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Enerige & Management > Stromspeicher - Wemag-Speicher mit positiver Bilanz
Bild: Wemag
STROMSPEICHER:
Wemag-Speicher mit positiver Bilanz
Der von der Schweriner Wemag betriebene erste kommerzielle Batteriespeicher in Europa hat im ersten Betriebsjahr die Erwartungen übertroffen. Die Wemag will zudem ab 2016 eine eigene Netzleitstelle betreiben, für die jetzt die Räumlichkeiten fertiggestellt wurden.
 
Mitte September 2014 hatte der regionale Ökostromanbieter Wemag den 5-MW-Lithium-Ionen-Batteriespeicher in Schwerin in Betrieb genommen. Höchst zufrieden zeigt man sich nun über die „trotz weiterhin systematischer Benachteiligung von Speichern gegenüber konventionellen Kraftwerken“ erzielten Erträge. Die Wemag hat den Angaben zufolge alle Primärregelleistungsausschreibungen, für die der Großspeicher mitgeboten hatte, gewonnen und damit einen Erlös von durchschnittlich 3 810 Euro/MW erzielt.

„Dank stabiler Preise am Primärregelleistungsmarkt und eines optimierten Gebotsverfahrens durch unseren Energiehandel erwirtschaftet der Batteriespeicher ein Jahr nach Inbetriebnahme Umsätze, die weit über den Erwartungen zum Zeitpunkt der Investitionsentscheidung lagen“, sagte Wemag-Technikvorstand Thomas Pätzold am 22.September bei der Jubiläumsfeier, an der auch der Ministerpräsident Mecklenburg-Vorpommerns Erwin Sellering teilnahm. Dies sei umso erfreulicher angesichts der Tatsache, dass ein weiteres Megawatt der Leistung noch nicht durch die vier Übertragungsnetzbetreiber präqualifiziert wurde. Mit der Vermarktung der vollen 5 MW erwartet Pätzold eine weitere Steigerung der Erlöse.

Clemens Triebel, Gründer des Berliner Speicherpioniers Younicos, der den Speicher errichtet hatte, verwies darauf, dass Batteriespeicher, die nicht über einen Pool im Verbund mit konventionellen Kraftwerken vermarktet werden, „am Markt noch systematisch benachteiligt“ würden. „Und das obwohl sie nachweislich das Stromsystem entlasten, während die Must-run-Leistung konventioneller Kraftwerke die Leitungen für saubere Energie verstopft“, kritisiert er. Damit würde die Energiewende unnötig teuer gemacht. „Deutschland hinkt da leider international mittlerweile hinterher. In Amerika etwa wird längst auch Schnelligkeit und Präzision honoriert“, so Triebel.

Im Inneren des turnhallengroßen Speichergebäudes speichern 25 600 Lithium-Manganoxid-Zellen Strom in Millisekunden. Fünf jeweils 4 t schwere Mittelspannungs-Transformatoren verbinden das Kraftwerk sowohl mit dem regionalen Verteilnetz als auch mit dem nahe gelegenen 380-kV-Höchstspannungsnetz.

Die Wemag will aber mit dem Betrieb einer eigenen Netzleitstelle noch mehr zur Netzstabilisierung beitragen und weitere Wertschöpfung erzielen. Bisher wird das Stromnetz der Wemag von der Stromnetz Hamburg GmbH als Dienstleister gesteuert. Ab Januar 2016 soll die Netzleitstelle zunächst parallel im Testbetrieb laufen, um zum Ende des Jahres 2016 das Wemag-Netz reibungslos steuern zu können. „Netzleitstellen überwachen die Stabilität im Stromnetz und sorgen damit für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung. Sie sind die Schaltzentralen der Energiewende“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering in Schwerin. Es sei „gut und wichtig, dass die Wemag diese wesentliche Kompetenz wieder in unser Bundesland holt.“

Für den Bau eines neuen Gebäudes und die Einrichtung der Netzleitstelle investierte die Wemag insgesamt 5,1 Mio. Euro. Mit der Leitstelle könne man zukünftig auch Betriebsführungsaufgaben für Dritte übernehmen, hieß es weiter. Die Wemag gehört seit der Rekommunalisierung 2010 zu fast 75 % den Gemeinden ihres Versorgungsgebietes.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Dienstag, 22.09.2015, 15:43 Uhr

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