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Enerige & Management > Telekommunikation - Wemacom setzt auf digitales Glasfasergenehmigungsverfahren
Bild: SKRmedia
TELEKOMMUNIKATION:
Wemacom setzt auf digitales Glasfasergenehmigungsverfahren
Mithilfe eines neuen digitalen Genehmigungsverfahrens will die "WEMACOM Breitband GmbH" den Glasfaserausbau in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg umsetzen. 
 
Dem teilweise langwierigen Genehmigungsprozess beim Glasfasernetzausbau will die Wemacon Breitband Beine machen. Seit November 2017 ist die Wemacom, ein Joint Venture der Energieversorger Wemag und der Stadtwerke Schwerin, aktiv im Anschluss unterversorgter Haushalte mit Breitbandinternet. Durch ein digitalisiertes Antrags- und Genehmigungsverfahren will das Telekommunikationsunternehmen den großflächigen Netzausbau für alle Haushalte und Gewerbebetriebe in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg (beide Mecklenburg-Vorpommern) realisieren. 

Volker Buck, Geschäftsführer der Wemacom, zum Prinzip: "Mithilfe von bereits bestehenden Geodatenportalen der Landkreise wollten wir die Planungs- und Genehmigungsprozesse transparenter machen und beschleunigen." Dafür wurde eine elektronische Plattform entwickelt, die nicht nur alle Geodaten des Ausbaugebiets abbildet, sondern in der darüber hinaus ein Ampelsystem integriert ist. Hinterlegt der Planer einen Trassenverlauf mit allen notwendigen Unterlagen, können alle Genehmigungsträger online den Bereich detailliert prüfen und über die Ampel- und Kommentarfunktion Anmerkungen und Änderungswünsche hinterlassen. Dies soll bei allen Beteiligten für eine frühzeitige Transparenz sorgen. Ziel- und Nutzenkonflikte können so besser gegeneinander abgewogen werden, so die Wemacom. 

Im klassischen Genehmigungsverfahren mussten die vielen Antrags- und Planungsunterlagen bei jedem einzelnen Genehmigungsträger eingereicht werden. Im Anschluss begann ein zeitintensives Abstimmungs- und Beteiligungsverfahren mit regelmäßigem Änderungs- und Anpassungsbedarf zwischen den Behörden und dem Antragsteller. Dabei wurden die Unterlagen mehrfach postalisch oder per Mail zwischen den Beteiligten ausgetauscht.

Zwei Tonnen Papier eingespart

Die Digitalisierung des Verfahrens erleichtert die Prüfung der Unterlagen maßgeblich, wie Buck aufführt. Alle Genehmigungsträger würden früh und gleichzeitig erreicht. Zudem sei diese Vorgehensweise nachhaltiger und schone die Umwelt, da mit der digitalen Dokumentation der Einsatz von Papier ersetzt wird. Rund zwei Tonnen Papier konnten so schon allein im Landkreis Ludwigslust-Parchim eingespart werden. Gleichzeitig habe sich das Verfahren bereits als zukunftsorientiert bewiesen: Im Rahmen der Corona-Pandemie 2020/2021 war es durch das digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren überhaupt erst möglich, dass Genehmigungsträger auch im Homeoffice erreichbar waren.

In insgesamt 35 Projektgebieten in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Nordwestmecklenburg und Prignitz realisiert Wemacom den vom Bund geförderten Breitbandausbau (wir berichteten). Im Juni erhielt das Unternehmen auch den Zuschlag für den Ausbau von zwei Projektgebieten im Landkreis Rostock. In den insgesamt zwölf Gemeinden soll bis Ende 2023 ein modernes Glasfasernetz entstehen.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Donnerstag, 01.07.2021, 15:33 Uhr

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