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Enerige & Management > Speicher - Wasserstoffhochlauf braucht viele neue Speicher
Erdgasspeicher Lesum, Quelle: Storengy
SPEICHER:
Wasserstoffhochlauf braucht viele neue Speicher
Bis zu 12,8 Mrd. Euro werden erforderlich sein, um die für die Energiewende nötigen Speicherkapazitäten für Wasserstoff zu entwickeln. Das geht aus einer Untersuchung hervor.
 
Die Studie "Wasserstoff speichern – soviel ist sicher" ist im Rahmen einer Kooperation erstellt worden, an der der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) und die Initiative Energien Speichern (INES) beteiligt waren. Darin wurden die technischen Möglichkeiten analysiert, heutige Gasspeicher an die Nutzung von Wasserstoff anzupassen. Auch mit den Kosten und dem Zubau von Speichermöglichkeiten befasst sich die Studie.

Danach können die heutigen Gasspeicher für die Speicherung von 32 Mrd. kWh umgerüstet werden. Kapazitäten für mehr als 40 Mrd. kWh müssten neu geschaffen werden, erläuterte Hagen Bültemeier vom Gastechnologischen Institut (DBI), das leitend an der Erstellung der Studie beteiligt war. Grundsätzlich geeignet für Wasserstoff seien die Kavernenspeicher, bei denen lediglich Anlagenkomponenten angepasst werden müssten. Sie haben in Deutschland eine Gesamtkapazität von 15,1 Mrd. m3. Anders sieht es bei den Porenspeichern aus: Hier geht man davon aus, dass nur vier von 16 genutzt werden können. Sie machen 8,3 Mrd. m3 aus.

Frank Gröschl, Leiter Technologie und Innovationsmanagement beim DVGW, betonte die besondere Bedeutung des Wasserstoffs für die Klimawende. Zum Gelingen gelte es, Importe und alle Erzeugungsformen zu nutzen, die Erdgasinfrastruktur fit zu machen für den Wasserstoff, ebenso die Anwendungstechnologien, also Anlagen von Erdgas- auf Wasserstoffnutzung umzustellen.

Für den Neubau von Gasspeichern und die Anpassung der bestehenden errechnet die Studie Kosten von bis zu 12,8 Mrd. Euro. Zugrunde gelegt wird dabei, dass bis 2030 eine Kapazität von rund 2 Mrd. kWh bereitgestellt werden muss und bis 2050 etwa 73 Mrd. kWh. Die Zahlen beziehen sich auf Langfrist-Szenarien des Bundeswirtschaftsministeriums. Preiswerter fällt die Rechnung aus, wenn man die Porenspeicher weiter am Gasnetz lassen und sie zur Wasserstofferzeugung mittels Pyrolyse heranziehen würde.

"Die Kosten für Neubau und Transformation der Gasspeicher fallen angesichts der voraussichtlichen Gesamtkosten der Energiewende kaum ins Gewicht", erklärte Ines-Geschäftsführer Sebastian Bleschke bei der Vorstellung der Studie. Trotzdem seien die Herausforderungen für die Speicherwirtschaft groß, sodass Unterstützung durch die Politik gefragt sei. Er verlangte Förderinstrumente, um Investitionen anzustoßen. Außerdem müssten langfristige, tragfähige Konzepte für die Märkte erarbeitet werden.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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