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Enerige & Management > F&E - Wellenkraftwerk liefert Strom aus der Nordsee
Bild: shutterstock
F&E:
Wellenkraftwerk liefert Strom aus der Nordsee
Aus der Kraft von Meereswellen erzeugt seit kurzem eine Versuchsanlage von Nemos in der belgischen Nordsee Strom. Sie wurde mitentwickelt von der Universität Duisburg-Essen (UDE).
 

Zwei Jahre wird der Testbetrieb laufen. Ist er erfolgreich, soll ein Kraftwerk gebaut werden. Die Idee dazu hatte der Student Jan Peckolt in seiner Diplomarbeit entwickelt. Für die Umsetzung gründete er 2012 das Start-Up Nemos.Das Bundeswirtschaftsministerium förderte das Projekt.

Die Anlage besteht aus 40 Meter langen Schwimmkörpern, die im offenen Meer installiert werden. Das ist für Windkraftanlagen schon erprobt. Die Schwimmkörper richten sich zum Seegang aus und wandeln bis zu 70 % der Bewegungsenergie der Wellen in mechanische Energie um, aus der ein Generator Strom erzeugt. Per Kabel kommt der Strom an Land und wird ins Netz eingespeist.

Peckolt erhielt mehrere Preise und das Patent für die Steuerung der Anlage. Aufwendige Modellversuche und Analysen fanden im Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) und an mehreren Lehrstühlen der UDE statt. „Die Geotechnik beispielsweise war für das Gründungsdesign der Anlage und die Konzeptionierung des Installationsvorgangs unverzichtbar“, sagt Jan Peckolt. Zudem simulierten und testeten Forscher die Anlage unter kontrollierten Laborbedingungen sowie in natürlichem Gewässern vor dem Probelauf im Meer.

 
Die Meereswellen-Versuchsanlage in der belgischen Nordsee
Bild: VIVES DroneLab

Wesentliche Komponenten der Anlage konnten in den Labors des Fachgebiets für Energiespeicherung und -transport an einem 40 Tonnen schweren Prüfstand erprobt und optimiert werden. Der Lehrstuhl für Mechatronik sowie das Institut für Schiffstechnik, Meerestechnik und Transportsysteme unterstützten die Entwicklung mit ihrer Expertise.

Zum Erfolg des Projekts haben auch die Liros GmbH und die Schaeffler Technologies beigetragen. Sie entwickelten wichtige Komponenten für das Wellenkraftwerk. Diverse Bauteile konnten speziell für den Seewassereinsatz unter härtesten Bedingungen qualifiziert werden. Bewährt sich der Prototyp, sollen die ersten kommerziellen Kraftwerke entstehen, die jeweils Strom für 700 bis 800 Haushalte liefern.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Montag, 21.10.2019, 11:41 Uhr

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