• DVGW will grüne Gase voranbringen
  • Gascade präsentiert Partner für Eugal-Pipeline
  • Gegenläufige Tendenzen beim Klimaschutz
  • Neuer Posten für Flasbarth
  • Hamburg kommt mit Strom-Ladenetz voran
  • Proaktives Verteilnetz soll Grünstrom optimal nutzen
  • Woste wird Aufsichtsrat bei Greencom Networks
  • Wunsch nach mehr Klimaschutz
  • Motoren für Mainzer Kraftwerk angeliefert
  • Von der Testphase in die Praxis
Bild: Fotolia.com, DeVIce
UNTERNEHMEN:
Windkraft in Emscher-Blau
Die Emschergenossenschaft, die Gelsenwasser AG und die Stadtwerke Castrop-Rauxel haben mit ersten Projekten den Eintritt ins Windkraft-Geschäft geschafft.
 
Die bislang überschaubare Zahl von Windturbinen im Ruhrgebiet ist in den zurückliegenden Tagen um zwei interessante Vorhaben größer geworden. An der Stadtgrenze zu Dortmund haben die im Herbst 2013 gegründeten Stadtwerke Castrop-Rauxel ihre erste Windturbine in Betrieb genommen. An der Betreibergesellschaft, der CAS Wind GmbH, ist zu 50 Prozent auch ein lokaler Landwirt beteiligt, auf dessen Grundstück die Enercon E-82 mit einer Leistung von 2,3 MW errichtet worden ist. Mit ihrer ersten Windturbine haben die Stadtwerke Castrop-Rauxel ein Rekordtempo hingelegt: Von der Planung bis zur Inbetriebnahme vergingen lediglich zweieinhalb Jahre, in der Regel dauern Windkraft-Projekte doppelt solange.

Für die Windturbine suchen die Castrop-Rauxler Stadtwerke nun nicht nur einen pfiffigen Namen, sondern auch private Kapitalgeber. Für Bürger aus Castrop-Rauxel ist ein Investitionsvolumen von insgesamt 400 000 Euro vorgesehen. Die Einlage als Nachrangdarlehen zwischen 500 und 4 000 Euro wird fünf Jahre lang mit 2 Prozent verzinst, für Kunden der Stadtwerke Castrop-Rauxel erhöht sich der Zinssatz auf 2,5 Prozent. Nach Unternehmensgaben haben die Stadtwerke mit Beginn des Vertriebsgeschäftes am 1. Januar 2014 rund 2 000 Haushalts- und Gewerbekunden gewonnen.

Der bis zum 31. März berufene Geschäftsführer Volkan Karagece erwartet keine Schwierigkeiten, diese Bürgerbeteiligung zu platzieren: „Das Interesse ist da.“ Ab Anfang April arbeitet Karagece wieder in der Unternehmensentwicklung der Gelsenwasser AG, die mit 49,9 Prozent an den Stadtwerken Castrop-Rauxel beteiligt ist. Die Projektentwicklung für die Windturbine in Castrop-Rauxel lag in Händen der Projektentwicklungsingenieure der Gelsenwasser AG, die damit ihre Premiere im Windkraft-Geschäft feierte. Das dortige Windrad wird nicht das einzige unter Gelsenwasser-Regie bleiben. „Wir haben rund ein Dutzend Anlagen in der Projektpipeline, von der allerdings keine weitere in diesem Jahr noch ans Netz gehen wird“, heißt es auch der Gelsenkirchener Unternehmenszentrale.

Mit der Emschergenossenschaft hat ebenfalls ein neuer Player eine Windturbine im Ruhrgebiet in Betrieb genommen. Direkt an der Emscher auf Bottroper Stadtgebiet ist eine 3-MW-Anlage des Herstellers FWT energy auf einem 100 m hohen Turm in den Probebetrieb gegangen. Der kleine Windturbinenhersteller aus dem Westerwald konnte damit nach den beiden Pilotanlagen erstmals seine neue 3-MW-Maschine für einen kommerziellen Kunden ans Netz bringen.

Den Strom der Bottroper Windturbine will die Emschergenossenschaft, die für ihre erste Windturbine nach eigenen Angaben rund fünf Mio Euro investiert hat, demnächst vollständig über eine 450 m lange Kabeltrasse in das interne Netz einer unternehmenseigenen Kläranlage in unmittelbarer Nachbarschaft einspeisen. In einigen Jahren soll das Klärwerk energieautark laufen. Gegenwärtig werden hier mehr als 60 Prozent der benötigten Energie dank der Klärschlammverwertung auf dem gleichen Gelände erzeugt.

Wie die Faulbehälter der Kläranlage und die Außenfassaden mehrerer Pumpwerke hat die Emschergenossenschaft einen besonderen Farbton für die unteren Turmsegmente gewählt, und zwar in „Emscher-Blau“, heißt es in der Unternehmensmitteilung. Dass das Wasser in der Emscher einmal blau gewesen war, daran dürfte sich kein Ruhrgebietsbürger erinnern.
 

Ralf Köpke
© 2017 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 16.03.2016, 10:27 Uhr

Mehr zum Thema