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Energie & Management > Wärme - Wärmepumpenabsatz stieg 2022 um 53 Prozent
Quelle: Shutterstock / JPC-PROD
Wärme

Wärmepumpenabsatz stieg 2022 um 53 Prozent

Der Absatz von Wärmepumpen stieg 2022 laut der gemeinsamen Statistik der Verbände für Heizungsbau und Wärmepumpen auf 236.000 Geräte und damit um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mit Genugtuung verzeichneten der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) einen starken Zuwachs von 53 Prozent gegenüber 2021 von neu georderten Wärmepumpen im Jahr 2022. "Der Markthochlauf ist in vollem Gange, die Menschen haben offensichtlich verstanden, dass die Wärmepumpe die beste Alternative zum Heizen mit fossilen Energieträgern ist", kommentierte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.

Zugleich müsse die Politik weitere Hürden aus dem Weg räumen, forderte er für die weitere Beschleunigung des Wärmepumpenausbaus. So müsse die angekündigte Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) rasch und konsequent umgesetzt werden. In ihr wird für neu eingebaute Heizungen gefordert, dass sie ab dem 1. Januar 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Verbände fordern zugleich weitere Maßnahmen zur Entlastung des Strompreises, da dieser durch die Erdgaskrise unverhältnismäßig gestiegen sei. Auch mit industriepolitischen Instrumenten solle der Markthochlauf unterstützt werden.

GEG schnell verabschieden

"Die von der Bundesregierung bereits für das Jahr 2024 ausgegebene Zielmarke von 500.000 Geräten ist ehrgeizig, aber erreichbar", betont Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP. Die Industrie habe in einem schwierigen Umfeld mit Personal- und Lieferengpässen gezeigt, dass sie mit einer klugen Priorisierung und innovativen Lösungen auf einen massiven Nachfrageanstieg reagieren kann. "Ebenso sind die Handwerkerorganisationen intensiv bemüht, die notwendigen Schulungen und Fortbildungen anzubieten", unterstrich Waning.

Allerdings brauche es nach dem Wachstum von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine ähnliche Steigerung in den Folgejahren. Dieses Wachstum sei nicht nur vom Handeln der Industrie abhängig, sondern vor allem vom Nachfrageverhalten der Verbraucher, bemerkte Sabel: „Wir haben die klare Erwartung an die Politik, die Rahmenbedingungen für Wärmepumpen in den nächsten Monaten weiter zu verbessern.“ Wenn die entsprechenden Regelungen bereits in weniger als einem Jahr in Kraft treten sollen, brauchten Branche und Verbraucher schnell Klarheit über die Neuregelungen des GEG, so Sabel.

Stromkosten reduzieren

"Wir fordern eine Mehrwertsteuerabsenkung auf sieben Prozent und eine Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde", so der BWP-Vertreter. Es sei völlig unverständlich, warum die Mehrwertsteuer für das klimaschädliche Erdgas reduziert wurde, für den immer mehr erneuerbar produzierten Strom zum Betrieb einer Wärmepumpe aber nicht.

Ein weiteres Instrument sei die effiziente Nutzung des Flexibilitätspotenziales von Wärmepumpen, etwa zum Ausgleich von Spitzenlasten im Stromnetz oder zur Speicherung von eigenem Photovoltaikstrom. Der BWP erwarte viel von den neuen Regelungen, die die Bundesnetzagentur gerade dazu ausarbeitet, sagte Sabel. Auch Sonderabschreibungen könnten der Industrie Investitionen in einen Ausbau der Produktionskapazitäten für Wärmepumpen erleichtern.

Dienstag, 17.01.2023, 15:59 Uhr
Susanne Harmsen
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Wärme
Wärmepumpenabsatz stieg 2022 um 53 Prozent
Der Absatz von Wärmepumpen stieg 2022 laut der gemeinsamen Statistik der Verbände für Heizungsbau und Wärmepumpen auf 236.000 Geräte und damit um 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Mit Genugtuung verzeichneten der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) einen starken Zuwachs von 53 Prozent gegenüber 2021 von neu georderten Wärmepumpen im Jahr 2022. "Der Markthochlauf ist in vollem Gange, die Menschen haben offensichtlich verstanden, dass die Wärmepumpe die beste Alternative zum Heizen mit fossilen Energieträgern ist", kommentierte BWP-Geschäftsführer Martin Sabel.

Zugleich müsse die Politik weitere Hürden aus dem Weg räumen, forderte er für die weitere Beschleunigung des Wärmepumpenausbaus. So müsse die angekündigte Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) rasch und konsequent umgesetzt werden. In ihr wird für neu eingebaute Heizungen gefordert, dass sie ab dem 1. Januar 2024 mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien betrieben werden. Die Verbände fordern zugleich weitere Maßnahmen zur Entlastung des Strompreises, da dieser durch die Erdgaskrise unverhältnismäßig gestiegen sei. Auch mit industriepolitischen Instrumenten solle der Markthochlauf unterstützt werden.

GEG schnell verabschieden

"Die von der Bundesregierung bereits für das Jahr 2024 ausgegebene Zielmarke von 500.000 Geräten ist ehrgeizig, aber erreichbar", betont Paul Waning, Vorstandsvorsitzender des BWP. Die Industrie habe in einem schwierigen Umfeld mit Personal- und Lieferengpässen gezeigt, dass sie mit einer klugen Priorisierung und innovativen Lösungen auf einen massiven Nachfrageanstieg reagieren kann. "Ebenso sind die Handwerkerorganisationen intensiv bemüht, die notwendigen Schulungen und Fortbildungen anzubieten", unterstrich Waning.

Allerdings brauche es nach dem Wachstum von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr eine ähnliche Steigerung in den Folgejahren. Dieses Wachstum sei nicht nur vom Handeln der Industrie abhängig, sondern vor allem vom Nachfrageverhalten der Verbraucher, bemerkte Sabel: „Wir haben die klare Erwartung an die Politik, die Rahmenbedingungen für Wärmepumpen in den nächsten Monaten weiter zu verbessern.“ Wenn die entsprechenden Regelungen bereits in weniger als einem Jahr in Kraft treten sollen, brauchten Branche und Verbraucher schnell Klarheit über die Neuregelungen des GEG, so Sabel.

Stromkosten reduzieren

"Wir fordern eine Mehrwertsteuerabsenkung auf sieben Prozent und eine Absenkung der Stromsteuer auf das europarechtlich zulässige Minimum von 0,1 Cent pro Kilowattstunde", so der BWP-Vertreter. Es sei völlig unverständlich, warum die Mehrwertsteuer für das klimaschädliche Erdgas reduziert wurde, für den immer mehr erneuerbar produzierten Strom zum Betrieb einer Wärmepumpe aber nicht.

Ein weiteres Instrument sei die effiziente Nutzung des Flexibilitätspotenziales von Wärmepumpen, etwa zum Ausgleich von Spitzenlasten im Stromnetz oder zur Speicherung von eigenem Photovoltaikstrom. Der BWP erwarte viel von den neuen Regelungen, die die Bundesnetzagentur gerade dazu ausarbeitet, sagte Sabel. Auch Sonderabschreibungen könnten der Industrie Investitionen in einen Ausbau der Produktionskapazitäten für Wärmepumpen erleichtern.

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Susanne Harmsen

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