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Enerige & Management > Smart Grids - Weniger Emissionen durch mehr Intelligenz
Quelle: Shutterstock
SMART GRIDS:
Weniger Emissionen durch mehr Intelligenz
Eine Smart City soll zum einen das Leben der Bewohner einfacher und angenehmer machen, zum anderen kann sie auch den Klimaschutz voranbringen, wie eine Studie zeigt.
 
Im Auftrag des Verbands der Internetwirtschaft Eco hat die Beratungsgesellschaft Arthur D. Little den Smart-City-Markt in Deutschland untersucht und dabei den Zeitraum von 2021 bis 2026 betrachtet. In einem Vorwort des 56-Seiten-Dokuments schreibt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU), die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig digitale Lösungen und Angebote seien und verweist auf die Initiative „Stadt.Land.Digital“, mit der sein Ressort die Kommunen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen auf dem Weg zur Smart City.

Zwar spielt die Digitalisierung im Bildungswesen eine wesentliche Rolle und ist für eine Smart City ein wesentliches Kriterium, doch die Pandemie hat gezeigt, dass in diesem Bereich noch vieles im Argen liegt. Dies konstatieren auch die Autoren der Studie, die daneben noch den Gesundheitssektor, den Transport- und Logistiksektor, den Einzelhandel und das Gastgewerbe, die Finanzdienstleister, die öffentliche Verwaltung sowie die Gebäudeautomation und die Energieversorgung unter die Lupe nehmen.

Für den gesamten Markt der Smart-City-Produkte und -Dienstleistungen haben die Berater ein Umsatzvolumen für das Jahr 2021 von 38,5 Mrd. Euro ermittelt. Bis 2026 werde sich die ohnehin schon hohe Dynamik weiter erhöhen und zu einem Umsatzvolumen von 84,7 Mrd. Euro führen. Als zentrale Treiber des Smart-City-Marktes sehen sie intermodale Mobilitätsplattformen, die zunehmende Urbanisierung und die voranschreitende Digitalisierung im Bildungs- und im Gesundheitswesen. In einer Analyse von 2017 hatte Arthur D. Little für 2021 ein Umsatzvolumen von 37,0 Mrd. Euro für den Gesamtmarkt prognostiziert, was gegenüber 2017 einem Anstieg um 16,6 Mrd. Euro entspricht.

Für den Energiebereich stehen 2021 zwar nur 3,4 Mrd. Euro zu Buche. Bis 2026 soll sich das Umsatzvolumen in diesem Sektor auf 7,5 Mrd. Euro mehr als verdoppelt haben. Im gleichen Zeitraum soll die Gebäudeautomatisierung von 8,1 Mrd. Euro auf 14,1 Mrd. Euro zulegen.

Stärkere Kundenfokussierung und Nutzenorientierung

Mobility-as-a-Service – damit beschreiben die Autoren die Transformation des Mobilitätssektors hin zu einer stärkeren Kundenfokussierung und Nutzenorientierung. Gleichzeitig bestehe weiterhin ein hoher Bedarf an intelligenten Verkehrssystemen. Als Beispiele, wie öffentliche Verkehrsmittel mit anderen Mobilitätsangeboten verknüpft werden können, dienen das Zusammenspiel von Bahnreisen und E-Mobilität im „Clever Shuttle“ der Bahn und die Integration von Fahrrädern und E-Scootern in die App der Münchener Verkehrsgesellschaft.

Am Beispiel der Straßenbeleuchtung zeigen die Berater, wie einzelne Elemente der Smart City miteinander verbunden werden können, da Laternen mit Klimasensoren und Sicherheitskameras ausgestattet werden können, als WLAN-Hotspots oder Ladepunkte fungieren oder zum Baustein eines intelligenten Verkehrs- und Parkleitsystems werden können.

Letztlich sollen die Investitionen in intelligente Technologie den Bürgerinnen und Bürgern das Leben erleichtern. Eine wesentliche Triebfeder ist aber natürlich auch der Klimaschutz. Daher rechnen die Verfasser der Studie exemplarisch die Nachhaltigkeitseffekte von Smart Buildings und Smart Homes sowie von Smart Lighting und Smart Parking vor.

Das Strom-Einsparpotenzial im gesamten Gebäudesektor, also bei öffentlichen und privaten Gebäuden, beziffern sie mit 12 % (92 Mrd. kWh) im Jahr 2026. Aktuell seien durch die Nutzung smarter Technologien rund 49 Mrd. kWh zu realisieren. In CO2-Äquivalente umgerechnet könnten damit in den nächsten fünf Jahren je nach zugrunde gelegtem Strommix bis zu 275 Mio. Tonnen vermieden werden.

Smart Lighting und Smart Parking halten die Berater für eine weitere vielversprechende Kombination, um Energieverbrauch und Emissionen zu vermeiden. Bis 2026 könnten Städte damit rund 184 Mio. Euro an Energiekosten einsparen und 480 Mio. Euro an Einnahmen durch Smart Parking generieren. Gleichzeitig könnten Bürgerinnen und Bürger um „Parkplatz-Suchkosten“ bis zu 34 Mrd. Euro erleichtert werden. Unterm Strich bliebe auch eine Einsparung von rund 1,7 Mio. Tonnen CO2. Vor dem Hintergrund, dass etwa 30 % des städtischen PKW-Verkehrs auf die Parkplatzsuche entfallen und dadurch 8,9 Mio. Tonnen CO2 freigesetzt werden, wäre damit ein erheblicher Klimaschutzbeitrag zu erreichen.

Die Studie mit dem Titel „Der Smart-City-Markt in Deutschland 2021 – 2026 “ ist über die Eco-Internetseite verfügbar.
 
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 10.09.2021, 15:19 Uhr

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