• Strom: Spot verbilligt sich weiter
  • Gas: Preise wieder auf Talfahrt
  • Netzbetreiber als Prozessbeschleuniger
  • Nordwesten will bei Wasserstoff vorangehen
  • Erste Erfolge für Bochumer Grünstrom-Offensive
  • Envelio sammelt Millionen ein
  • Stadtwerke Münster sind jetzt klimaneutral
  • Künstliche Intelligenz für Schwungradspeicher
  • Opal sucht neuen Geschäftsführer
  • Versicherungskammer Bayern steigt bei EE-Projektierer ein
Enerige & Management > Klimaschutz - Weltklimarat bezweifelt Erreichbarkeit der Pariser Klimaziele
Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Weltklimarat bezweifelt Erreichbarkeit der Pariser Klimaziele
In einem Entwurf für den geplanten IPCC-Sonderbericht des Weltklimarates rechnen Klimawissenschaftler nicht mehr damit, dass die Erderwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann.
 
Ein vorläufiger Entwurf für den kommenden IPCC-Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel sorgt für Ernüchterung. Darin halten die Klimawissenschaftler das Risiko, dass die Erderwärmung nicht auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, für relativ hoch.

Verschiedene Medien hatten über den nicht öffentlichen Entwurf berichtet, in Deutschland war am 15. Januar zuerst die Taz auf das Thema aufmerksam geworden. Gegenwärtig arbeitet der Weltklimarat (IPCC) an einem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel. In dem Bericht soll abgeschätzt werden, inwieweit sich dieses Ziel erreichen lässt. Wie die Taz nun aus dem Bericht zitierte, liege das in Paris vereinbarte Klimaziel „mit 66-prozentiger Wahrscheinlichkeit jenseits des Erreichbaren“. Danach sei es also nicht mehr möglich, die Erderwärmung bis 2100 auf 1,5 Grad zu begrenzen, vielmehr sei es wahrscheinlich, dass die globale Durchschnittstemperatur bereits in den 2040er Jahren die Schwelle von 1,5 Grad überschreiten werde.

Der IPCC-Sonderbericht war nach dem UN-Klimagipfel von Paris in Auftrag gegeben worden, nachdem sich dort die Staaten dem Vorstoß der afrikanischen Länder und der kleinen Inselstaaten für eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad gebeugt hatten und beschlossen, die Erwärmung möglichst bei 1,5 Grad zu stoppen. Im kommenden Oktober soll die Endfassung des Sonderberichts vorgelegt werden.

Die Umweltstiftung WWF nahm die Berichterstattung zum Anlass, noch einmal an die Verantwortung der künftigen Bundesregierung zu appellieren. „Wir bekämpfen die Klimakrise noch längst nicht entschlossen genug. Umso wichtiger ist es, dass Industrienationen wie Deutschland im Kampf gegen die Erderhitzung vorangehen: Jede neue Regierung steht hier in der Pflicht. Das Ergebnis der Sondierungsgespräche lässt bislang leider nicht vermuten, dass sich die Politik dieser zentralen Aufgabe in ausreichendem Maße annimmt“, erklärte Michael Schäfer, Fachbereichsleiter Klimaschutz und Energiepolitik des WWF.

Er forderte die Politik auf, deutlich nachzusteuern. Deutschland müsse sofort den Kohleausstieg auf den Weg bringen. Auch EU-weit seien deutlich ambitioniertere Klimaziele nötig, um den Zielen von Paris gerecht zu werden.
 

Kai Eckert
Redakteur
+49 (0) 4101 8692995
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Dienstag, 16.01.2018, 13:29 Uhr

Mehr zum Thema