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Enerige & Management > Wasserstoff - Vorläufig nicht genug Gas für "grüne" Stahlproduktion
Quelle: Fotolia
WASSERSTOFF:
Vorläufig nicht genug Gas für "grüne" Stahlproduktion
Die Bundesregierung antwortete auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, dass es in absehbarer Zeit nicht genug heimische Wasserstoffproduktion für die Stahlproduktion gibt.
 
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten in einer Kleinen Anfrage wissen wollen, wie viel grüner Wasserstoff benötigt würde, um die Stahlherstellung für die Autoindustrie klimaneutral zu machen. Die Bundesregierung antwortete am 20. August darauf, dass sie keine abgrenzbaren Daten zu den Treibhausgasemissionen in der Automobilindustrie in Deutschland für die vergangenen Jahre hat.

Die Bundesregierung verfolge "mit dem gegebenen Interesse", welche strategischen Entscheidungen die Unternehmen im Kontext des regulatorischen Rahmens hinsichtlich ihrer produktionsbezogenen CO2-Emissionen treffen. Zugleich versicherte sie: Der regulatorische Rahmen werde mit Blick auf eine Erreichung der verbindlich festgeschriebenen Klimaziele ausgestaltet und gegebenenfalls angepasst.

540.000 Tonnen grüner Wasserstoff benötigt

Zur Beantwortung der Frage, bis wann es die Bundesregierung für möglich hält, die Automobilproduktion in Deutschland vollständig auf "grünen Stahl"2 umzustellen, wird darauf verwiesen, dass die Automobilindustrie derzeit einen Bedarf von gut neun Mio. Tonnen Stahl pro Jahr habe. Für die Produktion von einer Mio. Tonnen klimaneutralem Stahl bedürfe es etwa 60.000 Tonnen grünen Wasserstoffs.

"Um die Automobilproduktion in Deutschland vollständig mit grünem Stahl beliefern zu können, bräuchte es daher überschlägig knapp 540.000 Tonnen grünen Wasserstoff", schreibt die Bundesregierung. Der tatsächliche Bedarf hänge allerdings davon ab, wie sich der Stahlbedarf in der Automobilproduktion entwickelt und die technische Entwicklung der Produktion von grünem Stahl.

Daher könne die Bundesregierung derzeit keine Aussage dazu treffen, wann ausreichend Produktionskapazitäten für grünen Stahl zur Deckung des gesamten Stahlbedarfs der Automobilproduktion geschaffen sein werden. Das Umweltbundesamt schreibt, dass bis 2030 unter dem Einsatz von 20 Mrd. kWh Strom etwa 14 Mrd. kWh Wasserstoff bereitgestellt werden sollen. Dieser könne vom heutigen fossilen Wasserstoffbedarf in der Industrie rund 20 bis 25 % ersetzen.

Inwiefern sich die Importquoten von Stahl für den Fahrzeugbau erhöhen oder reduzieren können, werde auch von der Entwicklung der Produktionskapazitäten für grünen Stahl im In- und Ausland abhängen, heißt es in der Antwort. Bisher wurde noch kein CO2-freier Stahl in Deutschland erzeugt. Die Bundesregierung weist zudem darauf hin, dass noch keine allgemeingültige Definition oder Zertifizierung für "grünen" Stahl vorliege.

Auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion antwortete die Bundesregierung gleichzeitig, dass der Markthochlauf von grünen Wasserstofftechnologien erst begonnen wurde. Bis 2030 sollten mindestens 5.000 MW Elektrolyseleistung zur Produktion von grünem Wasserstoff in Deutschland erreicht sein. Der damit produzierte grüne Wasserstoff solle nach Auffassung der Bundesregierung insbesondere in Bereichen eingesetzt werden, in denen eine direkte Nutzung erneuerbaren Stroms nicht möglich ist.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Freitag, 20.08.2021, 15:25 Uhr

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