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Enerige & Management > Klimaschutz - Weltweite Mehrheit hält Klimawandel für einen Notstand
Bild: Fotolia, malp
KLIMASCHUTZ:
Weltweite Mehrheit hält Klimawandel für einen Notstand
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat die weltweit größte Umfrage in 50 Ländern zum Klimawandel durchgeführt. 64 % der Befragten sehen ihn als globalen Notfall.
 
In einer Umfrage unter dem Titel "Peoples Climate Vote" befragte die UNDP 1,2 Mio. Menschen in 50 Ländern nach ihrer Meinung zum Klimawandel. Nach einer statistischen Verarbeitung der Ergebnisse durch die University of Oxford, spiegelten sie mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung wider. 64 % der Menschen glauben demnach, dass der Klimawandel trotz der anhaltenden Corona-Pandemie ein globaler Notfall ist. Über eine halbe Million der Befragten waren unter 18 Jahren, um auch eine Gruppe einzubeziehen, die bei regulären Wahlen in der Regel noch nicht gefragt wird.

Detaillierte Ergebnisse, aufgeschlüsselt nach Alter, Geschlecht und Bildungsniveau, werden nun den Regierungen auf der ganzen Welt vom UNDP mitgeteilt. In vielen teilnehmenden Ländern ist es das erste Mal, dass eine umfassende Meinungsumfrage zum Thema Klimawandel durchgeführt wurde. 2021 sei ein entscheidendes Jahr für die Klimaschutzverpflichtungen der Länder, weil auf dem UN-Klimagipfel COP 26 im November in Glasgow (Großbritannien), eine neue Verhandlungsrunde stattfinde.

Breite Klimaschutzmaßnahmen gewünscht

In der Umfrage wurden die Befragten gefragt, ob der Klimawandel ein globaler Notfall sei und ob sie achtzehn wichtige Klimaschutzmaßnahmen in den sechs Aktionsbereichen Wirtschaft, Energie, Verkehr, Ernährung und landwirtschaftliche Betriebe, Natur und Schutz der Menschen unterstützen. "Die Ergebnisse der Umfrage zeigen deutlich, dass dringende Klimaschutzmaßnahmen von Menschen auf der ganzen Welt über Nationalitäten, Alter, Geschlecht und Bildungsniveau hinweg breite Unterstützung finden", sagte Achim Steiner, UNDP-Administrator.

Die Menschen wünschten sich häufig eine umfassende Klimapolitik, die über den aktuellen Stand der Dinge hinausgeht. In acht der zehn Erhebungsländer mit den höchsten Emissionen aus dem Energiesektor habe eine Mehrheit beispielsweise mehr erneuerbare Energien unterstützt. In vier der fünf Länder mit den höchsten Emissionen aus Landnutzungsänderungen wurde die Erhaltung von Wäldern und Land mehrheitlich befürwortet. In neun von zehn Ländern mit der größten Verstädterung setzen sie auf saubere Elektroautos, Busse oder Fahrräder.

Die Umfrage zeige auch, wie die Menschen wollen, dass ihre politischen Entscheidungsträger die Klimakrise angehen. "Von klimafreundlicher Landwirtschaft über Naturschutz bis hin zu Investitionen in eine umweltfreundliche Erholung von Corona bringt die Umfrage die Stimme der Menschen in den Vordergrund der Klimadebatte", sagte Steiner. Sie zeige auf, dass die Länder öffentliche Unterstützung haben, wenn sie zusammenarbeiten.

"Größte Umfrage aller Zeiten" zum Klimawandel

Laut UNDP war die Umfrage die weltweit größte Umfrage zur öffentlichen Meinung zum Klimawandel. Innovationen wie die Verteilung über mobile Gaming-Netzwerke wurden genutzt, um sicherzustellen, dass auch junges Publikum erreicht wurde. Umfrageexperten der Universität Oxford hatten die große Stichprobe gewichtet, um sie repräsentativ für das Alters-, Geschlechts- und Bildungsbevölkerungsprofil der untersuchten Länder zu machen.

Die Umfrage ergab laut UNDP auch einen direkten Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau einer Person und ihrem Wunsch nach Klimaschutz. Der Klimanotfall wurde von denjenigen, die in allen Ländern eine Universität oder ein College besucht hatten, sehr anerkannt, von Ländern mit niedrigerem Einkommen wie Bhutan (82 %) und der Demokratischen Republik Kongo (82 %) bis zu wohlhabenden Ländern wie Frankreich (87 %) und Japan (82 %).

Die Ergebnisse zeigten auch, dass jüngere Menschen eher sagten, der Klimawandel sei ein Notfall. In der Altersgruppe von 18 bis 35 Jahren lag die Zustimmung bei 65 %. Bei den 36 bis 59-Jährigen bei 66 % und bei den über 60-Jährigen bei 58 %.

Die Ergebnisse der UNDP Umfrage "Klimaabstimmung"    stehen im Internet bereit.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 28.01.2021, 11:35 Uhr

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