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Enerige & Management > Statistik - Windkraft steigt zur wichtigsten Erzeugungsart auf
Bild: Shutterstock, Sergey Nivens
STATISTIK:
Windkraft steigt zur wichtigsten Erzeugungsart auf
Die Wachablösung fossiler Energieträger schreitet voran: Das Statistische Bundesamt (Destatis) sieht die Erneuerbaren insgesamt und speziell Windkraft im ersten Quartal 2020 vorn.
 
Nach den nun veröffentlichten Zahlen von Destatis speisten regenerative Anlagen mit 52,9 % im ersten Quartal des Jahres erstmals seit der begonnenen Energiewende in Deutschland mehr Strom ins Netz ein als Kohle-, Gas- und Kernkraft-Meiler. In absoluten Zahlen haben die Erneuerbaren mit 72,3 Mrd. kWh gegenüber den Konventionellen mit 68,9 Mrd. kWh (-21,9 %) die Nase vorn. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2019 legten die Erneuerbaren um 14,9 % zu. Die insgesamt eingespeiste Strommenge von 141,2 Mrd. kWh liegt 6,6 % unter dem Vorjahresquartal.

Diese Werte decken sich mit den vorläufigen Ergebnissen der Arbeitsgemeinschaft (AG) Energiebilanzen, die einen Rückgang beim Verbrauch von Primärenergie von 6,8 % gegenüber dem ersten Quartal 2019 errechnet hat. Insgesamt fiel der Energieverbrauch auf 3.457 Petajoule, was 117,9 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten entspricht. Die AG Energiebilanzen bezieht auch Mineralöle in ihre Statistik mit ein. Hier lag das Minus bei 3,2 %, wofür besonders der rückläufige Absatz von Diesel (-3,4 %) verantwortlich zeichnet.

Konventionelle: Erdgas nun wichtiger als Kernenergie

Die Corona-Pandemie hat auf die Quartalszahlen nur einen überschaubaren Einfluss, weil sie erst ab den letzten März-Tagen spürbar wurde. Dass die Deutschen weniger Energie verbrauchten, liegt auch an der vergleichsweise milden Witterung zu Jahresbeginn. Der windstarke Jahresbeginn half der Windenergie, mit 49,3 Mrd. kWh oder 34,9 % der insgesamt eingespeisten Strommenge erstmals zum wichtigsten Energielieferanten aufzusteigen. Das ist ein Plus von 14,9 % gegenüber dem ersten Quartal 2019.

Aufseiten der Konventionellen verlor Kohlestrom mit einem Minus von 33,4 % massiv an Boden und speiste nur noch 31,4 Mrd. kWh Strom ein. Strom aus Kernenergie fiel von 19,7 auf nur noch 16,4 Mrd. kWh (Anteil sank von 13,0 auf 11,6 %). Damit stieg Erdgas zum drittwichtigsten Energieträger auf und steigerte seinen Anteil von 12,2 auf 12,7 %. Der Beitrag zur Stromproduktion ging absolut jedoch auf 18,0 Mrd. kWh (statt 18,2 Mrd. kWh) zurück.

Warnung: Hemmnisse beim Erneuerbaren-Ausbau beseitigen

Bei den Erneuerbaren stagnierte die Biomasse bei 7,7 Mrd. kWh, steigerte aber den Anteil von 5,1 auf 5,5 % der gesamten Strommenge. Solarenergie verbesserte sich von 6,0 auf 6,7 Mrd. kWh und steigerte ihren Anteil von 4,0 auf 4,8 %.

Energiemarkt-Experten hatten jedoch bereits bei der Vorlage der Quartalsbilanzen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) Anfang April vor voreiligen Schlüssen gewarnt. Kraftwerksstilllegungen (AKW Philippsburg) zum Jahresende 2019 sowie wind- und sonnenreiche Monate zu Jahresbeginn seien Sondereffekte, die keine Aussagekraft für das gesamte Jahr 2020 erlaubten.

Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, rief die dramatische Situation beim stockenden Ausbau von Wind- und Solar-Anlagen in Erinnerung. Trotz der aktuellen Leistungsfähigkeit der Erneuerbaren sei für das Erreichen der Klimaziele sicherzustellen, „dass weiterhin in den Ausbau der Erneuerbaren investiert wird, damit sie die Energieversorgung von morgen gewährleisten können.“
 

Volker Stephan
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 28.05.2020, 12:59 Uhr

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