooperation mit dem Marktgebiet Bel-Lux hätte Deutschland unter anderem einen besseren Zugang zum LNG-Terminal in Zeebrügge, sagte Drasdo. Und das Thema verflüssigtes Erdgas (LNG) werde wichtiger, trotz der aktuell guten Versorgungslage. Durch den Wegfall von erheblichen Gasmengen aus den Niederlanden in den kommenden Jahren müsste dieser Bedarf anderweitig gedeckt werden − eine Möglichkeit wäre hier LNG. Die niederländische Regierung hatte eine Verringerung der Gasproduktion angekündigt. Sie versucht damit, die Erdbebengefahr durch die Gasförderung im Raum Groningen, wo das größte niederländische Gasfeld liegt, zu minimieren. 
 

Stefan Sagmeister
Chefredakteur
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Freitag, 29.07.2016, 15:26 Uhr

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